Digitale Geschäftsmodelle

Warum sind digitale Geschäftsmodelle wichtig für mein Unternehmen?

Digitale Technologien werden zunehmend Teil des betrieblichen Alltags. Rund 80 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen zum Beispiel einen digitalen Datenaustausch mit Geschäftspartnern und Kunden. Neben den internen Arbeitsprozessen hat diese technologische Entwicklung sehr wahrscheinlich auch Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle Ihres Unternehmens. Denn Ihre Kunden informieren sich im Netz über Produkte und Dienstleistungen oder kaufen über Online-Plattformen ein. Mehr als ein Drittel aller Deutschen geben im aktuellen D21 Digital Index 2018/2019 an, einmal oder mehrfach in der Woche online einzukaufen.

Ein digitales Geschäftsmodell aufzubauen bedeutet zum Glück nicht, Ihre bestehenden Ansätze alle über Bord zu werfen. Bauen Sie besser auf Ihre Stärken, wie zum Beispiel eine große Kundennähe oder individuelle Dienstleistungen. Sie können diese, etwa durch digitale Kommunikationskanäle zu Ihren Kunden und die Sichtbarkeit auf großen Online-Plattformen ergänzen. Damit überlassen Sie dieses Terrain nicht der digitalen Konkurrenz, die vielleicht in Ihre Märkte eindringt. 

Interne Unternehmensanalyse als Einstieg in die Digitalisierung

Durch eine zunehmende Vernetzung ergeben sich Chancen für eine unternehmensübergreifende Kooperation. Es ergeben sich auch neue Herausforderungen durch den Markteintritt weiterer potenzieller Wettbewerber. Eine Analyse und kritisches Hinterfragen Ihrer existierenden Geschäftsmodelle ist daher die Grundlage dafür, neue Chancen zu ergreifen oder aufkommende Risiken zu minimieren.

Als Einstieg in die Überlegungen zur digitalen Anreicherung Ihrer Geschäftsmodelle empfehlen wir Ihnen eine interne Unternehmensanalyse. Durch die Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken und Schwächen können Sie herausfinden, welche besonderen Fähigkeiten oder Stärken Ihr Unternehmen auszeichnen. Oder es wird deutlich, in welchen Bereichen Sie sich besonders vor dem Hintergrund der Digitalisierung durch eine strategische Personalarbeit verbessern könnten. Dabei ergeben sich wahrscheinlich auch verschiedene Bedarfe, in die betriebliche Aus- und Weiterbildung zu investieren.

Stellen Sie sich die richtigen Fragen, wie zum Beispiel:

  • Über welche Kompetenzen verfügen Sie in Ihrem Unternehmen, die für Digitalisierungsprojekte hilfreich sein könnten (zum Beispiel aus dem Bereich Social Media oder Vertrieb über Online-Plattformen)?
  • Wer sind digital kompetente Ansprechpartner aus Ihrem Unternehmensnetzwerk, auf deren Erfahrungen Sie aufbauen können?
  • Welche Digitalisierungs-Trends beobachten Sie in Ihrer Branche, die Sie sich zunutze machen können?
  • Wie verändern sich zukünftig die Erwartungen Ihrer Kunden hinsichtlich Ihrer Produkte oder Dienstleistungen sowie der Kommunikation mit Ihrem Unternehmen?
  • Welche Hemmnisse und Hürden, wie beispielsweise Bedenken aus der Belegschaft, sind aus der Sicht Ihres Unternehmens gegenüber Digitalisierungsprojekten zu erwarten?

Neben den eigenen Stärken und Schwächen erhalten Sie nach und nach zugleich einen wichtigen Überblick über Chancen und Risiken, die sich am Markt auftun. Auf dieser Informationsgrundlage gelingt Ihnen die Entscheidung, ob Sie beispielsweise mithilfe eines Online-Shops neue Kundengruppen erreichen oder sich grundsätzlich neue Absatzmärkte erschließen lassen. 

Ein praktisch erprobtes Werkzeug zur Visualisierung von Geschäftsmodellen ist der sogenannte Business Model Canvas. In der Darstellung sehen Sie neun Elemente, die ein Geschäftsmodell grundlegend beschreiben. Sie können diese Vorlage nutzen, um Ihr existierendes Geschäftsmodell anhand der vorgeschlagenen Elemente und aufgeführter Fragen zu kennzeichnen. Anschließend heißt es kreativ zu werden. Nutzen Sie die Chance und arbeiten Sie in einem kreativen Team an der Digitalisierung Ihres Geschäftsmodells. Beispielsweise mit dem Ziel, durch digitale Tools neue Kundensegmente zu erreichen und Umsatzströme zu erhöhen, oder die Kosten innerhalb der Abläufe durch Digitalisierung zu reduzieren. Wichtig ist es in diesem Prozess, auch außergewöhnliche Denkansätze nicht von vornherein zu „zensieren“. Vielleicht lohnt sich auch ein Moderator oder eine Moderatorin von außen zu engagieren, um mit professionellen Kreativtechniken wie beispielsweise „Design Thinking“ zu neuen, innovativen Lösungen zu gelangen.

Auf unserer Homepage finden hier ein Praxisbeispiel von einer Bücherei, die sich auf den Weg gemacht hat und mit dem neuen Geschäftsmodell erfolgreich in die Zukunft blickt. 

Weiterführende  Informationen, Praxisbeispiele und Ansprechpartner in den Regionen finden Sie im Netzwerk von Mittelstand-Digital, welches durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert ist.

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