Den digitalen Wandel gestalten

Digitalisierung erscheint fast allgegenwärtig

Der digitale Wandel bietet vielfältige Möglichkeiten zur Weiterentwicklung Ihres Unternehmens. Er erfordert allerdings zugleich die aktive Auseinandersetzung mit der Digitalisierung und ein klares unternehmerisches Bekenntnis seitens der Geschäftsleitung.

Mit den vorliegenden fünf Schritten helfen wir Ihnen dabei, den Überblick zu behalten und die Chancen der Digitalisierung für Ihren Betrieb bestmöglich zu nutzen.

Schritt 1: Verstehen, worum es eigentlich geht

Digitalisierung bedeutet zunächst einmal, dass wir Dinge, die wir bislang ohne technische Unterstützung getan haben, vermehrt über das Netz erledigen. Im privaten Umfeld wird der digitale Wandel zum Beispiel durch die weite Verbreitung von internetfähigen Smartphones und Tablets deutlich.

Auch im industriellen Bereich findet eine zunehmende Vernetzung statt. Im Kontext der „Industrie 4.0“ melden Maschinen den Wartungsbedarf bereits bevor ein Produktionsausfall droht, Verbrauchsmaterial wird automatisch nachbestellt, oder Werkstücke teilen den Maschinen im Fertigungsprozess die vom Kunden definierten Spezifikationen mit.

Das veränderte Kommunikations- und Einkaufsverhalten Ihrer Kunden und Geschäftspartner sowie die voranschreitende Vernetzung und Automatisierung der Produktion führen unter dem Strich zu einem zunehmend dynamischen Markt- und Wettbewerbsumfeld.

Bei der Digitalisierung handelt es sich somit um ein wichtiges strategisches Handlungsfeld, in dem Sie aktiv Chancen ergreifen können! Damit Ihr Unternehmen auch kommende Herausforderungen meistern und neue Chancen nutzen kann, stellt insbesondere die vorausschauende strategische Personalarbeit eine Voraussetzung dar. Lesen Sie hierzu auch die Themenschwerpunkte zu Führung 4.0 und Digitale Bildung.

Schritt 2: Anknüpfungspunkte für den eigenen Betrieb finden

Damit Maßnahmen dauerhaft zum Geschäftserfolg beitragen können, sollten sie in Ihre Unternehmensstrategie eingebunden werden. Führen Sie eine interne Unternehmensanalyse durch und analysieren Sie Ihre eigenen Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken.

Stellen Sie sich die richtigen Fragen, wie zum Beispiel:

  • Über welche Kompetenzen verfügen Sie, die für Digitalisierungsprojekte hilfreich sein könnten (zum Beispiel aus dem Bereich Social Media oder Vertrieb über Online-Plattformen)?
  • Wer sind digital kompetente Ansprechpartner aus Ihrem Unternehmensnetzwerk, auf deren Erfahrungen Sie aufbauen können?
  • Welche Digitalisierungs-Trends beobachten Sie in Ihrer Branche, die Sie sich zunutze machen können?
  • Wie verändern sich zukünftig die Erwartungen Ihrer Kunden hinsichtlich Ihrer Produkte oder Dienstleistungen sowie der Kommunikation mit Ihrem Unternehmen?
  • Welche Hemmnisse und Hürden, wie beispielsweise Bedenken aus der Belegschaft, sind aus der Sicht Ihres Unternehmens gegenüber Digitalisierungsprojekten zu erwarten?

Neben der Verwirklichung von Chancen gilt es auch, sich auf neue Konkurrenten oder andere Herausforderungen einzustellen. Bislang waren Kundennähe und individualisierbare Produkte und Dienstleistungen typische Alleinstellungsmerkmale kleinerer Unternehmen. Diese Besonderheit wird nun aufgebrochen, denn durch digitale Kommunikationskanäle und Ansätzen wie „Mass Customization“ können nun auch große Industrieunternehmen individualisierter produzieren. Im Gegenzug eröffnet die Digitalisierung Ihnen allerdings die Chance, mit Ihrem Unternehmen neue, überregionale Märkte zu erschließen und neue Kundengruppen von Ihren Produkten und Leistungen zu begeistern. Das bedeutet aber auch, dass Sie einige Prozesse neu denken müssen: Zukünftig wird die Bedeutung von Unternehmensnetzwerken im Rahmen von Wertschöpfungsketten zunehmen, etwa, wenn Industrieunternehmen mit ihren Kunden und Lieferanten gemeinsame Software-Plattformen nutzen.

Schritt 3: Projekte bewusst auswählen

Um das laufende Tagesgeschäft regulär weiterführen zu können, erscheint es in den meisten Fällen sinnvoll, nicht zu viele Projekte gleichzeitig zu starten. So können Sie wichtige Erfahrungen (auch „im Kleinen“) sammeln und erhalten ein Gefühl dafür, wie sich Veränderungsprojekte initiieren und steuern lassen. Von daher ist es sehr wichtig, dass Sie priorisieren und sich besonders um die Bereiche kümmern, die für Ihren Geschäftserfolg wichtig erscheinen. Wählen Sie die Projekte in jedem Fall mit Rückhalt aus der Geschäftsleitung aus, und binden Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als inhaltliche Experten ein (vgl. auch Schritt 4).

Schritt 4: Beschäftigte mitnehmen

Sie erhöhen die Erfolgschancen Ihrer Digitalisierungsaktivitäten deutlich, wenn Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Anfang an mit ins Boot holen. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und kommunizieren Sie deutlich, welche Maßnahmen aus welchen Gründen geplant sind. Schaffen Sie ein Klima, in dem ein offener Austausch über mögliche Bedenken oder weitere Ideen und Verbesserungsvorschläge möglich wird. Hierdurch erhöhen Sie die Akzeptanz in der Belegschaft und stellen sicher, dass die neuen Prozesse auch wirklich erfolgreich umgesetzt werden.

Stellen Sie auch sicher, dass Ihre Mitarbeiter über alle Kompetenzen verfügen, die sie zur Umsetzung der Projekte und für sie ggf. neuer Arbeitsabläufe benötigen. Identifizieren Sie frühzeitig geeignete Weiterbildungsmaßnahmen, und bringen Sie Ihre Mitarbeitenden damit auf den neuesten technischen Stand. Hinweise zur Qualifizierung Ihrer Belegschaft finden Sie in den Handlungsempfehlungen betriebliche Weiterbildung , E-Learning – Lernen mit digitalen Medien im Betrieb sowie im KOFA-Dossier Digitale Bildung.

Schritt 5: Anfangen!

Die Erfahrung zeigt, dass es sinnvoll ist, zunächst die bestehenden Prozesse zu hinterfragen und zu optimieren. Ansonsten wird etwa ein suboptimal strukturierter Prozess nicht allein dadurch besser, dass er digitalisiert wird. Stellen Sie den einbezogenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die benötigten Ressourcen (Informationen, Arbeitszeit, technische Infrastruktur etc.) zur Verfügung und vergeben Sie eindeutige Zuständigkeiten anhand eines gültigen Projektplanes.

Scheuen Sie nicht davor zurück, auf externes Know-how zurück zu greifen. Nutzen Sie beispielsweise gezielt das Networking mit anderen Unternehmen, die in einer ähnlichen Situation waren, um Ableitungen für Ihre eigenen Prozesse zu finden.

Bei allen Schritten stehen Ihnen die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Mittelstand 4.0 Kompetenzzentren als Ansprechpartner bereit. Ebenso ist die finanzielle Förderung einer Prozessbegleitung durch akkreditierte Berater im Rahmen  das BMWi-Förderprogramms „go -digital“ möglich. Auch seitens des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales erhalten Sie Unterstützung in Form von geförderten Beratungsleistungen durch das Programm "unternehmensWert:Mensch plus".

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