Praxisbeispiel: Familienfreundlicher Arbeitgeber

Arbeitgeberattraktivität an Erfordernissen der Fachkräfte anpassen

Die Erwartungen der Beschäftigten an das Unternehmen verändern sich mit dem Lebensalter. Die GET AG aus Leipzig beschäftigt 43 Mitarbeiter und reagiert darauf. Es führt Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Angebote zur Gesundheitsförderung ein, die gerne angenommen werden. Das Resultat: zufriedene Beschäftigte bei dem Energiebranchen-Informationsdienstleister.

Branche: Energiewirtschaft | Standort: Leipzig (Sachsen) | Beschäftigte: 43

Stand: 2014

Preis für Familienfreundlichkeit gewonnen – auf Vorschlag der Belegschaft

Familienfreundlichkeit wird bei der GET AG von Anfang an groß geschrieben. Flexible Arbeitszeiten begünstigen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Besonderen Zuspruch finden die Kinderbetreuungskostenzuschüsse, die es ermöglichen, dass Eltern entweder schneller in das Unternehmen zurückkehren oder mit höherer Wochenstundenzahl im Unternehmen arbeiten können. Da aus den Kindergarten- Schulkinder werden, entlastet die GET AG auch hier die Eltern bei der Betreuung, indem die Kinder in den Ferien auch mal ins Unternehmen mitkommen dürfen. Hier finden dann beispielsweise Bewerbungsworkshops oder mit der Schule organisierte Führungen durch das Rechenzentrum statt. Ist ein Kind krank, so gewährt das Unternehmen über den gesetzlich definierten Anspruch hinaus bis zu fünf weitere Tage bezahlte Freistellung. Zeitersparnis und gesunde Beschäftigte war auch das Motiv des Arbeitgebers für eine Grippe-Impfaktion vor Ort im Unternehmen. Fröhliche Familienfeste fördern zudem die interne Kommunikation. 

Das Engagement für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der GET AG sehr wertvoll. Darum schlugen sie 2013 ihren Arbeitgeber für den Sonderpreis für familienfreundliche Arbeitgeber der Stadt Leipzig vor. Das außergewöhnliche Engagement wurde honoriert. Für die GET AG ist dieser Preis auf Vorschlag der Belegschaft ein Ansporn, ihre Personalmaßnahmen weiter auszubauen.

Cornelia Weber, Leiterin Personal:

Familienfreundlichkeit ist fester Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Ohne engagierte, motivierte, sozial und fachlich kompetente Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter wäre ein Geschäftserfolg wohl kaum denkbar. Dabei sind es weniger die großen Budgets als die vielen kleinen Dinge und das offene Ohr welche vieles ermöglichen.

Gesundheitsförderung kann allen Spaß machen

Aus den jungen Singles in den Gründungsjahren der Leipziger GET AG wurden nicht nur Eltern, gelegentlich traten auch für den Büroalltag typische gesundheitliche Probleme auf und brachten neue Anforderungen mit sich. Doch der Informationsdienstleister hat stets ein offenes Ohr und leitet aus dem Einzelfall Maßnahmen für alle Beschäftigten ab. So folgte beispielsweise einem höhenverstellbaren Schreibtisch, den eine Fachkraft zur Entlastung ihres Rückens benötigte, dass in der Mittagspause eine Rückenschule angeboten wird. Das Unternehmen entschied sich für diese Maßnahme, um Rückenbeschwerden bei anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorzubeugen. Regelmäßig nimmt ein Fünftel der Mitarbeiter an der Rückenschule teil. Ergänzend kommt ein Masseur zur GET AG, der die Beschäftigten während der Arbeitszeit von ihren Verspannungen befreit. 

Bewegung im Team macht mehr Spaß. Darum beteiligt sich der Mittelständler an verschiedenen Firmenläufen und mietet in der Saison einmal pro Woche für zwei Stunden nach Feierabend einen Beachvolleyballplatz an. Die Fachkräfte nutzen das Angebot, haben Freude daran und beugen Gesundheitsproblemen vor. Die passenden Sportoutfits sponsert das Unternehmen ebenfalls. Für die, die joggend oder per Rad ins Unternehmen kommen, steht eine Dusche im Bürogebäude zur Verfügung. Auch ein bereitgestellter Obstkorb wird gern angenommen.

Mitarbeiter binden durch positive Anreize 

Die GET AG leitet ihre Personalmaßnahmen aus den Bedürfnissen der Belegschaft ab. So erhält sie motivierte und leistungsstarke Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihrem Arbeitgeber treu bleiben. Die Maßnahmen schlagen mit unterschiedlichem finanziellem Aufwand zu Buche. Während der Obstkorb nicht teuer ist, sind andere Maßnahmen kostenintensiver, wie die Massage oder die Kinderbetreuungskostenzuschüsse. Daher hat sich das Unternehmen für eine Kombination aus freier Arbeitszeit und Kostenübernahme entschieden. So werden entweder die Kosten übernommen oder die Maßnahme gilt als Arbeitszeit.Die GET AG etabliert bereits neue Maßnahmen, die den Alltag der Beschäftigten erleichtern. Dazu zählen beispielsweise die Einführung des Jobtickets sowie ein Informationsportal im Intranet rund um das Thema „Pflege in der Familie - Freistellung mit Lohnfortzahlung“.

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