Menschen mit Behinderung beschäftigen

Eine Kollegin oder ein Kollege – ohne Wenn und Aber

Unsere Gesellschaft und die Belegschaften altern. Und mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, eine Behinderung zu bekommen. Daher werden Sie vermehrt auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit chronischen gesundheitlichen Problemen treffen. Nur ein sehr kleiner Teil von Behinderungen ist angeboren, die meisten entstehen als Folge von schweren Krankheiten. Als Unternehmen haben Sie ein großes eigenes Interesse daran, erfahrene Teammitglieder auch mit einer Behinderung weiter zu beschäftigen. Denn auf Grund geringerer Geburtenjahrgänge wird es immer schwieriger, geeigneten Nachwuchs zu finden.

Menschen mit Behinderung gehören dazu – im Privat- wie im Berufsleben. Als Unternehmen haben Sie sich vielleicht bewusst entschieden, Menschen mit Behinderung einzustellen, weil

  • eine Person unabhängig von ihrer Behinderung am besten die Anforderung erfüllt,
  • Sie ein Team mit unterschiedlichen Stärken schätzen oder
  • Sie Beschäftigte nach Unfall oder Krankheit im Betrieb halten möchten.

Zurück ins Team – wie Sie eine betriebliche Wiedereingliederung gestalten

Lange krankheitsbedingte Auszeiten von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sind für Ihren Betrieb immer eine Herausforderung. Zum einen, wenn jemand durch eine Krankheit den aktuellen Job nur noch bedingt ausführen kann. Zum anderen, wenn die vorherrschenden Arbeitsbedingungen Beschäftigte krank machen. In beiden Fällen sollten Sie als Unternehmen eingreifen. Unterstützen Sie die Betroffenen dabei, nach einer betrieblichen Auszeit wieder zurück ins Unternehmen zu kommen. Besprechen Sie mit dem Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin Möglichkeiten, wie die individuellen Arbeitsbedingungen angepasst werden können. So tragen Sie dazu bei, die Arbeitskraft Ihrer Beschäftigten – im Rahmen Ihrer Möglichkeiten – zu erhalten. Sie vermeiden eine unnötige Fluktuation im Unternehmen, erhalten funktionierende Teamstrukturen und bewahren Erfahrungswissen.

Neben einer aktiven Fachkräftesicherung ist zu berücksichtigen, dass Sie je nach Einzelfall juristisch verpflichtet sein könnten, Unterstützung zu leisten. Daher ist es für Ihre Personalarbeit sehr wichtig, dass Sie in diesem Themengebiet kompetent sind. Begriffe wie „Stufenweise Wiedereingliederung“, „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ oder „Barrierefreiheit“ können auf den ersten Blick verwirren. In unserer Handlungsempfehlung zum Thema Wiedereingliederung haben wir für Sie alle wichtigen Begriffe erläutert und die gängigen Vorgehensweisen beschrieben. Zudem nennen wir Ihnen alle relevanten Ansprechpartner. So können Sie sich voll und ganz auf Ihre Mitarbeiterin oder Ihren Mitarbeiter konzentrieren und nicht auf die Suche nach relevanten Informationen.

Eine Erfolgsgeschichte für alle Beteiligten

Heizungen, Heizgeräte und Windkraftanlagen sind zukunftssichere Produkte. Die Zukunft seines Unternehmens möchte der Geschäftsführer der RO/SE Blechverarbeitung GmbH Josef Brunner ausdrücklich auch mit Teammitgliedern mit Behinderung gestalten. Ein privater Schicksalsschlag war der Anlass für den Unternehmer, seinen Betrieb für Menschen mit Behinderung zu öffnen. Zehn Jahre danach ist das Unternehmen barrierefrei. Der Anteil der Beschäftigten mit Behinderung ist auf 50 Prozent gestiegen. Der Qualität der Produkte hat das nicht geschadet. Die durch öffentliche Fördergelder finanzierten Maschinen können von Menschen mit und ohne Behinderung gleich gut bedient werden.

Das Engagement des Unternehmens hat sich herum gesprochen und wurde mehrfach ausgezeichnet. Nicht zuletzt deswegen empfehlen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Unternehmen an Freunde und Bekannte weiter. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

Neue Stelle geschaffen – mehr Überblick gewonnen

Das Schmieden von Stahl ist auf den ersten Blick kein Arbeitsplatz, an dem man einen Menschen mit einer starken körperlichen Einschränkung vermutet. Die berufliche Zukunft eines Betriebselektrikers von Dirostahl war daher nach einem schweren Betriebsunfall und mehreren Operationen über insgesamt drei Jahre erst einmal offen. Eine Ärztin der Berufsgenossenschaft schaffte dann Gewissheit: Der bisherige Beruf kann nicht mehr ausgeführt werden.

Für das Unternehmen war diese Nachricht aber kein Grund, seinen Mitarbeiter fallen zu lassen. Ganz im Gegenteil: Es wurde in eine neue Stelle in der Elektro-Werkstatt investiert. Hier kann Wolfgang Teller seine Kenntnisse nutzen, um alle turnusmäßigen Sicherheitsüberprüfungen der Elektrik im Werk zu koordinieren und dokumentieren. Dies ist bei einem Unternehmen mit hohem Maschineneinsatz eine sehr wichtige Aufgabe. Zusätzliches EDV-spezifisches Wissen erwarb er in spezifischen Weiterbildungen, welche die Berufsgenossenschaft finanzierte. Das Unternehmen ist sicher: Wenn Wolfgang Teller in Rente geht, wird die Stelle neu besetzt: Denn Fachwissen über die elektronischen Eigenschaften der Anlagen und deren Sicherheit ist auch in Zukunft unerlässlich. Wie das Unternehmen dabei vorging, können Sie in einem Interview mit dem Personalleiter und dem Mitarbeiter hier nachlesen.

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