Menschen mit Behinderung ausbilden

Gemeinsam eine Zukunft ohne Barrieren gestalten

Eine berufliche Ausbildung ist für beide Seiten immer ein kleines Abenteuer. Als Unternehmen setzen Sie alles daran, dass Ihre Auszubildenden die Ausbildung erfolgreich meistern und danach als Fachkräfte zur Verfügung stehen. Die Jugendlichen investieren viel Kraft und Mühe, um ihre Ausbildung zu schaffen und in eine berufliche Zukunft zu starten. Das ist bei jungen Menschen mit Behinderung nicht anders. Dennoch stellt die Ausbildung von Menschen mit Behinderung Sie als Unternehmen vor besondere Herausforderungen.  Mit geeigneten Unterstützungsangeboten und relativ wenig zusätzlichem Aufwand können Sie sicherstellen, dass am Ende der gleiche Erfolg steht.

Fachkräfte gewinnen und jungen Menschen mit Behinderung einen Weg in die berufliche Zukunft ebnen

Möchten Sie als Unternehmen gezielt Menschen mit Behinderung ausbilden, um

  • soziales Engagement zu zeigen,
  • besonders loyale Fachkräfte zu gewinnen oder
  • die Schwerbehindertenquote zu erfüllen,

dann können Sie die Ausbildung gezielt auf den einzelnen Menschen zuschneiden. Vieles ist möglich: Von der klassischen, dreieinhalbjährigen Ausbildung mit diversen Unterstützungsmöglichkeiten bis hin zur Ausbildung in zweijährigen, theoriereduzierten Fachpraktikerberufen. Hier werden die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung berücksichtigt.

Unterstützungsangebote nutzen

Es gibt zahlreiche Unterstützungsangebote für die Ausbildung von Menschen mit Behinderung. Sie reichen von der Ausstattung des Arbeitsplatzes, etwa Stehhilfen für Menschen mit einer Gehbehinderung, bis hin zu Ausbildungsmodellen wie der Assistierten Ausbildung, in der Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen Ihnen während der gesamten Ausbildung zur Seite stehen. Diese Unterstützung ist in der Regel kostenlos für Sie. Wir haben für Sie eine Übersicht zu den Unterstützungsangebote bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung zusammengestellt. Diese können Sie hier herunterladen. Weitere Informationen hierzu finden Sie zum Beispiel auf der Webseite Talentplus.

Praktika sind ein guter Weg für Unternehmen, die erst einmal in die Ausbildung eines Menschen mit Behinderung hineinschnuppern möchten. Sie können im Rahmen von Berufsvorbereitungsmaßnahmen oder im Rahmen von vollzeitschulischen Angeboten stattfinden.

Eine Studie zeigt: Erfahrung zahlt sich aus

Im Sommer 2015 befragte das KOFA Personalverantwortliche in 1.385 Unternehmen zu Ihren Erfahrungen in der Ausbildung von Menschen mit Behinderung. Knapp ein Viertel aller Unternehmen, die in den letzten fünf Jahren grundsätzlich ausgebildet haben, haben auch Menschen mit Behinderung ausgebildet. Was zeichnet diese Unternehmen aus?

  • In der Regel sind sie besonders sozial engagiert und bilden bewusst und aus Tradition aus.
  • Sie nutzen während der Ausbildung viele Unterstützungsangebote für Ihre Auszubildenden, zum Beispiel gezielte Nachhilfe.
  • Sie setzen auf die Kooperation mit externen Partnern, wie zum Beispiel den Berufsbildungswerken. Das sind außerbetriebliche Ausbildungseinrichtungen für die Erstausbildung und Berufsvorbereitung körperlich oder psychisch beeinträchtigter und benachteiligter junger Menschen.

Auf den ersten Blick ist eines besonders auffällig: Der Mittelstand ist weniger aktiv in der Ausbildung von Menschen mit Behinderung als große Unternehmen. Nähere Analysen zeigen allerdings: Wirklich ausschlaggebend für das Engagement, einen Menschen mit Behinderung auszubilden, ist die vorhandene Erfahrung. Wer bereits eine Teamkollegin oder einen Praktikanten mit Behinderung kennengelernt hat, der gibt auch einem jungen Menschen mit Behinderung eher eine Chance auf eine Ausbildung. Menschen mit Behinderung sind dann nicht mehr „unbekannte Wesen“, sondern Kolleginnen und Kollegen wie jede und jeder andere auch: Mit den ganz eigenen Stärken und Schwächen!

Wenn Sie die KOFA-Studie mit dem Schwerpunkt kleine und mittlere Unternehmen lesen möchten, können Sie hier auf unser Dokument zugreifen.

Die Praxis zeigt: Aller Anfang ist machbar

Die Maschinen des Kölner Unternehmens MBE Coal & Minerals Technology GmbH sind weltweit im Einsatz, um Kohle und Mineralien aus der Erde zu befördern. Ein Kopf hinter diesem Erfolg ist der junge Industriekaufmann Daniel Hoß. Daniel Hoß ist von Geburt an blind und war für das Unternehmen am Standort der erste Mitarbeiter mit speziellem Unterstützungsbedarf. Dieser Herausforderung sah das Unternehmen aber offen entgegen: Denn, wie der Personalleiter Frank Beckhäuser betont: „Wenn ich jemanden einstelle, habe ich einen Bedarf. Dann ist es egal, ob ich ihn mit behinderten oder nicht behinderten Menschen decke.“

Für die Ausbildung nutzte das Unternehmen eine geförderte und dadurch kostenneutrale behindertengerechte Ausstattung. So kann Herr Hoß zum Beispiel einen Screenreader nutzen, um sich einen Text am Computer vorlesen zu lassen. Eine enge Zusammenarbeit mit dem örtlichen Integrationsfachdienst erwies sich als Glücksfall. Und auch im betrieblichen Alltag pendelte sich die Zusammenarbeit schnell ein.

Erfahren Sie hier mehr über ein Unternehmen, das zum ersten Mal einen Menschen mit Behinderung ausgebildet hat und mit einer engagierten Fachkraft belohnt wurde.

Mehr zu diesem Thema auf KOFA.de:

Ausbildung von Menschen mit Behinderung

Die Inklusion von Menschen mit Behinderung in der dualen Ausbildung ist ein Erfolgsmodell. Wie gelingt sie auch in Ihrem Unternehmen? mehr

Menschen mit Behinderung

Sie suchen Fachkräfte? Nutzen Sie das Potential von Menschen mit Behinderung. Hier gibt’s Hinweise zur Rekrutierung von Menschen mit Behinderung. mehr

Wiedereingliederung

Wiedereingliederung nach Krankheit oder Unfall: Ein betriebliches Eingliederungsmanagement unterstützt Betroffene bei der Rückkehr ins Arbeitsleben. mehr

Chancen für Förderbedürftige

Über Schulkooperationen sucht die Albert Koch Maschinen- und Vorrichtungsbau GmbH den Kontakt zu möglichen Auszubildenden. Auch Jugendliche mit Förderbedarf spricht das Unternehmen an. mehr

Fachkräfte mit Behinderung rekrutieren

Die Reinert Kunststofftechnik GmbH & Co KG rekrutiert gezielt Menschen mit Behinderung. Die gemischten Teams fördern eine gute Arbeitsatmosphäre. mehr

Inklusiv und innovativ

Geschäftsführer Josef Brunner hat in behindertengerechte Arbeitsplätze investiert. Was er dafür bekommen hat? Engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ein gutes Betriebsklima und Innovation in der Produktion. mehr

Fachkräfteengpässe in Unternehmen 2/2014

KOFA-Studie Fachkräfteengpässe in Unternehmen 2/2014: Zahlreichen Unternehmen fällt es schwer, geeignete Auszubildende für ihre vakanten Stellen zu finden. mehr

Fachkräfteengpässe in Unternehmen 3/2015

KOFA-Studie Fachkräfteengpäss ein Unternehmen 3/2015: Der Ausbildungsmarkt für Engpassberufe. Erfahren Sie, wie der Ausbildungsmarkt in Ihrer Region und Ihren Ausbildungsberufen aussieht. mehr

Die Fachkräftereporter unterwegs auf der Jobstarter-Fachtagung in München

Die Reporter der Fachkräfte-Offensive berichten rund um das Thema Fachkräftesicherung. mehr

Welche Bedeutung hat die Hauptschule noch?

Interview mit Dr. Vera Demary, Ausbildungsexpertin im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. mehr

Ausbildungssituation in deutschen Unternehmen

Der Bedarf an Auszubildenden wächst – das sagen zwanzig Prozent der KMU. Hier finden Sie Daten und Fakten zum Thema. mehr

Inklusion von Menschen mit Behinderung in der dualen Berufsausbildung

Am 13. April fand die Auftaktveranstaltung des KOFA zum Thema Inklusion in der dualen Berufsausbildung in Berlin statt. Nach der Begrüßung durch BMWi-Staatssekretärin Iris Gleicke und die Behindertenbeauftragte des Bundes, Verena Bentele, wurden Ergebnisse erarbeitet. Aus diesen wurden konkrete Handlungsempfehlungen für KMU abgeleitet. mehr

Dezember 2015 - Menschen mit Behinderung ausbilden

Thema des Monats: Inklusion im Unternehmen: Ihre Fachkräfte von morgen können junge Menschen mit Behinderung sein. mehr

Feedback geben