Kontakt und Rekrutierung

Bei der Rekrutierung von Menschen mit Behinderung helfen Ihnen ein paar einfache Kniffe, damit die Suche nicht ins Leere läuft. Sprechen Sie zum Beispiel bei einer Schulkooperation nicht nur die allgemeinbildenden Regelschulen an, sondern auch Förderschulen für Menschen mit Behinderung. So bauen Sie frühzeitig Kontakt zu jungen Menschen mit Behinderung auf. Erwachsene Fachkräfte können Sie über eine Kooperation mit einem Weiterbildungsanbieter rekrutieren, beispielweise der örtlichen Kammer. Suchen Sie Ausbilderinnen für einen bestimmten Beruf? Dann bitten Sie den Dozenten der jeweiligen Ausbildereignungsprüfung darum, in der Klasse von Ihrem Jobangebot zu berichten.

Möchten Sie als Unternehmen gezielt auf Menschen mit Behinderung zugehen, um

  • alle Fachkräftepotenziale zu nutzen,
  • mehr Auswahl bei der Stellenbesetzung zu haben oder
  • auf Vielfalt im Unternehmen zu setzen,

dann stehen Ihnen viele Wege offen: Von der Stellenanzeige bis zur Schulkooperation!

Mit dem richtigen Kniff zur Fachkraft

Berufsförderwerke sind besondere Einrichtungen für die Qualifizierung von Menschen mit Behinderung. Hier werden erwachsene Menschen mit Behinderung aus- und weitergebildet sowie Umschulungen angeboten. Fragen Sie bei Ihrem örtlichen Berufsförderungswerk nach, ob auch für Ihr Unternehmen interessante Ausbildungsberufe oder Fortbildungen dabei sind.

Sie sollten wissen, dass sich Menschen mit Behinderung nicht automatisch bei jedem Arbeitgeber bewerben. Wenn sie sich nicht sicher sein können, dass sie die notwendige Unterstützung erhalten, sehen sie von einer Bewerbung eher ab. Dem können Sie entgegenwirken. Nutzen Sie Ihre Webseite als Kommunikationskanal, um über Ihr Engagement für Menschen mit Behinderung zu berichten. Sprechen Sie diese Zielgruppe in  Stellenanzeigen ausdrücklich an. Werden Sie in Ihrer Region sichtbarer, zum Beispiel indem Sie einen Sportverein für Menschen mit Behinderung sponsern und so als Arbeitgeber ein Zeichen setzen.

Eine Übersicht über mögliche Wege der Rekrutierung haben wir für Sie in der Grafik Kontaktwege zusammengestellt.

Die konkreten Schritte auf den dargestellten Rekrutierungswegen und Erläuterungen der wichtigsten Fachbegriffen finden Sie in unserer Handlungsempfehlung „Rekrutierung von Menschen mit Behinderung“.

Menschen mit Behinderung – das versteckte Fachkräftepotenzial

In einer alternden Gesellschaft wird es für Unternehmen zunehmend wichtiger, auf erfahrene Fachkräfte mit Behinderung zuzugehen. Das Potenzial ist vorhanden: 79 Prozent aller Menschen mit Behinderung hatten im Jahr 2009 einen beruflichen oder akademischen Abschluss.

Das Gleiche gilt auf der anderen Seite des Altersspektrums. Eine geringere Zahl von  Schulabgängern und eine hohe Studierneigung machen es mehr denn je nötig, alle Potenziale zu nutzen, um Ausbildungsplätze zu besetzen: Dazu gehören auch die knapp 50.000 Jugendlichen, die jedes Jahr eine Förderschule verlassen.

Erfahren Sie hier mehr darüber, wie groß die Potenziale von Menschen mit Behinderung für die Fachkräftesicherung sind.

Den ersten Schritt machen – weitere Schritte gemeinsam gehen

Jürgen Hahn von der Reinert Kunststofftechnik GmbH & Co KG nahm 2006 Kontakt zu der örtlichen Werkstatt für Menschen mit Behinderung auf. Was als Probelauf mit einem Außenarbeitsplatz für einen Menschen mit Behinderung begann, erwies sich schnell als Erfolg und Basis für mehr. Mittlerweile arbeiten bis zu zehn Menschen der örtlichen Behindertenwerkstatt im Unternehmen.

Auch die Albert Koch GmbH aus der Maschinenbaubranche hat Eigeninitiative gezeigt. Seit Jahren engagiert sich das Unternehmen in der Berufsorientierung in den Schulen vor Ort – und das mit Erfolg. Mehr als 90 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben eine Ausbildung im Unternehmen gemacht. Zu den beteiligten Schulen gehört auch eine Schule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung.

Erfahren Sie mehr unter:

Reinert Kunststofftechnik GmbH
Albert Koch Maschinen- und Vorrichtungsbau GmbH

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