Ausbildung von Flüchtlingen

Rechtlich nicht so kompliziert wie häufig befürchtet

Erfahrene Ausbilder wissen: Bei der Entscheidung für einen Auszubildenden kommt es auf viele Faktoren an. Zuverlässigkeit, Motivation und Talent für den jeweiligen Beruf sowie eigenverantwortliches Handeln sind gefragt. Geflüchtete bringen hierfür in der Regel gute Voraussetzungen mit. Sie sind sehr motiviert sich in Deutschland eine berufliche Zukunft aufzubauen. In Zeiten kleiner werdender Geburtenjahrgänge und unbesetzter Ausbildungsstellen sind Flüchtlinge daher für kleine und mittlere Unternehmen eine interessante Zielgruppe.

Aufenthaltsstatus entscheidet über möglichen Ausbildungsbeginn

Neben der persönlichen und fachlichen Eignung für eine Ausbildung sollten Sie bei Flüchtlingen auf deren Aufenthaltsstatus achten. Denn dieser ist wesentlich dafür, ob und zu welchem Zeitpunkt die Person eine Ausbildung aufnehmen darf. Anerkannte FlüchtlingeAnerkannte FlüchtlingeDies sind Geflüchtete, deren Asylantrag positiv beschieden wurde. Damit sind sie im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis. Hierzu gehört nicht der kleine Kreis an Personen mit nationalem Abschiebungsverbot, der zwar eine Aufenthaltserlaubnis besitzt, jedoch weiteren Sonderregelungen unterliegt. können mit Zustimmung der lokalen AusländerbehördeZustimmung der lokalen AusländerbehördeEine Erlaubnis durch die lokale Ausländerbehörde ist in der Regel vor Aufnahme einer Beschäftigung erforderlich. Die Erteilung einer Arbeitserlaubnis ist immer eine Ermessensentscheidung der zuständigen Ausländerbehörde im Rahmen der geltenden rechtlichen Regelungen. ohne Einschränkungen in eine Ausbildung starten. Menschen, die sich noch im Asylverfahren befinden, dürfen unter Umständen (noch) keine duale Berufsausbildung beginnen. Informieren Sie sich daher unbedingt über den Stand des Asylverfahrens. In einer Übersicht haben wir für Sie die unterschiedlichen Varianten erläutert. Sie enthält außerdem eine Erklärung der wichtigsten Begriffe.

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Gleiche Möglichkeiten für Auszubildende mit und ohne Flüchtlingshintergrund

Auszubildende mit und ohne Flüchtlingshintergrund haben viele Gemeinsamkeiten. Beide können grundsätzlich in allen anerkannten dualen Ausbildungsberufen ausgebildet werden. Der Besuch der Berufsschule hängt für alle Auszubildende je nach Bundesland vom Alter und den bereits absolvierten Schuljahren ab. Eine Übersicht zu den rechtlichen Regelungen der einzelnen Bundesländer finden Sie hier.

Sie können Auszubildende – egal ob geflüchtet oder nicht – mit den gleichen Instrumenten fördern. Hierzu gehören zum Beispiel strukturierte Einführungstage, ein fester Ansprechpartner im Betrieb oder die schrittweise Übernahme von Verantwortung. Doch es gibt auch Maßnahmen, von denen Flüchtlinge in der Ausbildung in besonderem Maße profitieren können – hierzu zählen sicherlich Sprachkurse oder Maßnahmen zur Integration im Betrieb. Es existieren zahlreiche öffentliche Fördermaßnahmen, die Ihnen der Staat und die Bundesagentur für Arbeit bereitstellen. Eine Übersicht über die relevanten Förderungen bietet Ihnen die KOFA-Maßnahmenkette.

In der Regel sind die Fördermaßnahmen für Sie kostenlos. Einen Einblick in die wichtigsten Unterstützungsmaßnahmen erhalten Sie in der Handlungsempfehlung Öffentliche Fördermaßnahmen in der Ausbildung.

Erfahren Sie in unserer Handlungsempfehlung Ausbildung von Flüchtlingen, wie Sie Flüchtlinge Schritt für Schritt in Ihr Unternehmen integrieren können.

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