Führung 4.0

Digitalisierung ist Chefsache

Die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen ist im digitalen Wandel stark abhängig von Personalentwicklung und vertrauensbasierter Führung, bei der soziale Kompetenzen und die Bereitschaft zum Dialog eine bedeutsame Rolle einnehmen.

Führung schafft Vertrauen durch Transparenz

Die Digitalisierung verlangt eine zukunftsfeste Führung. Denn Veränderungen verunsichern viele Mit-arbeiterinnen und Mitarbeitern. Vielleicht haben Sie schon bei Ihrer eigenen Belegschaft festgestellt, dass besonders das Thema Digitalisierung irritiert. Ein Grund hierfür ist die mediale Aufmerksamkeit für die sich ändernde Arbeitswelt. Damit verbunden eine gefühlte Arbeitsplatzunsicherheit und grund-sätzlich die Unsicherheit, wo und wie sich Digitalisierung im eigenen Unternehmen überhaupt be-merkbar macht.

Ihre Führungskräfte brauchen Informationen über die langfristige Unternehmensstrategie, um die Sorgen der Beschäftigten auffangen zu können. Haben Sie in Ihrem Unternehmen eine Digitalisierungsstrategie entwickelt, sollte diese für die Belegschaft verständlich und zugänglich sein. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter als Experten an Prozessen der Strategieentwicklung teilhaben. Sprechen Sie mit Ihrer Belegschaft darüber, welche Veränderungen auf Ihr Unternehmen zukommen. Und darüber, was dies für die Anforderungen an den einzelnen Arbeitsplatz bedeutet. Ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter ihre Fragen zu stellen und ggf. Sorgen mitzuteilen. So schaffen Sie Verständigung und Verständnis für die getroffenen Entscheidungen.

Was genau heißt Führung 4.0?

Im Rahmen von Führung 4.0 nimmt vor allem die Gestaltung von werteorientierten Beziehungen zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine bedeutsame Rolle ein. Denn: In der zukünftigen Arbeitswelt braucht es viel mehr als materielle Anreize, Prozessgestaltung und Strukturen: Autonomie in Form von Entscheidungsfreiräumen, Eigenverantwortung und eine flexible Gestaltung von Arbeitszeit und Arbeitsort sind für Motivation und persönliches Engagement der Beschäftigten zunehmend entscheidend.
Klassische hierarchische Strukturen werden somit aufgebrochen. Damit Innovation – als ein wichtiger Nutzenaspekt der Digitalisierung – gut gedeihen kann,  braucht es  ein großes Maß an Angstfreiheit und Fehlerfreundlichkeit. Diese und auch alle weiteren Ausdrucks-formen von Führung 4.0 erfordern daher vor allem vertrauensbasierte Beziehungen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter.

Wie können Sie Führung 4.0 in Ihrem Unternehmen gestalten?

Commitment der obersten Führungsebene

Es bedarf seitens der Geschäftsführung nicht nur der Zustimmung, sondern vor allem der Überzeugung, dass Führung 4.0 maßgeblich zur Motivation, Produktivität und somit zum zukünftigen Erfolg des Unternehmens beiträgt. Das sollte sich daran zeigen, dass Führungsziele im Dialog mit der Belegschaft entwickelt werden, in die Strategie- und Zielplanung des Unternehmens eingebunden sind und dementsprechend die Führungskräfteentwicklung auf die Ziele systematisch ausgerichtet ist. Wie das in der Praxis funktioniert, können Sie zum Beispiel im Praxisbeispiel über die Firma MaibornWolff nachlesen.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass Führung nicht – wie in so vielen Unternehmen – nebenher passieren kann und sollte. Insbesondere Führung 4.0 braucht Zeit, vor allem für die Reflektion von eigenem Verhalten. Dieser Zeitfaktor sollte daher in der Planung des Tagesgeschäfts von Führungskräften Berücksichtigung finden.

Tipp

Lesen Sie auch unser Experteninterview mit Armin Trost, Professor für Personalmanagement sowie unsere Handlungsempfehlung Personalführung.

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