Digitale Medien in der betrieblichen Weiterbildung

Digitale Medien in Form von E-Learning-Angeboten können eine spannende Ergänzung Ihrer betrieblichen Weiterbildungsaktivitäten sein. In der KOFA-Handlungsempfehlung „Betriebliche Weiterbildung“ erfahren Sie unter anderem, wie Sie Ihren eigenen Weiterbildungsbedarf ermitteln und geeignete Weiterbildungsmaßnahmen auswählen können. In diesem Themen-Dossier finden Sie insbesondere Hintergrundwissen zu digitalen Medien in der betrieblichen Weiterbildung. So können Sie überprüfen, ob diese für Ihr Unternehmen und Ihre Situation passend sind.

Bedeutung digitaler Medien für die betriebliche Weiterbildung

Neben traditionellen Lernformaten, wie schriftlichen Unterlagen, Handouts oder Fachbüchern, gewinnen insbesondere digitale Lernmedien in den kommenden Jahren an Bedeutung.

Folgende digitale Lernformate sind im Kontext der digitalen Aus- und Weiterbildung derzeit sowie zukünftig am wichtigsten:

  • Fachspezifische Software
  • Informationsangebote im Internet
  • Lernprogramme
  • Videos
  • Lernplattformen

Unter den nicht-digitalen Formaten werden unter anderem der Präsenzunterricht oder Vorträge im Betrieb sowie die reale Gruppenarbeit genannt. Der soziale Aspekt und der Austausch innerhalb der Lerngruppe sollte also auch zukünftig eine wichtige Rolle in der betrieblichen Weiterbildung spielen.

Digitalisierung bringt auch E-Learning in den Aufwind

Die zunehmende Wichtigkeit digitaler Medien für die betriebliche Weiterbildung hängt eng mit dem voranschreitenden digitalen Wandel zusammen. Zum einen können digitale Medien (neben oder in Kombination mit „klassischen“ Weiterbildungsangeboten) einen Beitrag dazu leisten, die nötigen Kompetenzen für das Arbeiten in der digitalen Welt in Ihrem Unternehmen langfristig aufzubauen und zu binden. Zum anderen erscheinen die Potentiale des Lernens mit digitalen Medien als geeignete Antwort auf die Anforderungen der zunehmenden Digitalisierung.

Digitalisierung geht einher mit einer rasanten technischen Entwicklung. Dieses technisch und wirtschaftlich sehr dynamische Umfeld erfordert oftmals eine besonders zeitnahe und passgenaue Vermittlung benötigter Qualifikationen. Das Lernen mit digitalen Medien, die für viele Themen frei im Netz recherchiert oder mit überschaubarem Aufwand selbst produziert werden können, leistet einen wichtigen Beitrag hierzu. Insgesamt rückt das Lernen näher an den Arbeitsplatz, beziehungsweise es wird in den Arbeitsprozess integriert. Dies wird auch durch die hohe Verbreitung von (tragbaren) internetfähigen Endgeräten begünstigt. Aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass hoch digitalisierte Unternehmen insgesamt mehrere unterschiedliche Weiterbildungsformen anbieten. Besonders das informelle Lernen spielt bei hoch digitalisierten Unternehmen eine größere Rolle:

Informelles Lernen mit digitalen Medien

Informelles Lernen am Arbeitsplatz lässt sich gut in die eigenen Arbeitsprozesse integrieren. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erlernen beispielsweise informell und selbstgesteuert mit Hilfe von Youtube-Videos (etwa Tutorials der Software-Anbieter oder anderer Nutzer) Lösungen für Probleme, die sich in der Anwendung von Standardsoftware ergeben haben. Oder sie setzen sich mit Inhalten auseinander, die vorab recherchiert oder zu bestimmten Zwecken der betrieblichen Weiterbildung in Ihrem Unternehmen erstellt wurden.

Die Gestaltung dieser Angebote und Lernanlässe haben Sie selbst in der Hand. Neue Lernformate, selbstgesteuertes Lernen mit digitalen Medien und eine Unternehmenskultur, in der relevantes Wissen in der Belegschaft aufgebaut, geteilt und bewahrt wird (im Sinne eines Wissensmanagements, siehe Handlungsempfehlung Wissens- und Erfahrungstransfer) können Sie in Ihrem Unternehmen als großen Vorteil in der Mitgestaltung des digitalen Wandels nutzbar machen.

Die Einsatzmöglichkeiten von digitalen Lernformaten erstrecken sich über alle Hierarchieebenen und betrieblichen Funktionsbereiche, zum Beispiel:

  • Mediengestützte Einführung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (multimediale Umsetzung der Vision/Mission des Unternehmens, Wissenswertes zum Einstieg), zum Beispiel über selbst aufgenommene Videos
  • Einrichtung eines Unternehmens-Wikis (alle Mitarbeiter haben die Möglichkeit, ihr Wissen zu teilen und von Erfahrungen anderer zu lernen)
  • Unterstützung des Vertriebs durch online abrufbare Produktinformationen
  • Unterstützung von Montage- und Kundendienst-Mitarbeitern durch online abrufbare Wartungspläne, Maschinendaten und ähnliches (vom PDF bis zur „Augmented Reality / Virtual Reality“ denkbar)
  • Blended Learning in Kommunikations- und Konfliktschulungen (Lernvideos online abrufen und Vertiefung und Diskussion im Präsenzseminar vertiefen und diskutieren)
  • und Vieles mehr...

Voraussetzungen hierzu sind jeweils die Schaffung einer lernförderlichen Umgebung sowie die technischen Grundlagen und ein geeignetes didaktisches Konzept. Da es im E-Learning-Bereich im Vergleich zu einer klassischen Schulung weniger Möglichkeiten für ein direktes persönliches Feedback seitens der Teilnehmenden gibt, kommt der Planungsphase eine besondere Bedeutung zu.

Nutzen Sie die Inhalte im Dossier Digitale Bildung und beginnen Sie jetzt mit der Gestaltung Ihres Konzepts.

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