Thema des Monats: Digitale Bildung

Was versteht man eigentlich unter dem Schlagwort „Digitale Bildung“?

Der Megatrend Digitalisierung erschließt zunehmend sämtliche Bereiche unseres Lebens. Dies umfasst sowohl das private wie auch das berufliche Umfeld und hat Auswirkungen auf die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren, miteinander arbeiten, unsere Freizeit gestalten, einkaufen, Freunde und Partner finden. Nicht zuletzt beeinflusst die Digitalisierung damit auch die Art und die Inhalte dessen, was wir lernen.

Vermutlich sind Ihnen bereits einige der häufig mit „4.0“ gekennzeichneten Begriffe begegnet, die im Kontext der Digitalisierung fast schon inflationär gebraucht werden, wie beispielsweise Industrie 4.0, Arbeit 4.0, KMU 4.0 sowie die Aus-, Fort- und Weiterbildung 4.0. Was sich hinter den verschiedenen Begriffen verbirgt, finden Sie in unserem KOFA-Dossier zum Thema Digitalisierung. Allen der genannten Schlagworte gemein ist, dass sie bestimmte Anforderungen an Personen und Unternehmen stellen. Mit digitaler Bildung können Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  auf ein zunehmend von Digitalisierung geprägtes Umfeld vorbereiten.

„Digitale Bildung“ lässt sich auf zwei unterschiedliche Arten interpretieren. Zum einen geht es um die inhaltliche Qualifizierung des Personals innerhalb Ihres Unternehmens. Wie können Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglichst gut auf eine digitalisierte Arbeitswelt vorbereiten? Welche digitalen Kompetenzen werden zukünftig noch wichtiger werden? Die Beantwortung dieser Fragen hilft Ihnen dabei, auch in Zukunft optimal auf zusätzliche Chancen und Risiken reagieren zu können. Hierzu gehören beispielsweise neue, digitale Vertriebswege, geändertes Kundenverhalten, neue Konkurrenzsituationen und ähnliches mehr.

Zum anderen geht es um die Digitalisierung des betrieblichen Lernens an sich und die Potentiale, die sich durch Lernen mit digitalen Medien („E-Learning“) für Ihr Personalwesen ergeben.

Anforderungen der Digitalisierung an die betriebliche Aus- und Weiterbildung

Doch wie können Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „fit machen“ für ein zunehmend digitalisiertes Arbeitsumfeld? Welcher Kompetenzbedarf ergibt sich für Ihr Unternehmen? Sicher gibt es in Ihrem Betrieb verschiedene Abteilungen und Positionen, in denen der Umgang mit digitalen Arbeitsgeräten, Personal Computern und Webtechnologien beispielsweise in der Kommunikation mit Ihren Kunden bereits zum Alltag gehören. In vielen Fällen geschieht die Weiterbildung der Mitarbeiter anlassbezogen am Arbeitsplatz. Das heißt, sie wird im konkreten Bedarfsfall auf eine bestimmte Anwendungssituation zugeschnitten.

Dennoch sollten Sie den Aufbau der benötigten Kompetenzen nicht dem Zufall überlassen, sondern strategisch planen. Neben der Vermittlung des benötigten Fachwissens oder des IT-Anwendungswissens wird dabei immer wichtiger, dass Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür sensibilisiert sind, Chancen und Risiken aus einem im Wandel befindlichen Umfeld zu erkennen. Um Ihr Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich am Markt zu positionieren, benötigen Ihre Mitarbeiter die Fähigkeit, auf die „digital transformation“ angemessen zu reagieren und diesen Prozess mit zu gestalten. Gerade „Soft Skills“, wie hohe Kooperationsfähigkeit und Kommunikationsstärke, sind im Zeichen der Digitalisierung sehr wichtige Aspekte. Eine KOFA-Studie zum Thema „Qualifikationsbedarf und Qualifizierung - Anforderungen im Zeichen der Digitalisierung“ liefert Ihnen einen tieferen Einblick in die Einschätzung aktuell und zukünftig stark benötigter Kompetenzen seitens der befragten Unternehmen. Die KOFA-Handlungsempfehlung „Betriebliche Weiterbildung“ gibt Ihnen konkrete Hinweise dazu, wie Sie den Weiterbildungsbedarf in Ihrem Unternehmen ermitteln und konkrete Maßnahmen planen können.

E-Learning: Lernen mit digitalen Medien im Betrieb

Wie eingangs erwähnt, umfasst digitale Bildung nicht nur Lerninhalte, sondern auch die Art und Weise, wie Lernprozesse im Unternehmen gestaltet werden können. E-Learning kommt dabei eine große Rolle zu. Es bedeutet, dass insbesondere digitale Medien eine Rolle für die betriebliche Aus- und Weiterbildung spielen. Die Bandbreite möglicher digitaler Medien ist sehr groß.

Beispiele für digitale Lernmedien sind

  • digitalisierte Schulungsunterlagen oder Fachliteratur (bspw. PDF oder E-Books)
  • Videotrainings (selbst erstellt oder über externe Anbieter bezogen)
  • virtuelle Klassenräume und Videokonferenzen
  • Webbasierte Programme zum selbstgesteuerten Lernen
  • Frei verfügbare Online-Kurse (sogenannte MOOCs, Massive Open Online Courses)
  • u.v.m.

Eine aktuelle Studie des BIBB zeigt die Einschätzung der befragten Unternehmen,  dass fachspezifische Software, Informationsangebote im Internet und Web- bzw. Computerbasierte Lernprogramme aktuell die wichtigsten digitalen Formate bilden. Der Studie zufolge gewinnen sie auch in den kommenden drei Jahren weiter an Bedeutung.

Für Ihr Unternehmen bieten sich verschiedene Vorteile aus der Nutzung von E-Learning Konzepten:

  • Digitalisierte Schulungsunterlagen: Insbesondere, wenn Ihre Mitarbeiter verteilt über viele unterschiedliche Standorte oder beim Kunden vor Ort eingesetzt werden, profitieren Sie von der Möglichkeit, Schulungsunterlagen und sonstige Informationen elektronisch zur Verfügung zu stellen. Alle Unterlagen sind „up to date“ und unmittelbar nach dem Hochladen für alle berechtigten Personen einsehbar. Zudem entfallen die Kosten für den Druck und Versand von Schulungsunterlagen.
  • Videos, Animationen oder Simulationen: Digitale Medien ermöglichen Ihnen, betriebliche oder technische Abläufe besser zu veranschaulichen, als dies mit reinen Textbeschreibungen oder Abbildungen möglich wäre. Die Funktionsweise von automatisierten Fertigungssystemen ist bspw. schwierig zu veranschaulichen, wenn die Vorgänge sehr schnell ablaufen bzw. im Inneren der Maschine verdeckt sind. Eine Animation oder eine Videoaufnahme in Zeitlupe könnten hier Abhilfe schaffen. Zudem ergeben sich in diesem Beispiel Vorteile, weil der Betrieb einer Maschine für Schulungszwecke nicht unterbrochen werden muss.
  • Lernplattformen: Über Lernplattformen können viele Teilnehmer unabhängig von Zeit und Ort an Weiterbildungsthemen arbeiten und sich online austauschen. Videokonferenzen, virtuelle Klassenräume und Webinare bieten Ihnen die Möglichkeit Inhalte zu vermitteln und Rückmeldung von den Lernenden einzuholen, ohne, dass diese ihren Arbeitsplatz verlassen müssten. Dies spart nicht zuletzt die anfallenden Reisekosten.

Der Einstieg in die Nutzung digitaler Medien in Ihrem Unternehmen ist hierbei ohne horrenden Einsatz von Ressourcen möglich. Eine Vielzahl von Inhalten ist frei im Internet verfügbar. Sie können Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch entsprechende Hinweise dazu motivieren, diese Inhalte zu nutzen und Sie bei der Auswahl unterstützen. Selbst mit niedrigem Ressourcenaufwand und handelsüblichen Geräten (bspw. Digitalkameras, Smartphones, Audiorecorder) lassen sich attraktive, individuelle Inhalte für Ihr Unternehmen selber produzieren und über das Netz an Ihre Lernenden verteilen.

Im Vordergrund sollte hier jeweils die Erreichung der von Ihnen definierten Weiterbildungsziele stehen, damit der Einsatz von digitalen Medien nicht zum Selbstzweck wird. Auch eine Kombination mit eher „traditionellen“ Weiterbildungsformaten ist denkbar und in vielen Fällen sehr sinnvoll. Bei diesem sogenannten „Blended Learning“ wird die Nutzung digitaler Medien systematisch mit Präsenz-Seminaren verknüpft, um beispielsweise erweiterte Möglichkeiten zur Vor- und Nachbereitung der einzelnen Veranstaltungen zu ermöglichen.

Im KOFA-Dossier finden Sie weitere Informationen rund um das Thema Digitalisierung.

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