Oktober 2014 - Thema des Monats: Integration und qualifizierte Zuwanderung

Immer mehr Menschen zieht es nach Deutschland

Der Wirtschaftsstandort Deutschland ist hochattraktiv. Immer mehr Menschen möchten hier leben und arbeiten. Ein Trend, der vor wenigen Jahren nicht absehbar war. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes wanderten 2008 und 2009 noch mehr Personen aus Deutschland aus, als ein. Ab dem Jahr 2010 kehrte sich die Situation um. Und in 2013 zogen knapp 430.000 Personen mehr nach Deutschland, als auswanderten. 

Zuwanderer als Chance für Unternehmen

Viele der Zuwanderer sind gut qualifiziert oder durchlaufen gerade ihre Ausbildung in Deutschland. Auch die Zahl ausländischer Studentinnen und Studenten in Deutschland steigt seit Jahren. Die Studierenden qualifizieren sich mit Studiengängen im Ingenieurbereich und den Naturwissenschaften oft für Berufe, in denen Fachkräfte knapp sind. Hiervon kann Ihr Unternehmen stark profitieren. Gelingt es Ihnen, die Studierenden nach ihrem Abschluss in Deutschland zu halten, stellen sie einen wichtigen Baustein zur Sicherung Ihres Fachkräftebedarfes dar. Nebenbei haben Zuwanderer beim Verlassen ihres Heimatlandes bereits ein hohes Maß an Eigenständigkeit, Selbstvertrauen und Zielstrebigkeit bewiesen. Dies sind Stärken, die im beruflichen Alltag sehr wertvoll sind. Auch bereichern unterschiedliche kulturelle Erfahrungen Ihr Unternehmen: So kann der andere Blickwinkel von Zugewanderten einer drohenden Betriebsblindheit vorbeugen.
Große Unternehmen im Vorteil, KMU erhalten Unterstützung

Knapp zwei von drei Unternehmen ab 5.000 Beschäftigten gaben im BMWi-Qualifizierungsmonitor - einer repräsentativen Unternehmensbefragung - an, eventuell oder definitiv Fachkräfte aus dem Ausland rekrutieren zu wollen. Bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ist die Bereitschaft deutlich geringer. Das ist wenig verwunderlich. Schließlich müssen viele Informationen eingeholt und Kontakte aufgebaut werden sowie rechtliche Rahmenbedingungen bekannt sein. Daraus resultieren Kosten, die viele KMU scheuen, da ihre Ressourcen knapper bemessen sind, als bei größeren Unternehmen.

Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KoFa) unterstützt KMU, die das Potenzial ausländischer Fachkräfte nutzen wollen. In den Informationsboxen am linken Bildrand finden Sie konkrete Handlungsempfehlungen und Beispiele aus der Unternehmenspraxis. Wenn Sie zum Beispiel überlegen, eine Fachkraft aus dem Ausland anzuwerben, sollten Sie in unsere Handlungsempfehlung „Rekrutierung aus dem Ausland“ nachlesen, was bedacht werden muss. Eventuell möchten Sie auch internationale Studierende an deutschen Hochschulen für sich gewinnen oder europäische Jugendliche ausbilden? Auch zu diesen Themen bietet das KoFa Handreichungen mit praxisnahen Tipps, Ansprechpartnern und weiterführenden Informationen.
Wer profitiert, hat auch Pflichten

Haben Sie eine oder mehrere Fachkräfte aus dem Ausland rekrutiert, ist Ihre Arbeit noch nicht vollbracht. Ihre Aufgabe ist es nun, die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen zu integrieren. Mit Checklisten und einem Fundus von Maßnahmen hilft Ihnen die Handlungsempfehlung „Willkommenskultur“ dabei, alle Voraussetzungen zu schaffen, damit sich Ihre neuen Beschäftigten schnell einleben und mit Ihrer Firma identifizieren. Eine gelebte Willkommenskultur präsentiert Sie zudem als offenes Unternehmen und macht es Ihnen zukünftig leichter, neues Personal anzuwerben.

Ihre Unterstützung sollte nicht am Werkstor enden, sondern sich auch auf den privaten Bereich ausdehnen. Stellen Sie beispielsweise Kontakte zu örtlichen Vereinen her, helfen Sie bei der Wohnungssuche oder bieten Sie Unterstützung bei bürokratischen Prozessen an. Dankbarkeit dürfte Ihnen gewiss sein und nebenbei die Motivation der Neuankömmlinge steigen.

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