Mai 2014 - Thema des Monats: Die Ausbildungsbasis verbreitern

Lassen Sie ausbildungsinteressierte Jugendliche zeigen, was in ihnen steckt

Die Schulabgänger-Jahrgänge werden kleiner, immer öfter bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt, weil Unternehmen keine passenden Bewerbungen erhalten. Andererseits finden an einer Ausbildung interessierte Jugendliche u.U. keinen Ausbildungsplatz in Unternehmen, weil sie im Bewerbungsprozess noch nicht überzeugen konnten. Hier können berufsvorbereitende Maßnahmen eine Brücke bauen. Auch sind manche Jugendliche unsicher, welcher Weg für sie der richtige ist und brauchen mehr Orientierung für die Berufswahl. Oder Jugendliche streben zuerst eine akademische Laufbahn an und erkennen dann, dass sie eher praktisch begabt sind. Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher steht dann eine duale Berufsausbildung offen. Diesen Jugendlichen helfen Angebote zur Berufsorientierung, eine Möglichkeit, bei der sich viele Unternehmen bereits engagieren.

Offen für jeden Ausbildungswilligen

Beziehen Sie alle Möglichkeiten ein, wenn Sie nach Auszubildenden suchen. So  können Sie Ihre Rekrutierungsbasis deutlich verbreitern. Zeigen Sie sich offen für das, was die jungen Menschen tatsächlich können. Zeugnisnoten  geben praktische Begabungen nicht umfassend wieder. Lassen Sie die Interessenten zeigen, was in ihnen steckt.Angefangen von Aktionen wie dem Girl’s- oder Boy’s-Day, über kurze Schülerpraktika und Schnuppertage im Betrieb bis hin zu Langzeitpraktika wie bei einer Einstiegsqualifizierung stehen Ihnen viele Möglichkeiten offen, potenzielle Auszubildende kennen zu lernen. Gleichgültig woher jemand kommt, welche Muttersprache sie oder er spricht, ob jemand erst auf Umwegen zum Schulabschluss kam oder ob die Jugendlichen durch eine Behinderung eine Benachteiligung mitbringen: Sie sollten jeder und jedem Interessierten eine Chance geben, sich zu beweisen.  Es können auch unter denjenigen, die Ihnen zunächst weniger geeignet erscheinen, ausgesprochen motivierte, leistungs- und lernfähige junge Menschen sein.

Beispielsweise mündet eine Einstiegsqualifizierung in 60 bis 80 Prozent der Fälle in eine reguläre duale Ausbildung in dem entsprechenden Beruf. Während der Maßnahme verbringt die oder der Jugendliche die meiste Zeit im Betrieb. Für Sie als Arbeitgeber hat dieser „sanfte“ Einstieg zwei Vorteile: Sie müssen sich nicht sofort für die gesamte Ausbildungsdauer festlegen, sondern können erst testen, ob die oder der Jugendliche passt. Gleichzeitig kann das, was sie oder er während der Einstiegsqualifizierung gelernt hat, auf die Ausbildung angerechnet werden. Bei Erfolg können Sie den oder die Jugendliche häufig direkt ins zweite Ausbildungsjahr übernehmen. Je nach individuellen Voraussetzungen des Jugendlichen können sie zusätzliche Unterstützung erhalten, damit die Übernahme in die Ausbildung tatsächlich erfolgreich ist.

An den Ausbildungsberuf heranführen

Mancher Jugendliche ist nach dem Ende der Schulzeit – aus welchem Grund auch immer – noch nicht bereit für eine Ausbildung. Auch für diese Jugendlichen gibt es Möglichkeiten, die Ausbildungsreife zu erlangen, entweder durch stärker schulische Maßnahmen, stärker betrieblich orientierte Maßnahmen oder eine Mischform aus Schule und Betrieb. Die wichtigsten sind neben der eher betrieblichen Einstiegsqualifizierung sind:

  • Berufsgrundbildungsjahr: Das Berufsgrundbildungsjahr wird in den Bundesländern unterschiedlich gestaltet. Teilweise liegt der Schwerpunkt auf der Berufsschule. Das Berufsgrundbildungsjahr wird auch in Kooperation mit Unternehmen in dualer Form angeboten. Dann sind die Jugendlichen drei Tage in der Woche im Betrieb, sonst in der Berufsschule.
  • Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit: Verschiedene Varianten zielen darauf ab, die Jugendlichen wenn nicht in eine Ausbildung, so doch wenigstens in eine sozialversicherungspflichtige betriebliche Beschäftigung zu bringen. Die Regel sind Mischformen zwischen einem Praktikum in Betrieb und weiteren Maßnahmen bei einem Bildungsträger. Da sie während dieser Fördermaßnahme sehr intensiv betreut werden und auf den individuellen Bedarf des Unternehmens große Rücksicht genommen wird, kann dies auch ein interessanter Einstieg für eine passgenaue Qualifizierung sein. Oft besteht für die Unternehmen während der Maßnahme keine Pflicht, eine Vergütung zu zahlen.

„Wunschkandidaten“ auf den zweiten Blick

Die einzelnen Maßnahmen zur Berufsvorbereitung und die verschiedenen Varianten finden Sie in der gleichnamigen Handlungsempfehlung. Entscheiden Sie sich, solche Maßnahmen anzubieten, sind die Agentur für Arbeit, Jobcenter oder die Kammern, Bildungsträger oder Berufsschulen Ihre Partner, die Sie auch gern beraten und unterstützen. Bei den Jugendlichen, die diese Chance für einen Berufseinstieg erhalten, erhöht sich die Loyalität gegenüber Ihnen als Arbeitgeber. Aber auch in Ihre Belegschaft senden Sie ein Signal: Hier bekommt jeder die Chance, zu beweisen, was in ihm oder ihr steckt.

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