Thema des Monats: Inklusiv ausbilden

18 Mal Gold haben unsere Athletinnen und Athleten in Rio de Janeiro bei den paralympischen Spielen geholt. Aber nicht nur beim Weitsprung, Kugelstoßen oder Radfahren sind junge Menschen mit Behinderung (MmB) erfolgreich. Auch als Auszubildende können junge Menschen mit Behinderung Ihr Unternehmen auf das Siegertreppchen bringen.

Es kommt auf jedes Talent an!

Ein Viertel aller ausbildungsaktiven Unternehmen hat junge Menschen mit Behinderung schon als Zielgruppe für die eigene Ausbildung erkannt. Dabei ist grundsätzlich dank Eingliederungshilfen und gezielter Unterstützung eine Ausbildung in allen Ausbildungsberufen möglich. Und das ist auch wichtig, denn in Zeiten, in denen es immer schwieriger wird vorhandene Ausbildungsplätze zu besetzen, kommt es auf jedes Talent an! In vielen Unternehmen starten demnächst die Vorbereitungen für das nächste Ausbildungsjahr, warum nicht auch einmal gezielt junge Menschen mit Behinderung ansprechen?

Besondere Bedürfnisse Einzelner schärfen den Blick für alle Beschäftigten

Ihr Unternehmen kann auf mehrere Weise durch eine Ausbildung von Menschen mit Behinderung profitieren. Nicht nur durch eine größere Auswahl bei der Besetzung Ihrer Ausbildungsplätze, auch unterstützt die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung Ihr positives Unternehmensbild, in dem Sie soziales Engagement und Verantwortung zeigen. Durch die Beschäftigung mit besonderen Bedürfnissen der Auszubildenden schärfen Sie zudem Ihren Blick auf die individuellen Bedürfnisse all Ihrer Mitarbeiter: Von Maßnahmen wie ergonomische Arbeitsplätze oder einem betrieblichen Eingliederungsmanagement   profitieren alle ihrer Mitarbeiter. Und einen kleinen finanziellen Vorteil haben Sie auch noch, denn mit jeder Einstellung von Menschen mit Behinderung sinkt Ihre zu errichtende Ausgleichsabgabe   - und dies für Auszubildende sogar doppelt.

Nehmen Sie Kontakt mit der Zielgruppe auf

Um junge Talente mit Behinderung als Teil Ihres Teams zu gewinnen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Die folgende Grafik gibt Ihnen einen Überblick:

Genau wie bei der Besetzung von anderen Ausbildungsstellen, sind Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtige Ansprechpartner, um geeignete Teammitglieder zu finden. Diese treiben vielleicht  bereits mit Menschen mit Behinderung Sport im Verein oder haben über Verwandte oder Freunde Kontakt zu jungen Menschen mit Behinderung.

Auch an den örtlichen Schulen finden sich viele ausbildungsinteressierte Menschen mit Behinderung. Das sind nicht nur Bildungseinrichtungen speziell für Menschen mit Behinderung wie Förderschulen und Berufsbildungswerke, sondern können auch das Gymnasium oder die Realschule nebenan sein. Denn viele junge Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung lernen bereits heute zusammen an Regelschulen. Inklusion wird hier mittlerweile gelebt.

Kommunizieren Sie Ihr Engagement

Zudem sollten Sie Menschen mit Behinderung auf Ihrer Unternehmenshomepage direkt ansprechen und Ihre positiven Erfahrungen in der Ausbildung mit jungen Menschen mit Behinderung nach außen kommunizieren. Sie zeigen damit, dass Sie sich Ihrer unternehmerischen Gesellschaftsverantwortung stellen (engl.: CSR = Corporate Social Responsibility). Hierdurch fühlen sich nicht nur andere Jugendliche mit Behinderung angesprochen. Sie steigern außerdem ihr positives Unternehmensimage und auch andere Zielgruppen werden angesprochen. 

Trauen Sie sich! Denn wer einmal Erfahrung mit Kollegen mit Behinderung gemacht hat, merkt schnell, dass sie viele neue Ideen und Impulse ins Unternehmen mitbringen und sich durch eine hohe Motivation auszeichnen. Außerdem zeigt sich, dass Menschen die bereits Erfahrungen in der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung gemacht haben auch aufgeschlossener sind Menschen mit Behinderung auszubilden. Denn vermeintliche Herausforderungen wie ein erhöhter Betreuungsaufwand, zeigen sich in der Praxis nicht so stark wie erwartet. Nichtsdestotrotz ist die Ausbildung von Menschen mit Behinderung kein Selbstläufer und erfordert ein hohes persönliches Engagement aller Beteiligten. Aber als Unternehmen sind sie nicht alleine, zahlreiche Partner stehen ihnen zur Seite, die sowohl Ihnen als Unternehmen als auch den Auszubildenden auf den Weg zu einer erfolgreichen Fachkraft helfen: Ansprechpartner hier sind zum Beispiel die Bundesagentur für Arbeit, die zuständige Kammer oder die Integrationsämter.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:
KOFA-Themenschwerpunkt Inklusion
KOFA-Studie zum Thema "Menschen mit Behinderung in der dualen Berufsausbildung: Potenziale zur Stärkung der Inklusion"

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