Thema des Monats: Flexibel ins neue Jahr

Der Dezember mit all seinen Tücken zum Jahresende ist überstanden. Vor Weihnachten gab es viel zu tun und so manche Überstunde hat sich angesammelt – Ihre Mitarbeiter waren gestresst. Muss das so sein oder können Sie durch flexible Arbeitszeitmodelle den Anforderungen Ihres Unternehmens und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besser gerecht werden? Jetzt zu Jahresbeginn ist genau der richtige Zeitpunkt gekommen, um dieses Thema anzugehen.

"Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt.", Dante Alighieri

Fester Rahmen für flexible Zeiten

Das Ansammeln von Überstunden ist ein geringeres Problem, wenn es klare Vereinbarungen darüber gibt, wie und wann diese ausgeglichen werden können. Das ist nicht nur für den Betriebsablauf günstig, sondern erhöht andererseits die Motivation der Beschäftigten. Durch flexible Regelungen kann in Zeiten geringerer Arbeitsauslastung ohne Probleme weniger gearbeitet und somit Überstunden abgebaut werden. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann es enorm entlastend sein, wenn ein dringender Arzttermin auch in der Arbeitszeit oder am Rand der Arbeitszeit wahrgenommen werden kann. Um den Betriebsablauf hierdurch jedoch nicht zu stören, muss den flexiblen Arbeitszeiten ein fester Rahmen gegeben werden. Denn eine Umstellung auf ein flexibles Arbeitszeitmodell erfordert eine Gesamtstrategie und Vertrauen in die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Von Anfang an klar definierte Regeln helfen dabei, Vertrauen auf allen Seiten aufzubauen.

Ihre Vorteile bei flexiblen Arbeitszeiten

Sie können Ihre Beschäftigten durch das Angebot flexibler Arbeitszeitmodelle aktiv darin unterstützen, Arbeit und Privatleben miteinander zu vereinbaren. Durch passende Zeitmodelle, die auf die persönliche Lebenssituation jedes Einzelnen zugeschnitten sind, kann dies gelingen. Eine frisch gebackene Hochschulabsolventin hat andere Bedürfnisse als eine alleinerziehende Mutter oder ein junger Vater. Wer auf den Hausbau spart, hat andere Anforderungen als jemand, der Angehörige pflegt. Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass sowohl Sie als Arbeitgeber als auch Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter davon profitieren werden, denn:

  • die Mitarbeiterbindung steigt,
  • die Arbeitgeberattraktivität wird erhöht,
  • die Flexibilität für Sie und Ihre Beschäftigten steigt,
  • Fehlzeiten und Fluktuation können reduziert werden,
  • die Personalkosten können gesenkt werden.

Natürlich gibt es in jedem Unternehmen unterschiedliche Rahmenbedingungen, die wiederum in den einzelnen Abteilungen variieren können. Welches Arbeitszeitmodell Ihren Anforderungen am besten entspricht, sollte daher gut überlegt und mit den Erfordernissen Ihres Unternehmens sowie der Belegschaft abgestimmt sein.

Mitarbeiterbefragung als Basis für die Umsetzung

Die wichtigste Voraussetzung für eine Arbeitszeitflexibilisierung ist, dass die Arbeitszeit und gegebenenfalls auch der Arbeitsort selbst flexibilisiert werden können.

Zunächst gilt es jedoch, die Bedarfe Ihrer Belegschaft und Ihres Unternehmens zu ermitteln. Abhängig von Ihren betrieblichen Voraussetzungen kommen ganz unterschiedliche Modelle in Frage. Die Arbeitszeitmodelle lassen sich so gestalten, dass sie sowohl für Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen attraktiv sind, als auch den Anforderungen des Betriebs gerecht werden. Um diese Bedarfe abzufragen, bieten sich je nach Unternehmensgröße Mitarbeitergespräche, Workshops oder eine Mitarbeiterbefragung an.

Wichtig ist, dass die später ausgewählten Arbeitszeitmodelle zu Ihren Betriebsabläufen passen. Zum Beispiel wird eine Produktionsmitarbeiterin in der Regel keine Telearbeit machen können. Ein Servicemitarbeiter muss wiederrum zu bestimmten Öffnungszeiten für Kunden erreichbar sein. Sie sollten daher prüfen, welche Gestaltungsmöglichkeiten sowohl für Ihre Belegschaft als auch für Ihr Unternehmen attraktiv und sinnvoll sind.

Arbeitszeitmodelle auf dem Prüfstand

Genauso wie sich die Wünsche und Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter variieren, ändern sich auch Ihre betrieblichen Anforderungen. Stellen Sie daher Ihre Arbeitszeitmodelle regelmäßig auf den Prüfstand. Sind diese noch aktuell? Welche Stärken und Schwächen haben diese Modelle? Wie können Sie ihre vorhandenen Modelle entsprechend den Bedürfnissen Ihrer Belegschaft weiterentwickeln? Eine regelmäßige Evaluation und Weiterentwicklung sind elementar für einen langfristigen Erfolg.

Alle Details zur konkreten Umsetzung finden Sie in unserer aktuell überarbeiteten Handlungsempfehlung Flexible Arbeitszeitmodelle.

Sollten Sie Zweifel haben, ob eine Flexibilisierung auch in Ihrem Unternehmen machbar ist, denken Sie – gerade zum Jahresbeginn – daran: „Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen.“ (Japanische Weisheit)

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