Thema des Monats: Arbeitgeberattraktivität – Chance für KMU

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) konkurrieren mit großen Unternehmen um die passenden Bewerberinnen und Bewerber und scheinen es schwieriger zu haben, zu punkten. Begründet ist diese Situation häufig mit der mangelnden Präsenz von KMU in der Öffentlichkeit. Gerade für sie ist es aber von zentraler Bedeutung, wahrgenommen zu werden und als besonders attraktiver Arbeitgeber in Erscheinung zu treten.

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Download: Checkliste Employer Branding

Employer Branding Definition

Employer Branding…

  • ist die Grundlage, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu profilieren und eine positive Arbeitgebermarke zu formen.
  • ist eine langfristig orientierte Strategie.
  • ist ein Prozess zum Aufbau einer einzigartigen Arbeitgebermarke.
  • hat zum Ziel, das eigene Unternehmen als begehrte Marke zu etablieren, die potenzielle Bewerber anzieht und Mitarbeiter des Unternehmens nachhaltig an sich bindet.
  • kann erst authentisch nach außen wirken, wenn die Markenidentität zunächst nach innen vermittelt wurde.

Personalmarketing allein reicht nicht aus

Personalmarketing beschränkt sich in der Regel auf Maßnahmen der externen Kommunikation mit dem Ziel, ein Arbeitgeberimage aufzubauen. Employer Branding setzt früher an. Es sorgt dafür, dass die Qualität des Arbeitgebers stimmt und mit dem Arbeitgeberimage im Einklang steht.

Die richtige Strategie: Arbeitgebermarke aufbauen

Der Arbeitgebermarkt wird zum Arbeitnehmermarkt. Heute und in Zukunft sind es die Unternehmen, die sich beim potenziellen Mitarbeiter bewerben müssen. Daher ist es notwendig zu wissen, was der Arbeitnehmer braucht, damit er sich für ein bestimmtes Unternehmen als Arbeitgeber interessiert.

  • Betriebsklima wird Arbeitnehmern immer wichtiger. Die Einrichtung des Berufsverbands Feel-Good-Management und Ausbildungen zum Feel-Good-Manager zeigen den neuen Stellenwert des Sich-Wohlfühlens im Unternehmen. Ein gutes Betriebsklima wirkt sich, laut verschiedenen Studien, direkt positiv auf die Bilanzen der Unternehmen aus. Natürlich braucht nicht jedes Unternehmen einen Feel-Good-Manager. Doch jedes Unternehmen ist gut beraten, für ein gutes Betriebsklima zu sorgen.
  • Bauen Sie eine lebenszyklusorientierte Personalpolitik auf. Das bedeutet, dass sich Ihre Personalarbeit an der Lebenswirklichkeit und an den individuellen Lebensentwürfen Ihrer Beschäftigten orientiert: von Müttern und Vätern, von Pflegenden und Alleinerziehenden, von jüngeren und älteren. Mit den passenden Rahmenbedingungen und Förderstrukturen schaffen Sie die Voraussetzung, Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in jeder Lebensphase leistungsfähig, leistungsbereit und motiviert zu halten.
  • Schnüren Sie für Ihre relevanten Zielgruppen passgenaue Maßnahmenbündel, um Mitarbeiter zu finden, nachhaltig zu binden und sich so als begehrte Arbeitgebermarke zu etablieren.
  • Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss Ihr Unternehmen sich (weiter) auf den Weg machen aus der Masse der Arbeitgeber herauszustechen. Die Frage, ob der Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke wirklich notwendig ist um Arbeitgeber der Wahl zu sein, stellt sich daher nicht – es geht lediglich um das „wie“.

Employer Branding Prozess

Man kann die Einführung einer Arbeitgebermarke in vier Schritte einteilen:

1. Ausgangssituation analysieren

Die Analysephase ist von entscheidender Bedeutung. Denn die größte Schwierigkeit beim Aufbau einer Arbeitgebermarke ist es, echte Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten und sich abzuheben. Greifen Sie keinesfalls einfach auf die gängigen Attribute zurück, die ein Unternehmen bei den Zielgruppen attraktiv machen. Worin liegt die Einzigartigkeit Ihres Unternehmens? Wie ist dieser Unternehmenscharakter tatsächlich erfahrbar?

Kennen Sie die Antworten auf folgende Fragen:

  • Was zeichnet Sie als Arbeitgeber aus?
  • Warum sollte sich ein Bewerber für Ihr Unternehmen entscheiden?
  • Welches Image hat Ihr Unternehmen in der Region?
  • Wie informieren sich interessierte Jugendliche über potentielle Arbeitgeber?
  • Was bieten Sie Ihren Beschäftigten, zum Beispiel: Betriebsklima, Gehalt, Arbeitszeit, räumliche Bedingungen, Weiterbildung?
  • Was ist Ihren Zielgruppen wichtig und was erwarten sie von ihrem Arbeitgeber?
  • Wie können potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf das Unternehmen aufmerksam gemacht werden?

Sie wollen nicht im Einheitsbrei der vermeintlich attraktiven Arbeitgeber verschwinden? Dann seien Sie authentisch und haben Sie Mut zum Anders sein, zum besonders sein. Nutzen Sie unsere Checkliste:
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2. Kernbotschaften entwickeln

Im Rahmen der Analyse werden diverse unternehmenskulturelle Merkmale zusammengetragen. Diese gilt es in Kernbotschaften zu verdichten, mit denen die Einzigartigkeit des Unternehmens als Arbeitgeber herausgestellt wird.

Ihre Arbeitgebermarke gibt ein Versprechen, das

  • authentisch ist, also nur tatsächlich Eigenschaften Ihres Unternehmens beinhaltet
  • relevant ist, also für Ihre Zielgruppe von Bedeutung
  • differenzierend ist, also etwas anderes verspricht als Ihre Konkurrenten.

Nutzen Sie unsere Checkliste:
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3. Kommunikation

Die wichtigste Regel beim Thema Kommunikation lautet: innen vor außen. Die Markenidentität muss von Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitgetragen werden, bevor sie authentisch nach außen wirken kann. Nur durch eine intensive Kommunikation mit den relevanten Zielgruppen kann die Markenpositionierung umgesetzt werden. Folgende Punkte sind bei Ihren Employer Branding-Maßnahmen zu beachten:

  • Die einzelnen Aktivitäten müssen aufeinander abgestimmt sein, um ein einheitliches Bild Ihres Unternehmens zu zeichnen – inhaltlich, sprachlich und auch optisch.
  • Bei der Auswahl der Maßnahmen, die Sie in Angriff nehmen wollen, sollten Sie stets darauf achten, dass diese auf Ihre unternehmensindividuelle Ausgangssituation und Ihre Ziele abgestimmt sind. Ebenso sollte die Umsetzung auch neben Ihrem Tagesgeschäft ohne größere Unterbrechung desselben erfolgen können.
  • Beim Thema Employer Branding bedarf es einer hohen Glaubwürdigkeit. Dabei geht es nicht darum, ausschließlich positive Themen zu vermitteln. Auch unangenehme wie beispielsweise Mitarbeiterentlassungen müssen kommuniziert werden. Nur Ehrlichkeit schafft das notwendige Vertrauen und verhindert, dass Gerüchte entstehen.
  • Was nicht gelebt wird, ist tot: Die Marke muss intern und extern ständig präsent sein. Sie muss notwendige Veränderungen erfahren, aber auf besonnene, strukturierte und systemische Weise.

Ihr  Außenauftritt muss glaubwürdig sein. Versprechen Sie nichts, was Sie nicht einhalten können. Sie wollen schließlich, dass die rekrutierten Mitarbeiter auch langfristig im Unternehmen bleiben. Hier kommt es vor allem auf Ihre Authentizität an: Das Versprochene und Kommunizierte muss unbedingt auch im Unternehmen gelebt werden. Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte bei der Kommunikation der Arbeitgebermarke gibt Ihnen unsere Checkliste:
Download: Checkliste Kommunikation

4. Kontrolle

Die Effekte einer starken Arbeitgebermarke sind nicht einfach zu messen. Trotzdem müssen die Maßnahmen, da wo es möglich ist, regelmäßig evaluiert werden. Denn so lassen sich nicht nur Ausgaben rechtfertigen, sondern es lässt sich auch identifizieren, an welchen Stell-schrauben gedreht werden sollte, um den Erfolg Ihres Employer Branding zu erhöhen.

Es gibt viele Ansatzpunkte, die qualitativ oder quantitativ im Rahmen von Employer Branding gemessen werden können. Nutzen Sie unsere Checkliste, um einen Überblick zu gewinnen, woran eine Arbeitgebermarke gemessen werden kann. Wählen Sie aus, was für Ihr Unternehmen passt.

Nutzen Sie diese Checkliste, um einen Überblick zu gewinnen, woran Employer Branding gemessen werden kann.
Download: Checkliste Kontrolle

Unbezahlbare Werbung: Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Personalgewinnung über Empfehlungen eigener Beschäftigter hat, so zeigen Studien, den größten Erfolg. Für Arbeitgeber bedeutet dies: Wer es schafft, seine Beschäftigten zu Botschaftern des eigenen Unternehmens zu machen, eröffnet sich vielversprechende Fachkräftepotenziale. Die wichtigste Voraussetzung ist jedoch: Ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin wird nur dann zum Botschafter seines Arbeitgebers, wenn er sich im Unternehmen wohlfühlt, gefördert und wertgeschätzt wird. Wer in der Familie, im Freundeskreis, im Verein oder in Gesprächen mit Freunden begeistert über seine Arbeit berichtet, ist der perfekte Markenbotschafter für Ihr Unternehmen.  Denn keine Werbung kann so authentisch sein, wie ein zufriedener Mitarbeiter, der diese Botschaft weitergibt. Markenbotschafter können auch Praktikanten, Volontäre, Eltern in Familienzeit und ehemalige Beschäftigte sein.

Auch wenn Employer Branding Zeit, Energie und Geld kostet: Der Aufbau einer Arbeitgebermarke entscheidet angesichts der zukünftigen Herausforderungen über Ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Handlungsempfehlung Employer Branding
Handlungsempfehlung Demografiefeste Personalarbeit

Downloads:

Checkliste Analyse
Checkliste Kernbotschaften
Checkliste Kommunikation
Checkliste Kontrolle

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