Thema des Monats: E-Recruiting

Das Unternehmen wird zum Bewerber

Die Knappheit qualifizierter Bewerber und die Auswirkungen des demografischen Wandels sind aktuell die größten Herausforderungen in der Personalbeschaffung. Nun stehen Sie diesen Aufgaben aber nicht hilflos gegenüber. Ganz im Gegenteil, denn durch die Nutzung neuer Technologien bieten sich Ihnen heute auch völlig neue Möglichkeiten der Präsentation Ihres Unternehmens, der Kontaktaufnahme und - pflege mit potenziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der Abwicklung der Personalbeschaffung: Das E-Recruiting.

Der eine oder andere Personaler mag vielleicht noch den „guten, alten Zeiten“ von Wäschekörben an Bewerbungen und der komfortablen Situation des vom Bewerber umgarnten Unternehmens nachtrauern. Personaler werden sich aber daran gewöhnen müssen, dass das Unternehmen selbst nun in der Position des Bewerbers ist. Die Digitalisierung ist hierbei ein sehr willkommenes Werkzeug, das Sie gezielt nutzen können, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und Bewerbungsprozesse schneller, aktueller, günstiger, rund um die Uhr und mit einer viel größeren Reichweite zu gestalten.

Digitale Wege zum Bewerber

Generell steht dem E-Recruiting eine ganze Sammlung neuer technischer Möglichkeiten zur Verfügung.

Die bekanntesten sind:

  • Online Stellenmarkt
  • Karrierebereich auf der firmeneigenen Homepage
  • soziale Netzwerke
  • Blogs
  • Podcasts
  • Mobile Rekrutierung
  • Online-Bewerbungsformulare auf der firmeneigenen Homepage oder auf Jobbörsen
  • Online Assessment
  • Uvm.

E-Recruiting zeigt sich also in vielen Facetten und kann dazu führen, dass Personalabteilungen sich unter Druck gesetzt fühlen, jedes Instrument auch anwenden zu müssen. Die Komplexität des Recruiting hat sich definitiv erhöht, weshalb Unternehmen Mitarbeiter mit neuen Kompetenzen benötigen. Und sie brauchen Prozesse, die auf die neuen Herausforderungen in der Personalbeschaffung ausgelegt sind.

Durchdacht, treffsicher und bewerberorientiert

Es ist aber nicht notwendig, alle Maßnahmen des E-Recruiting umzusetzen. Um zielgerichtet handeln zu können, geht es darum die Maßnahmen auszuwählen, die am besten zur Personal- und Kommunikationsstrategie Ihres Unternehmens passen. Das Schlagwort ist der „Methoden-Mix“, denn die Wege zum passenden Mitarbeiter sind derart vielfältig wie die Bewerberinnen und Bewerber selbst. Im Folgenden wird insbesondere auf die Punkte Social Media, Podcasts und Mobile Rekrutierung eingegangen.

Bei allen Methoden gilt es, den Bewerbungsprozess so einfach wie möglich zu gestalten und den Wünschen der Bewerber zu entsprechen. Immer mehr Bewerber bevorzugen zum Beispiel die elektronische Bewerbung. Darauf müssen Sie sich einstellen und Bewerbern den Kontakt zu Ihrem Unternehmen so einfach wie möglich machen und sich den Bedürfnissen der Kandidatinnen und Kandidaten anpassen.

Social Media

Unter Social Media werden alle Plattformen verstanden, die Nutzer über digitale Kanäle in der Kommunikation und im Austausch von Informationen unterstützen und vernetzen. Diese Plattformen bieten Unternehmen eine sehr gute Möglichkeit, sich den potenziellen Bewerbern zu präsentieren. Sie warten also nicht mehr auf passende Bewerberinnen und Bewerber, sondern suchen sie aktiv (Active Recruiting). Dabei ist allerdings der erste Schritt nicht, sich Hals über Kopf in die Social Media Welt zu stürzen, sondern den ersten Schritt vor dem zweiten zu tun. Das heißt eine Employer Branding-Strategie zu entwickeln, die mit der Corporate Identity und der langfristigen Vision Ihres Unternehmens in Einklang steht. Ist der strategische Ansatz für das Employer Branding einmal ausgearbeitet, bietet Social Media – je nach gesuchter Zielgruppe – sehr gute Einsatzmöglichkeiten. Eine ansprechende Präsenz im Social Media-Bereich bietet Ihnen viele Vorteile: Auftritt als attraktiver Arbeitgeber, Erreichen neuer Zielgruppen, direkter und zeitnaher Kontakt zu Bewerbern, Networking, die Ansprache passiv Jobsuchender uvm. Um aber im Bereich Social Media erfolgreich zu sein, gilt es, die Bedürfnisse der Nutzer zu beachten: Authentizität und schnelle wie auch einfache Erreichbarkeit sind Pflicht. Auf Kommentare und Anfragen muss schnell reagiert werden. Wenn Sie das gut umsetzen, können Sie auf direktem Wege eine glaubwürdige Arbeitgebermarke aufbauen. Das „Active Sourcing“ nach außen zu delegieren ist nicht zu empfehlen, denn wenn die richtige Ansprache des potenziellen Kandidaten gelingen soll, muss sie authentisch sein und aus dem Unternehmen selbst kommen.

Bei der Mitarbeitergewinnung suchen Recruiter im Wesentlichen über die Netzwerke Xing und LinkedIn nach potenziellen Kandidaten. Diese Netzwerke werden von den Nutzern meist ausschließlich beruflich genutzt, um sich ein Business Netzwerk aufzubauen.

Eigene Mitarbeiter sind die besten Recruiter

Eine sehr interessante Möglichkeit stellen Kontakte Ihrer eigenen Mitarbeiter in sozialen Netzwerken dar. Wenn Sie es schaffen Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Unternehmensbotschaftern zu machen, eröffnet sich auf diesem Weg ein vielversprechendes großes Potenzial. Es gibt bereits Anbieter, die ein digitales Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programm für Unternehmen anbieten, das die sozialen Netzwerke der Mitarbeiter einbezieht. Dass in dem Netzwerk der eigenen Belegschaft potenzielle Kandidaten für die zu besetzende Stelle schlummern, ist anzunehmen, da schon heute viele Rekrutierungen durch Empfehlungen der eigenen Mitarbeiter stattfinden.

Auch wenn es mit Aufwand verbunden ist, Social Media-Werkzeuge aufzubauen und zu pflegen - dieser Bereich ist für die Mitarbeitergewinnung von großer Bedeutung und wird in Zukunft immer wichtiger werden. Das heißt für Unternehmen daher nicht, ob sie auf diesen bereits fahrenden Zug noch aufspringen, sondern wann.

Podcasts

Podcasts sind Audio- oder Videodateien, mit deren Hilfe Informationen multimedial vermittelt werden können. Podcasting kann für das Recruiting ein hilfreiches Werkzeug sein, denn Sie können hiermit einen authentischen Eindruck von sich als Arbeitgeber vermitteln. Diese Mediendateien, zum Beispiel in Form eines Unternehmensvideos, können Unternehmen auf eigenen Karriereseiten, auf der Plattform „Youtube“ oder auf Stellenbörsen zur Verfügung stellen. So können beispielsweise Mitarbeiter Einblicke in den Arbeitsalltag und das Arbeitsambiente ermöglichen, sich Führungskräfte bei den potenziellen Mitarbeitern bewerben, ein Rundgang durch das Unternehmen gezeigt oder der Standort attraktiv präsentiert werden. Um mit Podcasts erfolgreich zu sein, muss allerdings vorab klar definiert sein, welche Informationen wie transportiert werden sollen.

Mobile Endgeräte (Jobsuche immer und überall)

Mobile Endgeräte (Smartphones und Tablets) haben sich in kürzester Zeit rasant verbreitet. Sie sind längst kein Trend mehr. Zu Hause, in der Freizeit oder am Arbeitsplatz ist das Smartphone ein ständiger Begleiter geworden. Und die Nutzer fordern ein Umdenken der Unternehmen. Arbeitgeber gehen häufig noch davon aus, dass der stationäre Rechner im Mittelpunkt der Internetnutzung der Bewerber steht. Die Folge ist, dass Nutzer mobiler Endgeräte Stellenanzeigen nur mit großer Mühe lesen können, Karriereseiten und Online-Bewerbungsformulare verschließen sich ihnen häufig gänzlich. Wenn Sie sich zügig auf die mobilen Endgeräte einstellen, verschaffen Sie sich im Rekrutierungswettbewerb einen deutlichen Vorsprung. Gefragt beim Thema Mobile Recruiting sind Nutzerfreundlichkeit, Fantasie und Multimediaeinsatz.

Über den Weg des Mobile Recruiting können Sie auch Kandidaten besser erreichen, die trotzt fester Anstellung grundsätzlich offen für neue Karrierechancen sind. Diese Gruppe der latent Suchenden schaut ab und an nach interessanten Stel¬lenangeboten. Viele von ihnen nutzen das Smartphone, um sporadisch nach Angeboten zu schauen – im Zug, in der Mittagspause, in der Supermarktschlange oder wann auch immer sich die Gelegenheit für eine schnelle Suche ergibt. Auf diese Weise bietet Ihnen das mobile Internet eine Möglichkeit, auch mit schwerer zu erreichenden Kandidaten in Kontakt zu treten.

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