Thema des Monats: Ausbildungsmarkt und Engpässe

Verbreitete Probleme bei der Personalgewinnung

Erhalten Sie für ausgeschriebene Stellen ausreichend und vor allem qualifizierte Bewerbungen? Zahlreiche Unternehmen finden heute keine geeigneten Fachkräfte für ihre offenen Stellen. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind von diesem Problem betroffen. Abhängig von der gesuchten Qualifikation berichteten 2013 zwischen 46 und 60 Prozent der KMU von mittleren oder großen Problemen bei der Stellenbesetzung. Sie erhalten keine oder nur wenige Bewerbungen für ausgeschriebene Stellen. Und die wenigen Kandidatinnen und Kandidaten bringen nicht die erforderlichen Qualifikationen mit.

In diesen Berufen ist das Arbeitsangebot besonders knapp

Falls Sie Stellen im MINT-Segment (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) oder dem Gesundheitsbereich besetzen wollen, sind wenige Bewerbungen nicht verwunderlich. Aktuell gibt es in vielen dieser Berufe deutlich weniger Arbeitslose als gemeldete offene Stellen. So übertrifft zum Beispiel in den Berufen Hörgeräteakustik und Kältetechnik, Fachkrankenpflege und Physiotherapie, Informatik und Tiefbau die Nachfrage das Angebot an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern. Welche Berufe außerdem besonders stark von Engpässen betroffen waren, sehen Sie in unserer Infografikstrecke Aktuelle Fachkräfteengpässe.

Der Ausbildungsstellenmarkt ist betroffen

In einigen Berufen sind nicht nur Fachkräfte am Arbeitsmarkt knapp, sondern es fehlen auch Kandidatinnen und Kandidaten für Ausbildungsplätze. Beispielsweise kommen in der Bauelektrik auf 100 offene Stellen nur 51 arbeitslose Fachkräfte – und auf 100 Ausbildungsplätze nur 72 Bewerber. Auch betroffen sind die Berufsfelder Metall, Energie, Logistik, Verkauf und Touristik. Welche dualen Ausbildungsberufe außerdem betroffen sind, sehen sie in der aktuellen KoFa-Studie Fachkräfteengpässe in Unternehmen (siehe Link ganz unten „Weitere Informationen“). Besonders ärgerlich ist es, wenn Sie durch eigene Ausbildung Ihren Fachkräftebedarf decken möchten, dies auf Grund mangelnden Nachwuchses jedoch nicht können.

Maßnahmen zur Besetzung von Ausbildungsstellen

Viele Unternehmen haben auf die Entwicklung reagiert, indem sie ihr Angebot an Ausbildungsplätzen in knappen Berufen in den letzten Jahren erhöht haben. In Engpassberufen stieg die Zahl um 22.000 Plätze. Doch da die Bewerberzahl nicht in gleichem Maße wie das Angebot an Ausbildungsplätzen ansteigt, brauchen Sie Strategien zur erfolgreichen Besetzung Ihrer Ausbildungsstellen:

  • Neue Zielgruppen:
    Studienabbrecher bieten ein großes Potenzial zur Besetzung unbesetzter Ausbildungsstellen. Eine praxisnahe Ausbildung liegt ihnen oftmals eher als das theoretische Studium. Leistungsschwächere Jugendliche können mit ausbildungsbegleitenden Hilfen erfolgreich in die Ausbildung integriert werden. Eventuell kommen für Sie auch internationale Kandidaten in Betracht? (beachten Sie unsere Handlungsempfehlungen „Rekrutierung von Studienabbrecherinnen und Studienabbrechern“ sowie „Europäische Jugendliche ausbilden“).
  • Berufsvorbereitung:
    Durch berufsvorbereitende Maßnahmen können Sie Kandidatinnen und Kandidaten kennenlernen, die nicht auf Anhieb einen Ausbildungsplatz gefunden haben. Schulnoten alleine entscheiden nicht darüber, ob jemand für eine Ausbildung geeignet ist. Im besten Fall werden die berufsvorbereitenden Maßnahmen für die Ausbildung angerechnet.
  • Information und Werbung:
    Machen Sie auf Ihre Ausbildungsplätze aufmerksam. Nehmen Sie Kontakt zu Schulen auf und geben Sie Einblick in Ihr Unternehmen. Oft kennen Schülerinnen und Schüler bestimmte Ausbildungsberufe und Aufstiegschancen nicht und kommen daher nicht auf die Idee, sich in Ihrem Unternehmen zu bewerben (beachten Sie unsere Handlungsempfehlung „Kooperation mit Schulen“).

Den Blick auch nach innen richten

Wenn Sie offene Stellen nicht besetzen können, bestehen eventuell in den von Ihnen gesuchten Berufen Engpässe. Das heißt, die benötigten Fachkräfte sind am Arbeitsmarkt generell schlecht verfügbar. Rekrutierungsprobleme können aber auch betriebsspezifische Gründe haben. Beispielsweise kann die mangelnde Attraktivität Ihrer Region Bewerber fernhalten. Oder Ihr Unternehmen ist bei potenziellen Bewerbern nicht ausreichend bekannt. In unseren Rubriken „Situation analysieren“ und „Unternehmen positionieren“ finden Sie Handlungsempfehlungen, die Ihnen helfen, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.

Weitere Informationen:

Fachkräftesituation

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