Thema des Monats: Diversity - Vielfalt

Die richtige Mischung macht‘s

Ausgangspunkt und zugleich Ziel von Diversity Management ist eine vorurteilsfreie, wertschätzende Unternehmenskultur, die keinen Raum für bewusste oder unbewusste Benachteiligungen lässt. Denn Diskriminierungen beeinträchtigen das Selbstwertgefühl und die Leistungsfähigkeit. Unternehmen, in denen die Vielfalt und Individualität der Beschäftigten respektiert wird, haben einen Wettbewerbsvorteil.

In der betrieblichen Praxis stehen meist die drei Merkmale Geschlecht, Kultur und Alter im Fokus. Doch auch die Dimensionen Behinderung, sexuelle Orientierung und Religion sind wichtige Themen eines respektvollen Umgangs mit Vielfalt im Unternehmen.

Vielfalt nicht nur managen, sondern nutzen

Gestalten Sie die Arbeitsbedingungen so, dass alle Beschäftigten ihre individuellen Fähigkeiten entfalten können. Das Ergebnis: Teams werden lebhafter, das Betriebsklima verbessert sich und unter Umständen vergrößert sich sogar der Unternehmenserfolg. Denn in dem Maße, wie sich die Mitarbeiterstruktur verändert, wandeln sich auch Zielgruppen und Märkte. Produkte und Dienstleistungen werden markt- und zielgruppengerechter, wenn sich ein multikulturelles Team um die Wünsche internationaler Kunden kümmert und ältere Beschäftigte auch dazu eingesetzt werden, die Bedürfnissen der wachsenden Zielgruppe 50plus zu erkennen.

Mit Personalpolitik punkten

Die besten Talente zu gewinnen und zu halten – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft – wird immer mehr zum Wettbewerbsfaktor. Um für diese Zielgruppen als Arbeitgeber aber attraktiv zu sein, können Sie mit besonderen Ausprägungen Ihrer betrieblichen Personalpolitik punkten.

  • Balance von Arbeits- und Privatleben
    Viele Mütter und Väter mit minderjährigen Kindern oder Beschäftigte mit pflegebedürftigen Angehörigen suchen sich ihren Arbeitgeber nach dem Angebot an familienfreundlichen Maßnahmen aus. Dazu zählen zum Beispiel flexible Arbeitszeiten, Telearbeit, Unterstützung bei der Betreuung und Angebote haushaltsnaher Dienstleistungen.
  • Chancengleichheit
    Frauen, die ihre Potenziale in einer Führungs- oder Fachkarriere entfalten wollen, achten bei der Wahl ihrer Arbeitgeber darauf, welche Maßnahmen das Unternehmen zur Förderung der Chancengleichheit anbietet. Dies erkennen sie zum Beispiel an den Unternehmensleitlinien, der Stellenbesetzungspolitik oder dem Angebot von Mentoring und Coaching.
  • Altersvielfalt
    Unternehmen können eine gute Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt fördern. Sie setzen auf eine ausgewogen zusammengesetzte Belegschaft, bilden altersgemischte Teams und führen Leitlinien zum Abbau von stereotypen Altersbildern ein.
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement
    Viele Unternehmen unterstützen ihre Beschäftigten darin, bis zum gesetzlichen Rentenalter gesund, produktiv und motiviert zu bleiben. Dazu machen sie konkrete Seminarangebote, verändern Arbeitsorganisation und Geschäftsprozesse, richten die Arbeitsplätze gesundheitsförderlich ein und entwickeln mit den Führungskräften einen gesundheitsförderlichen Führungsstil. Denn zum betrieblichen Gesundheitsmanagement gehört nicht nur das Verhindern von Krankheit, sondern auch das Stärken der Gesundheit.

Das können Unternehmen konkret tun, um ihre Vielfalt zu stärken

Verankern Sie Diversität als Unternehmensziel
Formulieren Sie konkrete Ansprüche an die Mitarbeiterstruktur, zum Beispiel in Bezug auf Alter, Nationalität, Geschlecht oder Auslandserfahrung. Überprüfen Sie die selbstgesteckten Ziele zur Vielfalt im Unternehmen regelmäßig.

Bauen Sie Barrieren ab
Viele Unternehmen haben mit Behindertenparkplätzen und weitgehender Barrierefreiheit von Gebäuden bereits physische Barrieren abgeschafft. Mindestens genauso wichtig ist es, Barrieren im Kopf abzubauen und Respekt gegenüber der Beschäftigtenvielfalt zu fördern. Hilfreich kann die Erstellung eines Leitfadens sein, die auf kulturelle Vorteile und Besonderheiten aufmerksam macht. Die Geschäftsführung und die Führungskräfte müssen ihre Vorbildfunktion ernst nehmen.

Überdenken Sie Ihren Prozess der Personalauswahl
Achten Sie bei der Auswahl von Kandidatinnen und Kandidaten nicht nur darauf, ob sie in die althergebrachten Unternehmensstrukturen passen. Sondern überlegen Sie auch, ob eine Person etwas mitbringt, das anders ist und Sie als Unternehmen umso besser macht. Die explizite Wertschätzung der Vielfalt als Vorteil führt bei Einstellungen oft zu anderen, besseren Entscheidungen.

Fördern Sie die echten Potenziale
Viele Unternehmen verfügen über ein recht gut funktionierendes Leistungsmanagement. Gewährleisten Sie, dass Ihre Beschäftigten vorurteilsfrei beurteilt werden. Dabei können Ihnen Instrumente wie das Vier-Augen-Prinzip helfen. Beurteilen Sie nicht nur die die aktuelle Leistung, sondern berücksichtigen Sie auch das Potenzial der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So lassen sich Talente früh identifizieren und fördern. Anspruch des Verfahrens sollte es sein, individuelle Stärken immer weiterzuentwickeln, anstatt über einheitliche Ziele eine gleichförmige Belegschaft zu schaffen.

Setzen Sie gut sichtbare Zeichen
In Ihrem Unternehmen verändert sich etwas, die Geschäftsführung steht dahinter: Wählen Sie zwei Projekte mit Signalwirkung aus, um die Dynamik intern und extern sichtbar zu machen. Haben Sie zum Beispiel ein Mentoren-Programm für ausländische Fachkräfte eingerichtet? Oder qualifizieren Sie gezielt Beschäftigte der Generation 50plus? Solche und andere Leuchttürme stärken die Diversität im Unternehmen und machen weiteren Organisationen Mut, den Weg der Vielfalt ebenfalls zu beschreiten.

Weiterführende Informationen:
Vielfalt am Arbeitsplatz – Leitfaden für kleine und mittlere Unternehmen“; kostenlose Broschüre der Europäischen Union mit acht Schritten für mehr Vielfalt im Unternehmen.

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