Thema des Monats: An- und Ungelernte zu Fachkräften qualifizieren

Um Fachkräfteengpässe zu beheben, genügt oft der Blick auf die vorhandenen Beschäftigten. Die Qualifizierung von An- und Ungelernten birgt viele Chancen und Vorteile. Deshalb bieten die Arbeitgeber-Services der Bundesagentur für Arbeit ab Juli 2013 eine Qualifizierungsberatung gezielt für kleine und mittlere Unternehmen an.

Bundesagentur für Arbeit bietet Unterstützung an

Die Qualifizierungsberatung der Bundesagentur für Arbeit sensiblisiert Unternehmen für eine systematische Personalplanung und -entwicklung. Im Anschluss werden Umsetzungsmöglichkeiten bei der Qualifizierung von Beschäftigten aufgezeigt.

Viele Ihrer an- und ungelernten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Interesse und das Zeug, sich zur Fachkraft zu qualifizieren. Die Vorteile für Sie liegen auf der Hand:

  • Ausbaufähige Vorkenntnisse: Diese Mitarbeitenden kennen bereits Ihr Unternehmen und bringen aus den Bereichen, in denen sie tätig sind, solide Vorkenntnisse mit. Darauf lässt sich eine passgenaue Qualifizierung aufbauen.
  • Einschätzbare Potenziale: Sie haben bereits einen Eindruck von den Kompetenzen und Potenzialen Ihrer Beschäftigten. Damit lässt sich gut einschätzen, wie weit eine Qualifizierung erfolgreich sein wird.

Und die Qualifizierung zahlt sich aus: Denn tendenziell gilt, dass der Bedarf an Arbeitskräften für die Ausübung einfacher Tätigkeiten ab- und der Bedarf an qualifizierten Fachkräften stetig zunimmt.

  • Die An- und Ungelernten erlernen genau die Kompetenzen, die in Ihrem Unternehmen gebraucht werden.
  • Die An- und Ungelernten sind flexibler einsetzbar, wenn sie weiterqualifiziert wurden. Und Sie sichern sich Ihren Fachkräftebedarf.

Im Jahr 2012 haben Unternehmen je nach Größe 54 bis 62 Prozent An- und Ungelernte eingestellt, um sie bei sich zu Fachkräften zu qualifizieren.

An- und Ungelernt heißt oft:  für Qualifizierung offen

Warum jemand eine Arbeit ausführt, ohne dafür ausgebildet zu sein, kann unterschiedliche Gründe haben, beispielsweise:

  • Abgebrochene Ausbildung/ abgebrochenes Studium: Junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben nach ihrem Fehlstart direkt eine Tätigkeit im Unternehmen übernommen.
  • Fehlende Anerkennung des Berufsabschlusses: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit ausländischen Abschlüssen arbeiten oft unter ihrer Qualifikation. Häufiger Grund: Ihr im Ausland erworbener Abschluss wird in Deutschland nicht anerkannt, und bisher ist keine Anerkennung(-sprüfung) erfolgt.
  • Direkteinstieg: Mancher ist nach dem Ende der allgemeinbildenden Schule direkt ins Arbeitsleben eingestiegen und hat den Absprung in eine geregelte Berufsausbildung versäumt.
  • Veraltete Qualifikation: Wenn sich Technologien und damit verbundene Aufgabenbereiche stark verändert haben und Weiterbildung ausblieb, können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit ihren Berufsabschluss auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr punkten und müssen daher geringer qualifizierte Tätigkeiten übernehmen.
  • Fehlende Angebote für die erworbene Qualifikation: Klassisches Beispiel: Der Taxifahrer mit Uni-Diplom. Berufsfremde Qualifikation: Einige Fachkräfte haben den Beruf gewechselt und üben seit Jahren einen Beruf aus, der mit ihrem erworbenen Abschluss nicht verwandt ist.

Diese Aufzählung zeigt: Fehlende Gelegenheit, gebrochene Lebensläufe oder veränderte Umstände führen häufig dazu, dass jemand an- oder ungelernt beschäftigt ist, obwohl durchaus Potenzial für eine qualifizierte Tätigkeit vorhanden wäre.

Die Zahlen unterstreichen den Befund: Ein Drittel der Erwerbstätigen ohne berufsqualifizierende Erstausbildung arbeitet auch in Berufen, für die in der Regel ein Berufsabschluss notwendig ist. Mit anderen Worten: Sie haben „on the job“ die notwendigen Kompetenzen für anspruchsvollere Tätigkeiten erworben. Immerhin knapp 20 Prozent aller Unternehmen ermöglichen dieser Gruppe inzwischen eine schrittweise Qualifizierung bis zum Berufsabschluss. Das zeigt die Studie „Weiterbildung in kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU)“ (PDF: 651,27 KB).

Aber auch die zwei Drittel des an- oder ungelernten Personals, die erwartungsgemäß einfache Tätigkeiten ausführen, könnten durch Weiterbildung qualifizierte Aufgaben übernehmen.

Individuelle Lösungen

Ausgehend von Ihrem Personalbedarf und der Klärung der bereits vorhandenen Kompetenzen können Sie für jede Einzelne und jeden Einzelnen festlegen, wie sie oder er weiter qualifiziert werden können.

Einige Betroffene werden im Hinblick auf eine vollständige Berufsausbildung bei null anfangen müssen, anderen Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fehlen vielleicht nur noch wenige Module, um eine externe Abschlussprüfung zu bestehen.

Weitere Informationen dazu, welche Bildungspartner zur Durchführung der jeweiligen Qualifizierungsmaßnahme geeignet erscheinen, können Sie zum Beispiel bei Ihrer lokalen Agentur für Arbeit oder der für Ihr Unternehmen zuständigen Kammer erhalten.


Weitere Informationen:

 

 

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