Thema des Monats: Internationale Fachkräfte

Die Wirtschaft in Deutschland zeigt sich robust, qualifizierte Arbeitskräfte sind gefragt. Die BMWi-Engpassanalyse zeigt: Schon jetzt zeichnen sich in immer mehr Berufen Fachkräfteengpässe ab. Der Wettbewerb um gute Köpfe wird sich in den nächsten Jahren auch als Folge der demografischen Entwicklung weiter verstärken. Wenn Unternehmen auf dem heimischen Arbeitsmarkt kein passendes Personal finden, rücken zunehmend auch internationale Fachkräfte in den Fokus. Und die Bereitschaft von Fachkräften, zum Arbeiten nach Deutschland zu kommen, wächst. Die meisten internationalen Fachkräfte kommen derzeit aus den EU-Ländern nach Deutschland. Insgesamt erscheint bei Fachkräften bis 2025 bei einer gesteuerten, nachfrageorientierten Zuwanderung ein Potenzial von 400.000 bis 800.000 Personen (berechnet in Vollzeitäquivalenten) realisierbar. Voraussetzung ist die Etablierung einer umfassenden Willkommenskultur.

Internationale Fachkräfte können auch über die Behebung von Fachkräfteengpässen hinaus für Ihr Unternehmen interessant sein, denn:

  • Sie gewinnen interkulturelle Kompetenzen und Sprachkenntnisse für Ihr Unternehmen – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil auf globalisieren Märkten.
  • Aufgrund ihrer spezifischen Vorbildung und ihres kulturellen Hintergrunds tragen internationale Fachkräfte neue Impulse ins Unternehmen und steigern als Brückenbauer die Leistungs- und Innovationsfähigkeit Ihres Betriebes.
  • Sie fördern die Vielfalt Ihrer Belegschaft (Diversity Management).

Einen Überblick über die Motive für Auslandsrekrutierung und verbreitete Maßnahmen zur Integration finden Sie in der Infografikstrecke Auslandsrekrutierung.

Unternehmen und Verwaltung im Dialog

Deutschland steht zunehmend für eine offene Willkommenskultur. Diese Offenheit soll sich auch in einem Abbau bürokratischer Hürden zeigen und damit die Unternehmen unterstützen. Wirtschaft und Verwaltung wollen klären, wo es weiteren Verbesserungsbedarf gibt und wie sich Hemmnisse beiseite räumen lassen. Das Forum für diesen Dialog bot die Fachtagung „Internationale Fachkräfte integrieren“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie am 21. Februar 2013. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde der Unternehmenspreis für gute Vorbilder einer gelebten Willkommenskultur verliehen. Weitere Infos finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Bereits im Juni 2012 hat das Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen der Fachkräfte-Offensive gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales und der Bundesagentur für Arbeit das mehrsprachige offizielle Onlineportal Make it in Germany ins Leben gerufen. Hier erhalten Zuwanderungsinteressierte aus aller Welt erste Informationen zum Leben und Arbeiten in Deutschland. Die Inlandsplattform bündelt systematisch die besten Beratungs- und Unterstützungsangebote für Unternehmen und Fachkräfte.

Durch die Blue-Card-Regelung, die im August 2012 in Kraft trat, wurde akademisch qualifizierten Fachkräften aus Nicht EU-Staaten der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtert.

Eine Erleichterung für Migrantinnen und Migranten sowie für Unternehmen stellt das Anerkennungsgesetz (PDF: 350 KB) dar: Personen mit einer ausländischen Berufsqualifikation können seit April 2012 die Gleichwertigkeit mit einem deutschen Abschluss überprüfen lassen. Dabei wird ihre Berufserfahrung berücksichtigt. Sie erhalten einen Bescheid darüber, ob ihr ausländischer Berufsabschluss ganz oder teilweise gleichwertig zu einer deutschen Referenzqualifikation ist und welcher Nachqualifizierungsbedarf besteht. Informationen dazu bietet das BQ-Portal.

Willkommen in Deutschland

Internationale Fachkräfte zu rekrutieren ist das eine, sie ins Unternehmen und in den Alltag zu integrieren, das andere. Schon einzelne gezielte Maßnahmen können für neue Beschäftigte den Einstieg und das Einleben deutlich erleichtern und ihnen ein Gefühl des Willkommenseins geben. Dabei profitieren alle Seiten von einer gelungenen Integration der neuen Fachkräfte.
Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung zeigt Ihnen, wie Sie internationalen Fachkräfte finden, willkommen heißen und langfristig an sich binden können:

  • Rekrutierung aus dem Ausland:
    Internationale Fachkräfte zu finden erfordert unter Umständen ein spezifisches Vorgehen und zusätzliche Rekrutierungswege. Die Handlungsempfehlung unterstützt Sie hierbei und gibt Orientierung.
  • Willkommenskultur:
    Pflegen Sie in Ihrem Unternehmen eine Willkommenskultur und unterstützen und begleiten Sie Ihre internationalen Fachkräfte wirkungsvoll. Die Handlungsempfehlung nennt bewährte Maßnahmen und zeigt, wie es geht.
  • Diversity Management:
    Eine vielfältige, internationale Belegschaft bereichert Ihr Unternehmen. Wie Sie eine offene Unternehmenskultur gestalten und interkulturelle Kompetenzen entwickeln können, zeigt diese Handlungsempfehlung.
  • Employer Branding:
    Mit der Beschäftigung internationaler Fachkräfte signalisieren Sie, dass Sie über den Tellerrand schauen und Offenheit pflegen. Damit erhöhen Sie Ihre Arbeitgeberattraktivität. Diese Handlungsempfehlung zeigt Ihnen, wie Ihre internationalen Fachkräfte Ihr Employer Branding stärken können.

Gute Beispiele aus der Praxis

Wie Mittelständler internationale Fachkräfte erfolgreich rekrutiert und integriert haben, erfahren Sie in diesen Praxisbeispielen:

  • Pflegefachkräfte aus Lettland im Rheingau: Die MEDIAN-Klinik hat bereits wiederholt Pflegekräfte aus Lettland eingestellt. Ihre spezifischen Sprachkenntnisse für die Arbeit in der deutschen Klinik erwerben die gut ausgebildeten Neuankömmlinge zentral am Unternehmensstandort in Wiesbaden.
    Zum Praxisbeispiel Auslandsrekrutierung
  • Willkommen in Bayern: Fairness, Wertschätzung und respektvoller Umgang miteinander sind bei DELO, einem Hersteller spezieller Klebstoffe, selbstverständlich. Internationale Fachkräfte sind hier willkommen. Die Grundlagen dafür hat das Unternehmen aus dem Münchener Umland mit seiner Willkommenskultur geschaffen.
    Zum Praxisbeispiel Willkommenskultur
  • Vielfalt als Vorteil in Ostwestfalen: Teckentrup, ein Hersteller von Türen und Toren im westfälischen Verl, hat mit internationalen Fachkräften das Gemeinschaftsgefühl im Betrieb gestärkt und den Unternehmenserfolg gesteigert. Multinationale Teams erleichtern den Umgang mit internationalen Kunden, aber auch intern bringt der produktive Umgang mit den Sprach- und Kulturunterschieden Vorteile.
    Zum Praxisbeispiel Diversity Management

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