Thema des Monats: Demografischer Wandel

Bei den Auszubildenden zeichnet sich der demografische Wandel bereits ab: Es gibt weniger Schulabgängerinnen und Schulabgänger, Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Die sinkenden Geburtenraten führen dazu, dass der Nachwuchs an Fachkräften abnimmt. In wenigen Jahren wird ein Durchschnittsalter der Belegschaften von knapp 50 Jahren prognostiziert. Wie können Unternehmen ihren Fachkräftebedarf sichern und somit innovativ und wettbewerbsfähig bleiben?

Die Bundesregierung hat im April dieses Jahres ihre Demografiestrategie (PDF: 2 MB) vorgelegt. Sie beinhaltet Vorschläge, wie Deutschland dem demografischen Wandel begegnen kann. Einer der Schwerpunkte der Demografiestrategie befasst sich mit der Sicherung des Fachkräftebedarfs. Auf dem ersten Demografiegipfel am 4. Oktober 2012 kommen Akteure aus Politik und Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft in Arbeitsgruppen zusammen und entwickeln gemeinsam Arbeitsprogramme, den demografischen Wandel zu gestalten.

Vorhandene Potenziale nutzen

Im Inland gibt es noch große Potenziale zu erschließen.

  • Frauen sind heute bestens qualifiziert, aber oft nur in Teilzeit beschäftigt. Viele würden gern mehr arbeiten, wenn sie Familie und Beruf besser vereinbaren könnten.
  • Ältere wollen und können länger arbeiten –viele Unternehmen nutzen schon die Erfahrungen und das profunde Wissen der gut qualifizierten der Generation 50plus.
  • Oft noch nicht im Fokus der Unternehmen, aber dennoch ein großes Potenzial, stellen auch: Arbeitslose, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen ohne Berufsausbildung (Kurzstudie, PDF: 1 MB) oder Menschen ohne Schulabschluss (Kurzstudie, PDF: 1 MB) dar.  mehr dazu

Mehr über die Potenziale am Arbeitsmarkt sehen Sie hier: Großes ungenutztes Arbeitskräftepotenzial

Fachkräfte international anwerben und integrieren

Eine weitere Strategie gegen drohenden Fachkräftemangel ist die Beschäftigung internationaler Fachkräfte. Die besten Köpfe wollen gern nach Deutschland kommen und hier bleiben, wenn sie sich willkommen fühlen. Wie Sie Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen und wie Sie eine Willkommenskultur in Ihrem Unternehmen etablieren können, finden Sie in Handlungsempfehlungen des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung.
Internationale Fachkräfte bereichern die Belegschaft. Je vielfältiger Ihre Belegschaft ist, desto mehr profitieren Sie von dem Spektrum an Wissen und Erfahrungen Ihrer Beschäftigten. Die Handlungsempfehlung zum Thema Diversity Management zeigt Ihnen, wie es geht: Sie erfahren, wie Sie die Unterschiede in Ihrer Belegschaft zum Beispiel zur Steigerung Ihrer Innovationsfähigkeit oder zur verbesserten Kundenorientierung einsetzen können.  

Praxisbeispiele

Viele Unternehmen haben bereits erfolgreiche Strategien zur Fachkräftesicherung für sich entdeckt. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung stellt erfolgreiche Beispiele vor. 

  • Willkommenskultur ist Teil der Unternehmenskultur. Wertschätzung und respektvoller, offener Umgang mit jeder und jedem im Unternehmen ist der Geschäftsführerin eines mittelständischen Chemieunternehmens sehr wichtig. mehr
  • „Karneval der Kulturen“ ist eines der Events, mit denen ein Hersteller von Türen und Toren seine Vielfalt feiert. Viel teurer als solche Feste sei es, sich nicht mit der Vielfalt der Belegschaft zu befassen, sagt der Geschäftsführer. mehr
  • Pflegekräfte aus dem Ausland: Gut ausgebildetes Pflegepersonal hat eine Wiesbadener Klinik bereits zum zweiten Mal in Lettland gefunden. Damit sie noch schneller einsetzbar sind, lernen sie jetzt vor Ort die deutsche Sprache. mehr
  • Lebenserfahrung gesucht: Der Ingenieursberuf ist einer der Engpassberufe im akademischen Bereich. Immer öfter entdecken Unternehmen daher, dass 55-Jährige keineswegs zum alten Eisen gehören, sondern gern noch etwas bewegen. mehr
  • Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb: Soziales Engagement, betriebswirtschaftliche Weitsicht und Spaß an der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen motivieren ein Berliner Tiefbauunternehmen, auch Bewerberinnen und Bewerber auszubilden, die auf den ersten Blick weniger attraktiv wirken – mit Erfolg!

weitere Informationen:

Willkommensportal der Fachkräfteoffensive: "Make it in Germany"
Demografieportal der Bundesregierung

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