Thema des Monats: Duale Ausbildung

Über 570.000 neue Ausbildungsverträge wurden vergangenes Jahr abgeschlossen. Die ausbildungsaktiven Unternehmen nutzen die Vorteile der dualen Berufsausbildung, also der parallelen Ausbildung in Betrieben und Berufsschulen:

Wer selber ausbildet, ist unabhängiger vom externen Arbeitsmarkt und hat passgenau qualifizierte Fachkräfte. Denn die eigenen Nachwuchskräfte kennen das Unternehmen und verfügen über die im Betrieb benötigten Kompetenzen. Fachkräftesicherung wird daher von den meisten Unternehmen als das zentrale Motiv für eigenes Ausbildungsengagement genannt (DIHK-Ausbildungsumfrage 2012). Knapp 470.000 Ausbildungsbetriebe investieren derzeit in Deutschland in den eigenen Nachwuchs. Davon zählen die meisten zum Mittelstand.

Die abnehmende Zahl von Jugendlichen, die die Schulen verlassen, bereitet zusehends Probleme: Inzwischen meldet mehr als ein Drittel der Ausbildungsbetriebe große Schwierigkeiten bei der Besetzung seiner Ausbildungsstellen (BIBB-Betriebsbefragung). Diese Situation bietet neue Chancen für junge Menschen, die bisher auf dem Ausbildungsmarkt nicht im Mittelpunkt standen. Mehr über die Potenziale beispielsweise von Jugendlichen mit Fachhochschul- und Hochschulreife  oder mit mittlerem Schulabschluss und Vorteile für Ihr Unternehmen, die sich aus der Einstellung neuer Zielgruppen für die Ausbildung ergeben können, finden Sie in den Kurzstudien in der Rubrik „Ausbildung im Mittelstand“ des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung. Es lohnt sich, links und rechts der ausgetretenen Pfade nach Auszubildenden zu suchen. Oft finden sich hier ungehobene Schätze, wie das Beispiel eines Berliner Tiefbauunternehmens zeigt.

Den Jungen eine Chance – den Unternehmen gute Fachkräfte

Das System der dualen Berufsausbildung schafft eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten:

  • Jugendliche erlernen einen Beruf und sammeln gleichzeitig praktische Erfahrungen. Sie erhöhen so nachhaltig ihre Erwerbschancen. Eine gute Verzahnung von Theorie (im Berufsschulunterricht) und Praxis (im Ausbildungsbetrieb) fördert die Ausbildungsqualität. Durch die Praxisnähe und Bedarfsorientierung der dualen Berufsausbildung ist die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland sehr niedrig und junge Menschen schaffen im internationalen Vergleich einfacher den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Deutschland wird weltweit für sein System der dualen Berufsausbildung anerkannt.
  • Unternehmen können mit der betrieblichen Ausbildung wirkungsvoll den Fachkräftemangel im eigenen Betrieb bekämpfen. Sie sichern sich Nachwuchskräfte, die sie langfristig an sich binden und weiterqualifizieren können. Unternehmen können zudem auf einen großen Pool von gut qualifizierten Fachkräften zurückgreifen, da die Ausbildungsstandards eine hohe Qualität sichern und Unternehmen nicht zwingend auf Absolventen mit Hochschulabschluss angewiesen sind.

Führende Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft haben mit dem Ausbildungspakt (PDF: 64 KB) bekräftigt, dass sie das deutsche Erfolgsmodell der dualen Berufsausbildung bewahren und weiterentwickeln wollen. Seit seiner zweiten Verlängerung im Oktober 2010 verfolgt der Pakt das Hauptziel, insbesondere Altbewerberinnen und Altbewerber, Migrantinnen und Migranten, lernbeeinträchtigte Jugendliche sowie Jugendliche mit Behinderung künftig stärker in die Ausbildung zu integrieren. Mit der Kampagne Praktisch unschlagbar werben das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und das Bundesministerium für Bildung und Forschung für die große Vielfalt an Berufen und die sehr guten Karriereperspektiven, die eine duale Berufsausbildung eröffnet.

Rückgrat der dualen Berufsausbildung: Kleine und mittlere Unternehmen

Traditionell ist die duale Berufsausbildung für Handwerksbetriebe und andere Mittelständler der beste Weg zur Nachwuchsgewinnung. Jugendliche wissen die Vorteile eines vergleichsweise kleinen Ausbildungsbetriebs durchaus zu schätzen. In einer Befragung von über 4000 Auszubildenden wurden von den Auszubildenden in kleinen Unternehmen insbesondere das gute Arbeits- und Betriebsklima sowie die enge persönliche Betreuung in kleinen Unternehmen sehr gelobt (Schank, 2011). Dennoch erleben viele Mittelständler, dass es zunehmend schwieriger wird, geeignete Auszubildende zu finden. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung gibt Ihnen Tipps und Handlungsanleitungen:

Ein erfolgsversprechender Weg, um engagierte Auszubildende zu gewinnen, ist es, frühzeitig an Schulen für die eigenen Ausbildungsangebote und relevanten Berufsbilder zu werben oder Praktika anzubieten im Rahmen einer Schulkooperationen.

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