Thema des Monats: Betriebliche Weiterbildung

Betriebliche Weiterbildung boomt:

  • Nimmt man alle organisierten Formen der beruflichen Fort- beziehungsweise Weiterbildung wie Lehrgänge, Vorträge, Seminare und (Wochenend-)Kurse zusammen, so haben sich im Jahr 2011 acht Millionen Personen weiter qualifiziert.
  • Auch für die meisten Unternehmen gehört Weiterbildung zum betrieblichen Alltag. Knapp 83 Prozent der kleinen Unternehmen und fast alle mittleren und großen Unternehmen bieten ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Weiterbildung an.

Gerade kleine Unternehmen investieren in die Weiterbildung: Pro Kopf geben sie 1.066 Euro im Jahr aus, über 31 Stunden verbringen die Beschäftigten mit Weiterbildung. Dabei helfen die Beschäftigten mit, indem sie einen großen Teil der Weiterbildung (über 40 Prozent) in ihrer Freizeit absolvieren.

 

Weiterbildung funktioniert in vielen Varianten

Neben dem Besuch von Lehrveranstaltungen gewinnt die sogenannte informelle Weiterbildung am Arbeitsplatz an Bedeutung. Diese kann z.B. durch den Austausch zwischen Kolleginnen und Kollegen oder die Einweisung von Vorgesetzten erfolgen. Darüber hinaus halten immer mehr Beschäftigte ihr Fachwissen durch Fachzeitschriften oder Selbstlernprogramme am PC aktuell. >> mehr dazu 

Weiterbildung ist strategische Personalpolitik

Die Unternehmen erkennen den Nutzen von Weiterbildung: Sie können ihre Beschäftigten fördern, das Know-how auf dem aktuellen Stand halten, die Innovationsfähigkeit sichern und den Unternehmenserfolg steigern. Viele Unternehmen nutzen laut IW-Weiterbildungserhebung Qualifizierungsangebote auch dazu, die Arbeitszufriedenheit der Belegschaft und die Attraktivität des Unternehmens für die (neuen) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu steigern.

  • Zur Planung von Weiterbildungen bietet sich ein individuelles Mitarbeitergespräch an, in dem die Interessen von Unternehmen und Mitarbeiterin oder Mitarbeiter ausgelotet werden können.
  • In fast zwei Dritteln der Unternehmen wird die Weiterbildung als ein zentraler Bestandteil der strategischen Personalplanung eingesetzt.
  • Eine direkte Kooperation mit Weiterbildungsanbietern kann überdies eine Hilfe sein, neue Fachkräfte mit frischem Wissen für das Unternehmen zu finden.

Fort- und Weiterbildung – für jeden Bedarf die passende Form

Betriebliche Weiterbildung umfasst ein weites Spektrum an Maßnahmen: vom Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen bis hin zu mehrmonatigen Aufstiegsfortbildungen mit einem Zertifikat.

  • Meister oder Technikerabschlüsse: Rund 118.000 Fortbildungsprüfungen wurden 2011 absolviert. Damit leisten die Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung, denn viele Meister- und Technikerberufe zählen zu den aktuellen Mangelberufen.
  • Berufsbegleitendes Studium: Ein berufsbegleitendes Studium ermöglicht die akademische Qualifizierung von Beschäftigten, ohne auf deren Arbeitsleistung vollständig verzichten zu müssen.
  • Wissens- und Erfahrungstransfer: Fördern Sie einen regelmäßigen Austausch von Erfahrungen und Wissen zwischen Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, indem Sie Gelegenheiten und Räume dafür schaffen.
  • Laufbahn- und Nachfolgeplanung: Weiterbildung ist häufig integraler Bestandteil einer Laufbahn- und Nachfolgeplanung. Sie können Beschäftigte an sich binden, auch wenn diese keine Führungsaufgaben anstreben oder Sie ihnen mittelfristig keine anbieten können. 
    Eine erfolgreich umgesetzte Laufbahnplanung verbindet unterschiedliche Elemente der Weiterbildung, wie ein Unternehmensbeispiel zeigt. 

Keine Weiterbildung im klassischen Sinne, aber in der engen Verbindung zwischen Aus- und Weiterbildung sehr nah daran, sind diese Instrumente:

  • Duales Studium: Das Duale Studium ermöglicht Abiturientinnen und Abiturienten, die Vorteile der Berufsausbildung mit einem Studium zu verknüpfen. Ihnen als Unternehmen bietet es die Chance, Fach- und Führungskräftenachwuchs für sich zu gewinnen und bedarfsgerecht zu qualifizieren.
  • Traineeprogramme: Um Hochschulabsolventen den Einstieg zu erleichtern, können Sie Traineeprogramme anbieten. Während die Beschäftigten die verschiedenen Abteilungen oder Bereiche Ihres Unternehmens durchlaufen, gewinnen einen guten Überblick und lernen als zukünftige Fach- oder Führungskräfte Verantwortung zu übernehmen.

Weitere Informationen:

IW-Weiterbildungserhebung 2011

Engpassanalyse (PDF: 381 KB)

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