Qualifizierung für die digitale Zukunft

Studie

Bereits ein Drittel aller Unternehmen beschäftigt sich hierzulande intensiv mit dem Thema Digitalisierung und ist sich der großen Bedeutung des Internets für ihre Geschäftsaktivitäten bewusst. Damit zeichnen sie sich durch einen hohen Digitalisierungsgrad aus. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen großen Betrieben dabei in nichts nach. Dies sind die Kernergebnisse der KOFA-Studie zum Digitalisierungsgrad in der deutschen Volkswirtschaft.

Digitalisierung - eine Frage, die jedes Unternehmen angeht

Digitalisierung betrifft nicht nur große Unternehmen, sondern alle. Die repräsentative Unternehmensbefragung im Rahmen des IW-Personalpanels zeigt: Der Digitalisierungsgrad eines Betriebes steht in einem signifikanten Zusammenhang mit dem Anteil hochqualifizierter Mitarbeiter, dem Anteil der Personen, die an einem Internetarbeitsplatz ihre Aufgaben erfüllen und der Altersverteilung in der Belegschaft. Digital ausgerichtete Unternehmen sind innovativer und vor allem unter den unternehmensnahen Dienstleistern, wie Banken, Logistikunternehmen oder Unternehmensberatungen, zu finden.

Entscheidend ist daher, in welcher Form Ihr Unternehmen von der Digitalisierung betroffen ist. Wo sehen Sie zum Beispiel Chancen und Risiken für Ihren Betrieb vor dem Hintergrund des digitalen Wandels und der zunehmenden Bedeutung des Internets? Welche Konsequenzen ergeben sich für Ihre Arbeitsprozesse, die berufliche Qualifizierung Ihrer Fachkräfte und die Personalentwicklung?

Lernen von den Vorreitern

Laut des aktuellen Monitoring-Report Wirtschaft Digital 2015 ist die mangelnde Verfügbarkeit von Fachkräften das größte Manko, um hierzulande die Digitalisierung voranzutreiben. Die Erfahrungen der digitalen Vorreiterbetriebe können Ihnen Orientierung geben, welche Kompetenzen Ihre Beschäftigten in einer digitalen Arbeitswelt aufweisen sollten und mit welchen personalpolitischen Instrumenten Sie Ihre Mitarbeiter am besten auf die künftigen Herausforderungen vorbereiten:

Im digitalen Wandel nehmen die Anforderungen an die Fähigkeiten, Fertigkeiten und das Wissen der Mitarbeiter zu:

  • Während es heute noch vielerorts ausreicht, dass lediglich ausgewählte Belegschaftsangehörige über entsprechende IT-Kompetenzen verfügen, wird dies in Zukunft auch von der Mehrheit der Beschäftigten verlangt werden, um die Potenziale digitaler Technologien zur Steigerung der Effizienz von Arbeits- und Fertigungsprozessen ausschöpfen zu können. Die IT-Kompetenzen gliedern sich zum Beispiel in IT-Fachwissen und dem Umgang mit dem Internet als Arbeitsmittel. Digital ausgerichtete Unternehmen sind zu zwei Drittel (beim IT-Fachwissen) bis drei Viertel (beim beruflichen Umgang mit dem Internet als Arbeitsmittel) davon überzeugt, dass diese Kompetenzen eine größere Rolle in der Arbeitswelt spielen werden.
  • Mit dem digitalen Wandel steigen zugleich die Anforderungen an die sozialen Kompetenzen der Mitarbeiter. Flexible Arbeitsorganisationen, die Arbeit in virtuellen Teams und dezentrale Entscheidungsstrukturen verlangen von Mitarbeitern hohe Kooperationsbereitschaft, ausgeprägte Kommunikationsstärke sowie die Fähigkeit und Bereitschaft sich und die eigene Arbeit eigenständig und eigenverantwortlich zu organisieren. Eine zunehmende Bedeutung der sozialen Kompetenzen erwarten demnach acht von zehn der stark digitalisierten Betriebe.

Die KOFA-Studie belegt zudem: Die Unternehmen sind sich der eigenen Verantwortung bewusst, damit sie von einer zunehmenden Verbreitung des Internets wirtschaftlich profitieren können. Dies gilt gleichermaßen für betriebliche Qualifizierungsmaßnahmen zur besseren beruflichen Nutzung des Internets – dies sagen sieben von zehn der stark digitalisierten Unternehmen – wie für den Erhalt und die Steigerung der Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter und Führungskräfte – dies sagen drei Viertel der stark digitalisierten Unternehmen.

Auffällig ist: Unternehmen mit einer starken Digitalisierung sind bereits heute in der Personalarbeit gut vorbereitet. Sie sind in der Personalentwicklung und Weiterbildung nicht nur engagierter, sondern auch vorausschauender. Dabei kommt es weniger auf formelle Weiterbildungsangebote in Form von Seminaren und Trainings an, die in KMUs schwieriger umzusetzen sind, sondern auf individuelle Entwicklungsmöglichkeiten der Mitarbeiter am Arbeitsplatz:

  • Die systematische Analyse von Kompetenzprofilen und beruflichen Ambitionen hilft den Führungskräften, die Mitarbeiter für Veränderungen zu gewinnen und zu befähigen.
  • Eine lernförderliche Arbeitsumgebung, altersgemischte Teams und Wissenstransfersysteme leisten die Gewähr, dass die Beschäftigten in einem digitalisierten Umfeld das erforderliche berufliche und betriebliche Erfahrungswissen aufbauen, erhalten, weiterentwickeln und auch an andere weitergeben können.  

Diese Ergebnisse zeigen: Digitalisierung hat unmittelbare Auswirkungen auf ihre strategische Personalentwicklung. Ein Mehr an Digitalisierung geht Hand in Hand mit einer guten und vorrauschauenden Personalarbeit.

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