Engpassanalyse 2012 II

Studie

Viele Unternehmen berichten von Fachkräfteengpässen

Fachkräfteengpässe sind bereits in zahlreichen Berufen und Branchen akut und betreffen viele kleine und mittlere Unternehmen. Derzeit berichten bereits 50 bis 60 Prozent der KMU von großen oder mittleren Problemen, offene Stellen mit Fachkräften zu besetzen. Im Gegensatz zu Großunternehmen beklagen sie insbesondere einen Mangel an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung.

Die meisten Engpässe bestehen in gewerblichtechnischen Berufen

Neun der zehn Berufe mit den größten Engpässen bei beruflich Qualifizierten sind gewerblich-technische Berufe. Dies spiegelt den Schwerpunkt der deutschen Wirtschaft wider, der in den Hochtechnologiebranchen mit einem großen Bedarf an technischen Arbeitskräften zu sehen ist. Als einziger nicht gewerblichtechnischer Beruf zählen Krankenschwestern/-pfleger und Hebammen zu den Top Ten-Engpassberufen der beruflich Qualifizierten.

Es fehlen mehr Fachkräfte mit Berufsausbildung als mit akademischem Abschluss

Insgesamt sind die derzeitigen Fachkräfteengpässe bei beruflich Qualifizierten quantitativ größer als diejenigen bei Hochqualifizierten. Knapp 225.000 Stellen in Engpassberufen für beruflich Qualifizierte sind ausgeschrieben. Demgegenüber stehen lediglich 52.000 offene Stellen in Engpassberufen für Akademikerinnen und Akademiker. Zudem bestehen derzeit nur in zehn akademisch geprägten Berufsfeldern, die mindestens 1.000 Arbeitslose aufweisen, Fachkräfteengpässe. Dem gegenüber stehen 57 entsprechende Engpassberufe für beruflich Qualifizierte. Zwar sind diese Qualifikationen
leichter zu erwerben und flexibler durch Quereinsteiger zu besetzen, dennoch sollte die aktuelle Fachkräftediskussion die Zielgruppe der beruflich Qualifizierten mindestens genausi wie die Akademikerinnen und Akademiker in den Blick nehmen. Hierzu leistet das  Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) einen Beitrag.

KMU sind von Fachkräfteengpässen besonders betroffen

Kleine und mittlere Unternehmen sind von diesen Engpässen bei beruflich Qualifizierten besonders betroffen, weil die Mehrzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den gewerblich-technischen Engpassberufen in KMU tätig ist. So sind beispielsweise rund 70 Prozent der Elektroinstallateure/-innen und sogar 92 Prozent der Rohrinstallateure/-innen in KMU beschäftigt.

Die Zahl der Engpassberufe hat seit 2001 deutlich zugenommen

Seit 2001 hat die Zahl der Engpassberufe bei beruflich Qualifizierten von 17 auf 57 Berufe deutlich zugenommen. Bei den akademisch geprägten Berufen fiel die Zunahme von sechs auf zehn Berufe etwas geringer aus. In beiden Qualifikationsgruppen stellen MINT-(affine) Berufe die Mehrheit. Dennoch sind besonders im Bereich der beruflich Qualifizierten viele Dienstleistungsberufe hinzugekommen.

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