Wie können rentenberechtigte Mitarbeiter gehalten werden?

Viele Firmen und Betriebe ringen um Fachkräfte. „Zur Stärkung von Prävention und Rehabilitation im Erwerbsleben“ verabschiedete die Bundesregierung im Jahr 2016 das sogenannte „Flexirenten-Gesetz“. Dieses Gesetz ermöglicht den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen individuell flexiblen Übergang in den Ruhestand. Gleichzeitig soll die Attraktivität erhöht werden, über die reguläre Altersgrenze hinaus zu arbeiten.

Unternehmen wollen Ältere halten

Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarktforschung (IAB) ist jedem dritten Unternehmen sehr daran gelegen, rentenberechtigte Mitarbeiter zu halten. Die erfolgreichsten betrieblichen Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen, sind kürzere und flexiblere Arbeitszeiten. Von den 650.000 Mitarbeitern, die im Jahr 2015 das Rentenberechtigungsalter erreichten oder bereits rentenberechtigt waren, wollten die Unternehmen 170.000 Personen halten – gelungen ist es ihnen bei knapp 145.000 Mitarbeitern.

Erfolgreiches Instrument: Flexible Arbeitszeiten

Für 60 Prozent der befragten Unternehmen stellte eine Verkürzung der Arbeitszeit sowie flexiblere Arbeitszeiten (49 Prozent) die erfolgreichsten Mittel zur Weiterbeschäftigung rentenberechtigter Mitarbeiter dar. Die Veränderung des Tätigkeitsfeldes sowie eine höhere Entlohnung, Prämien oder eine Beförderung waren lediglich für 17 bzw. 13 Prozent der Unternehmen ein erfolgreiches Mittel zur Mitarbeiterbindung Älterer. Gänzlich zu vernachlässigen als Instrumente zur Mitarbeiterbindung in diesem Bereich sind laut der Studie der Ausbau des Gesundheitsschutzes sowie die Verbesserung der Weiterbildungsmöglichkeiten.

Verarbeitendes Gewerbe besonders betroffen

Besonders im verarbeitenden Gewerbe besteht aufgrund der Fachkräfteengpässe ein großer Bedarf daran, rentenberechtigte Mitarbeiter zu halten. Liegt ein solcher Fachkräfteengpass vor, steigt der Wunsch die Mitarbeiter zu halten deutlich an. Besonders KMU ringen um den Verbleib der Fachkräfte, da für sie der Wegfall eines erfahrenen Mitarbeiters einen großen Verlust an Fachkompetenz bedeuten kann und sie darüber hinaus bei der Neubesetzung der freigewordenen Stelle mit adäquatem Nachwuchs großen Firmen strukturell unterlegen sind.

Über folgenden Link können Sie die Studie herunterladen:
http://www.iab.de/194/section.aspx/Publikation/k170629301

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