Unternehmen wagen Inklusion

Inklusion in der Berufsausbildung ist bereits in vielen Unternehmen Realität. Knapp ein Viertel aller ausbildenden Unternehmen beschäftigte in den vergangenen fünf Jahren Azubis mit Behinderung. Das ergab eine Befragung von knapp 1.400 Firmen durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Haben Betriebe bereits Erfahrungen mit Beschäftigten mit Handicap, liegt die Wahrscheinlichkeit sehr viel höher, dass sie entsprechende Azubis ausbilden.

Entscheidende Faktoren für die Ausbildung von Menschen mit Behinderung

Ein wichtiger Faktor dafür, ob ein Unternehmen Menschen mit Behinderung ausbildet oder nicht ist die Betriebsgröße: 22 bzw. 34 Prozent aller kleinen und mittleren Ausbildungsunternehmen bilden Jugendliche mit Behinderung aus. Bei Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern sind es gut die Hälfte. Zudem sind Unternehmen, denen Fachkräfte fehlen, eher bereit, Azubis mit Handicap eine Chance zu geben. Eine weitere Rolle spielt, ob Firmen auf Vielfalt setzen. „Firmen, die Jugendliche mit Migrationshintergrund oder sozial Benachteiligte beschäftigen, stellen eher Jugendliche mit Behinderung ein“, sagt IW-Ausbildungsexperte Christoph Metzler.

Vorbehalte reduzieren und Kontakt verbessern

Die IW-Unternehmensbefragung zeigt außerdem, dass sich einige Vorbehalte reduzieren, sobald Unternehmen Erfahrungen mit Azubis mit Behinderung gemacht haben. So scheuen knapp die Hälfte der unerfahrenen Firmen den hohen bürokratischen Aufwand, aber nur rund ein Drittel der erfahrenen Betriebe geben an, dass sie die Bürokratie von weiteren Einstellungen abhält. Eine Herausforderung, die von allen gleichermaßen benannt wird: Das Matching zwischen den Unternehmen und den betroffenen Jugendlichen, die eine Ausbildung suchen, muss noch verbessert werden.

Unternehmensengagement braucht Unterstützungsangebote

Bei der Frage, welche Angebote das Engagement der Unternehmen besonders gut unterstützen, fällt das Votum in der IW-Umfrage eindeutig aus: Mehr als drei Viertel finden es hilfreich, einen festen externen Ansprechpartner etwa für das Beantragen von Fördergeldern zu haben. Knapp drei Viertel votieren für eine zentrale Informationsstelle zum Thema sowie Ausbildungsmaterial in leichter Sprache. Etwa 37 Prozent nutzen die sozialpädagogische Begleitung für Auszubildende. Die  IW-Unternehmensbefragung wurde im Rahmen des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) erstellt, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird.

Weitere Informationen zum Thema im IW-Trends "Menschen mit Behinderung in der dualen Ausbildung- Begünstigende und hemmende Faktoren".


Wenn Sie Interesse an weitergehenden Informationen für Ihr Unternehmen haben, finden Sie in unserer Handlungsempfehlung Rekrutierung von Menschen mit Behinderung praxisnahe Hilfestellungen.

 

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung: Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung wurde erstmals im Jahr 1993 begangen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der offiziellen Website des UN-Programms für die Rechte und Würde von Menschen mit Behinderungen.

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