Tafelsilber oder altes Eisen?

Im deutschen Mittestand ist derzeit ein Fünftel der Beschäftigten über 54 Jahre alt. Eine Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels zeigt: Älteren Beschäftigten wird große Wertschätzung entgegengebracht.

Der Anteil an über 54-jährigen im deutschen Mittelstand ist in den vergangen 10 Jahren stark gestiegen und liegt derzeit bei 21 Prozent. Grund dafür ist vor allem die alternde  Bevölkerung. Die Verschiebung der Altersstruktur hat Folgen für die Produktivität und betriebliche Arbeitsabläufe. Ältere Beschäftigte haben oft andere Stärken, Schwächen und Bedürfnisse als jüngere. Mit der Sonderauswertung hat KfW Research analysiert, wie die Einschätzung kleiner und mittlerer Unternehmen zu dieser Veränderung ist und welchen Stellenwert sogenannten „Silver Workers“ im Betrieb haben.

Mittelständler arbeiten gern mit Älteren

Vor allem Zuverlässigkeit und Expertise sind bei KMU hoch angesehen, wie die Befragung zeigt. 62 Prozent der befragten Unternehmer stimmen der Aussage zu, dass ältere Mitarbeiter zuverlässiger als jüngere sind und 56% erachten die Expertise der älteren Mitarbeiter als wichtig für ihr Unternehmen. Bei den Schwächen älterer Mitarbeiter sieht das Bild umgekehrt aus. Mehr als die Hälfte stimmen der Aussage, dass ältere Beschäftigte weniger belastbar sind, nicht zu. Bei der Frage, ob ältere Beschäftigte die Personalkosten erhöhen verneinen  42 Prozent dies, während 29% dem zustimmen. Mittelständler sehen also ältere Beschäftigung mehrheitlich positiv.

Ältere wichtig für strategische Fachkräftesicherung

Für strategische Fachkräftesicherung wird die ältere Belegschaft immer wichtiger. Um sie länger und produktiv im Unternehmen zu halten, müssen sich Unternehmen auf die Kompetenzen und Bedürfnisse einstellen. Dazu gehört zum Beispiel die altersgerechte, ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze, betriebliche Weiterbildung und die Gesundheitsförderung. Besonders wichtig ist es, ein generationenübergreifendes Arbeitsklima zu schaffen, so Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. Zu den Ergebnissen der Studie sagt er: „Die Kombination aus Älteren mit wertvollem Erfahrungswissen und Jüngeren mit leichterem Zugang zu neuen Entwicklungen kann Synergien erzeugen und die Produktivität fördern. Die Mittelständler tun deshalb gut daran, jetzt die Weichen zu stellen für ein generationenübergreifendes Arbeitsklima und kontinuierliche Weiterbildung“. Einige KMU haben bereits damit begonnen - 17 Prozent haben entsprechende Maßnahmen umgesetzt und 28 Prozent bereiten sich auf die neuen Anforderungen vor.


Wie Sie einen guten Wissens- und Erfahrungstransfer in Ihrem Unternehmen gestalten können, erfahren Sie in unserer Handlungsempfehlung.

Wenn Ihr Unternehmen bisher eher jüngere Mitarbeiter eingestellt hat, gucken Sie bei der nächsten Ausschreibung doch auch einmal gezielt nach älteren Bewerbern. Nutzen Sie die Berufserfahrung der Generation 50plus. Wie, das erfahren Sie in unserer Handlungsempfehlung Rekrutierung Älterer.

Den aktuellen Fokus Volkswirtschaft „Tafelsilber oder altes Eisen? Ältere Beschäftigte im Mittelstand“ finden Sie hier.

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