Regionale Fachkräftesicherung durch Zuwanderung

Zuwanderung kann dem Fachkräftemangel in Deutschland zumindest teilweise entgegenwirken. Doch oft bleiben Zugewanderte in den Regionen aus, wo sie dringend gebraucht werden. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt auf, warum und wie ausländische Fachkräfte gezielter in betroffene Regionen gelenkt werden könnten.

Große Lücken in den Belegschaften im Osten erwartet

Im Süden und in weiten Teilen im Westen, wo die Arbeitslosenquote verhältnismäßig gering ausfällt, besteht ein hoher Bedarf an Fachkräften. Die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sind gut, weswegen es viele Erwerbsmigranten insbesondere nach Bayern und Baden-Württemberg zieht. In weiten Teilen Ostdeutschlands besteht aktuell zwar noch kein akuter zusätzlicher Fachkräftebedarf, jedoch altern die Gebiete besonders stark. Dadurch ist ein zukünftig hoher Ersatzbedarf zu erwarten. Während  beispielsweise nahezu jeder vierte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Spree-Neiße-Kreis in Brandenburg 55 Jahre oder älter ist (23,6 Prozent), sind es in Frankfurt am Main nur 12,9 Prozent. Im Osten werden also in einigen Jahren große Lücken in der Belegschaft entstehen, die Zugewanderte verkleinern könnten.

Ausländische Staatsangehörige zieht es in die Metropolen

Traditionell ist der Ausländeranteil an der Bevölkerung in Westdeutschland sehr viel höher als im Osten - ausgenommen Berlin. Ebenfalls typisch: Es zieht ausländische Staatsangehörige eher in Metropolregionen, wie das Ruhr- oder das Rhein-Main-Gebiet, als in ländliche Gebiete.
Oft liegt es an der mangelnden Bekanntheit ländlicher Regionen aber auch an Migrantennetzwerken, die vorwiegend in großen Städten vorhanden sind. Denn Neuzuwanderer zieht es häufig in Regionen, in denen bereits viele Landsleute leben.

Regionen für Zuwanderer attraktiv machen

Unternehmen können selbst einen Teil dazu beitragen, dass ihre Regionen für Zuwanderer bekannt und attraktiv werden. Eine regionenspezifisch organisierte Auslandsrekrutierung und ein spezielles Informationsangebot können interessierte Fachkräfte aus dem Ausland über die Arbeitsmarktsituation außerhalb bekannter Metropolregionen aufklären. Beispielsweise können Regionen- und Städtepartnerschaften dabei helfen. Die Ausbildung ausländischer Nachwuchskräfte – beispielsweise über das europäische Programm MobiPro-EU – kann ebenfalls ein vielversprechender Weg für Betriebe sein, um junge Leute in die Region zu locken. In unserer Handlungsempfehlung zur Ausbildung europäischer Nachwuchskräfte erfahren Sie mehr zum Programm.


Die Studie des IW Köln mit weiteren Informationen finden Sie hier.

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