Neuer Rekord bei unbesetzten Ausbildungsstellen

48.900 Ausbildungsplätze blieben zu Beginn des Ausbildungsjahres unbesetzt – ein sattes Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ebenso deutlich stieg die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber, die keine Lehrstelle bekommen haben. Sie liegt bei 27.300. Die Passungsprobleme am Arbeitsmarkt sind somit weiter gestiegen.

Ausbildungsinteressierte sollten deshalb beruflich und räumlich flexibler sein. Bewerbungen in Engpassberufen und außerhalb der Heimatregion können die Chancen auf einen Ausbildungsplatz deutlich erhöhen. Gleichzeitig sollten Unternehmen auch den vermeintlich leistungsschwächeren Bewerbern und Bewerberinnen eine Chance geben. In der laufenden Nachbesetzungsphase besteht dazu weiterhin die Möglichkeit.

Erfreulich ist hingegen, dass es immer besser gelingt junge Menschen mit Hochschulzugangsberechtigung für eine Ausbildung zu gewinnen. Inzwischen stellen sie mehr als ein Viertel aller Ausbildungsinteressierten. Viele von ihnen hatten sich zuvor an einem Studium versucht. Die Zahl der Studienabbrecher und Studienabbrecherinnen, die sich jetzt für eine Ausbildung interessieren, stieg um 9 Prozent. Unternehmen sollten diese wachsende Zielgruppe direkt ansprechen. Auch ein Engagement in der Berufsorientierung von Abiturienten kann sich für die Unternehmen lohnen – laut der aktuellen KOFA-Studie fühlen sich nur 39 Prozent der Abiturienten gut über eine Ausbildung informiert.

Ein weiterer positiver Beitrag zum Ausbildungsmarkt kam von den Geflüchteten: Ohne ihr Interesse wäre die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen deutlich gesunken. Dabei werden in der Statistik nur Geflüchtete berücksichtigt, die bereits die erforderlichen Sprach- und Grundkenntnisse für eine Ausbildung mitbringen. Ihr großes Potenzial gilt es weiterhin zu nutzen.

Weitere Informationen zu den Ausbildungszahlen gibt es im aktuellen Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit. Aktuelle Engpassberufe sowie eine regionale Auswertung des Ausbildungsmarktes finden sich in der letzten KOFA-Studie.

Feedback geben