Karriere ohne Studium

Für den potenziellen Fachkräftenachwuchs hängt die Attraktivität eines beruflichen
Qualifizierungswegs auch von den Arbeitsmarktperspektiven ab. Ein zentraler Indikator hierfür ist das erwartete Einkommen. Für das Gehalt sind Fachrichtung, Beruf, Tätigkeitsanforderungen und Branche entscheidender als der Abschluss, wie eine Auswertung der Erwerbstätigenbefragung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sowie eine Unternehmensbefragung im Rahmen des IW-Personalpanels durch das IW Köln zeigen.

Zwar erhalten Akademiker im Durchschnitt einen höheren Stundenlohn als Fortbildungsabsolventen  (zum Beispiel Meister, Techniker, Fach- und Betriebswirte). Ein beachtlicher Anteil der Fortbildungsabsolventen, nämlich mehr als ein Viertel, erzielt jedoch ein Einkommen über dem durchschnittlichen Akademikerverdienst. Besonders im Vergleich zu Bachelorabsolventen haben sie kaum Gehaltsnachteile. Größere Einkommensunterschiede zeigen sich im Vergleich zu Master- und Diplomabsolventen. Tendenziell sind auch die Abweichungen zwischen gewerblich-technischen Fortbildungsabsolventen und Naturwissenschaftlern größer als bei kaufmännischen Fortbildungsabsolventen und Wirtschaftswissenschaftlern.

Eine Aufstiegsfortbildung ermöglicht einen Karrieresprung gegenüber einer beruflichen Erstausbildung. Fortbildungsabsolventen stoßen in Einkommensbereiche vor, in denen sich Akademiker bewegen. Beide Qualifikationswege bieten somit gute Karrierechancen, denn: „Unsere Analyse legt nahe, dass Unternehmen beide Gruppen brauchen und schätzen und die verschiedenen Abschlüsse komplementär sind“, sagt Studienautorin Flake vom IW Köln. Für Unternehmen gilt also nicht ‚entweder Akademiker oder Fortbildungsabsolvent‘, sondern vielmehr ‚sowohl als auch‘.

Die Fortbildung zum Meister, Industriemeister oder Techniker sind die bekanntesten beruflichen Fortbildungen mit einem hoch angesehenen Zertifikat. Für kleine und mittlere Unternehmen spielen sie vor allem eine Rolle, wenn es um Nachwuchssicherung oder eine frühzeitige Nachfolgeplanung geht. In unserer Handlungsempfehlung erfahren Sie mehr über die Meister-Techniker-Fortbildung.

Weitere Informationen zu der Studie finden Sie hier.

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