Frauenförderung – mehr als nur Quote

Erst vor drei Tagen hat die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) eine Studie herausgebracht – Titel: „Chefinnen im Mittelstand: Zuwachs gerät ins Stocken“. Mit lediglich 18 Prozent wird eine deutliche Minderheit mittelständischer Unternehmen von Frauen geführt. Wir vom KOFA möchten die Gelegenheit nutzen und einen Blick auf verschiedene Ansätze zur Unterstützung von Frauen in der Wirtschaftswelt werfen. Fest steht: Frauenförderung besteht aus weit mehr als der Erfüllung bestimmter Quoten.

Immer noch haben Frauen und Männer nicht die gleichen Chancen, in bessere Positionen aufzusteigen, Karriere zu machen und sich beruflich stetig zu verbessern. Eine Studie zeigt, dass 37 Prozent aller Frauen die „gläserne Decke“ bereits gespürt haben. Um "nach oben" zu kommen ist Frauen trotzdem nicht jedes Mittel recht; eine Frauenquote zum Beispiel hält die Zielgruppe selbst mehrheitlich für weniger wichtig. Wie ein anderer Bericht zeigt, wird sie nur von 26 Prozent der Frauen als wichtig empfunden. Als „Quotenfrau“, die nur wegen ihres Geschlechts ihren Weg in die Chefetage gefunden hat, möchte wohl keine Frau gern wahrgenommen werden. Vielmehr geht es Frauen darum, dass der Blick ganz gezielt auf ihre Fähigkeiten und Stärken gerichtet und anerkannt wird, dass sie durch ihre organisatorischen, kommunikativen und fachlichen Fertigkeiten ebenso für Führungspositionen geeignet sind wie ihre männlichen Kollegen.

Wer langfristig mehr Führungspositionen mit Frauen besetzen möchte, sollte zur Ergebnissicherung intern eine bestimmte Zielsetzung für die nächsten Jahre festlegen. Doch nur damit, einen größeren Anteil höherer Stellen mit Frauen zu besetzen, ist es nicht getan. Nachhaltige Frauenförderung bedeutet auch, jungen Frauen Karriereperspektiven aufzuzeigen und Entwicklungen zu ermöglichen. Unternehmen sollten sich bewusst machen, wie es gerade in ihrem Unternehmen um die Situation von Frauen bestellt ist und wo die Fallstricke für weibliche Karrieren liegen. In einem zweiten Schritt gilt es dann, das Thema aktiv anzupacken: Mit einer chancengerechten Unternehmenskultur, flexiblen Arbeitszeiten, der gezielten Förderung weiblicher Netzwerke im Unternehmen und einigen weiteren Ansatzpunkten liefert Ihnen auch unsere KOFA-Handlungsempfehlung Karrierepotenziale von Frauen ganz konkrete Hinweise.

Ein Interview zum Thema "Gender Pay Gap - Ein Thema für KMU?" finden Sie ebenfalls auf unseren Seiten.

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