Firmen investieren in Wissen

Noch nie haben Firmen und Beschäftigte soviel Geld und Zeit für die betriebliche Weiterbildung aufgewendet wie im vergangenen Jahr. Das belegt die vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln vorgelegte „IW-Weiterbildungserhebung 2014“, für die 1.845 Unternehmen befragt wurden.

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, stellt fest: „Betriebliche Weiterbildung hat in Deutschland derzeit Hochkonjunktur. Die Unternehmen fördern zunehmend die Potenziale ihrer Beschäftigten.“ Von ihrem Weiterbildungsengagement erwarten die Unternehmen vor allem einen größeren Geschäftserfolg und die Sicherung ihrer Innovationsfähigkeit. Weitere Motive sind der Wettbewerb um Fachkräfte, die Verbesserung von Arbeitszufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter sowie die Pflege der eigenen Arbeitgebermarke („Employer Branding“).

Im Jahr 2013 gaben 86 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit sich weiterzubilden; das waren so viele wie nie zuvor. Insgesamt investierten Unternehmen 33,5 Milliarden Euro in Weiterbildung. Das entspricht pro Mitarbeiter im Schnitt 1.132 Euro. Damit erreichen sowohl die Beteiligung der Firmen als auch die Ausgaben für die betriebliche Weiterbildung einen neuen Höchststand. Es wird aber nicht nur mehr Geld, sondern auch mehr Zeit für die betriebliche Weiterbildung aufgebracht. So nahm 2013 jeder Mitarbeiter im Schnitt 32,7 Stunden an Lehr- und Informationsveranstaltungen teil. Etwa ein Drittel der Weiterbildung entfällt dabei auf die Freizeit der Beschäftigten.

Die achte IW-Weiterbildungserhebung belegt wie vielfältige Befunde auch, dass Unternehmen zunehmend von Fachkräfteengpässen betroffen sind. So erklärten knapp zwei Drittel der Unternehmen, die neue Mitarbeiter gesucht haben, dass sie Schwierigkeiten hatten, Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung (64,6 Prozent) zu finden. Die Unternehmen reagieren auf diese Problemlage mit einem größeren Ausbildungsangebot in Engpassberufen und mit einem stärkeren Engagement bei der Weiterbildung. So gibt etwa die Hälfte der Unternehmen mit Rekrutierungsschwierigkeiten an, dass sie bereits beschäftigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterqualifiziert hat, weil keine geeigneten Personen auf dem Arbeitsmarkt zu finden waren. Die Weiterbildung hilft zudem, steigende Qualifikationsanforderungen zu erfüllen, indem die Kompetenzen der Beschäftigten erweitert und verbessert werden.

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