Fachkräftesicherung fängt mit der Unternehmungsgründung an

Junge Unternehmen verfügen über eine geringere Sichtbarkeit auf dem Arbeitsmarkt als alteingesessene Firmen. In dem Konkurrenzkampf um Fachkräfte setzen sie daher bewusst andere Akzente. Anstatt mit materiellen Anreizen versuchen sie Fachkräfte mit immateriellen Angeboten für sich zu gewinnen. Sie bauen verstärkt auf flache Hierarchien, flexible Arbeitszeitmodelle, ein lockeres Umfeld und individuelle Arbeitsbedingungen. Doch wie erfolgreich sind diese Methoden? Und wie steht es um den tatsächlichen Bedarf an Fachkräften?

Nach einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn (2015) benötigen 21,7% der jungen Unternehmen, die vor maximal fünf Jahren gegründet wurden, neue Fachkräfte. Der Anteil liegt bei Unternehmen, die seit über 10 Jahren existieren, mit 40,3% deutlich darüber. Der Hauptgrund für die Größe dieser Differenz liegt laut IfM in der Planungsunsicherheit der jungen Unternehmen. Diese täten sich anfangs schwer, das genaue Arbeitsvolumen zu kalkulieren und stellten aus Angst, sich zu übernehmen, systematisch zu wenig Beschäftigte ein. Das Alter des Unternehmens scheint keinen signifikanten Einfluss auf den Rekrutierungserfolg zu haben. Da tun sich etablierte Unternehmen genauso schwer wie die jungen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Fachkräftebedarf für junge Unternehmen noch kein großes Thema ist, im Regelfall aber nach dem sechsten Jahr der Unternehmensgründung steigt. Und herrscht einmal Fachkräftemangel, so scheint es schwer, die entstandene Lücke adäquat und zeitnah zu besetzen. Wie man seine Fachkräfte auch wirbt, eines ist sicher: dass man es richtig tun muss. Von Anfang an.

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