Deutschland gehen die Arbeitskräfte aus

Auch die Digitalisierung wird die Fachkräfteprobleme, vor denen Deutschland steht, nicht lösen. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC. Die Produktivitätssteigerungen, die mit dem digitalen Wandel einhergehen, werden nicht ausreichen, um die Differenz zwischen Arbeitskräftenachfrage und -angebot zu decken. Der bis 2030 erwartete Engpass von 4,2 Millionen Arbeitskräften wird sich laut PWC um etwa die Hälfte verringern. Dahingehend ist der digitale Wandel für Deutschland mehr ein Segen als – wie verbreitet angenommen – ein Fluch.

Die Prognosen für einzelne Berufsgruppen fallen unterschiedlich aus: In der Gesundheits- und Pharmabranche beispielsweise werden trotz Digitalisierung bis zum Jahr 2030 rund 300.000 zusätzliche Arbeitskräfte benötigt. Auch im öffentlichen Sektor steigt der Bedarf um 190.000 Erwerbstätige. Bei Akademikerberufen wird die Lücke zwischen Arbeitskräfteangebot und -nachfrage am größten sein. Hier werden bis 2030 etwa zwei Millionen Absolventen fehlen, besonders in den MINT-Fächern. Auf der anderen Seite wird es Branchen geben, in denen der Arbeitskräftebedarf rückläufig ist – die Studienautoren nennen zum Beispiel den Handel. Als Folge der Digitalisierung werden hier im Jahr 2030 voraussichtlich 940.000 Verkaufskräfte weniger benötigt.

Die Digitalisierung erfordert natürlich auch das entsprechende Know-how. Dadurch wird eine hohe, branchenübergreifende Nachfrage nach akademischen Fachkräften aus der Informations- und Kommunikationstechnologie entstehen. Aber auch das durch den digitalen Wandel notwendige lebenslange Lernen wird eine Berufsgruppe besonders hervorheben: die Lehrer. Im öffentlichen Sektor werden sie die Gruppe mit dem größten Engpass darstellen.

Feedback geben