Deutschland braucht mehr internationale Fachkräfte

Die Deutschen werden weniger und älter. Ohne Einwanderer wird die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter von heute rund 45 auf unter 29 Millionen im Jahr 2050 sinken. Diese Lücke ist ohne Zuwanderung nicht zu schließen. Selbst dann, wenn alle inländischen Potenziale ausgeschöpft werden und jährlich etwa 200.000 Personen mehr zu- als abwandern, wird das Erwerbspersonenpotenzial auf unter 37 Millionen Personen sinken. Der Osten Deutschlands sei hiervon besonders betroffen. Das haben Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Hochschule in Coburg im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung ermittelt. Nur wenn langfristig durchschnittlich 533.000 mehr Menschen zu- als abwandern, lasse sich die Lücke füllen.

Der Studie zufolge wird die hohe Zuwanderung aus EU-Ländern schon bald nachlassen. Hierfür werden zwei wesentliche Gründe genannt: Genau wie in Deutschland altert in den meisten Nachbarstaaten die Gesellschaft und tendenziell sind es eher jüngere Menschen, die eine Auswanderung anstreben. Gleichzeitig wird eine Abschwächung der europäischen Wirtschafts- und Finanzkrise weniger Zuwanderer nach Deutschland führen. Das wird mehr Einwanderung aus Nicht-EU-Staaten erfordern.

Unternehmen können ihren Teil dazu beitragen, damit sich EU-Bürgerinnen und -Bürger und Drittstaatler wohlfühlen und langfristig in Deutschland verbleiben. Häufig sind es die alltäglichen Dinge, bei denen das neue Personal Hilfe benötigt: Sei es die Wohnungssuche, Hilfe bei behördlichen Angelegenheiten oder die Einführung in die regionalen Gepflogenheiten. Fühlen sich ausländische Fachkräfte und deren Familien in der neuen Umgebung wohl, wirkt sich dies positiv auf die allgemeine Mitarbeiterzufriedenheit und das Unternehmens-Image aus.


Nähere Informationen zur Bertelsmann-Studie finden Sie hier.

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