Das Handwerk: Groß im Kleinen

Ob als Gerber oder Schmied im Mittelalter oder heute als hochspezialisierter Mechatroniker im Kfz-Bereich – das Handwerk war schon immer der richtige Platz für junge Menschen, die anpacken und gestalten können. Die Produkte des Handwerks decken dabei nicht nur unsere Grundbedürfnisse vor Ort; sie tragen auch zur Steigerung der allgemeinen Lebensqualität bei.

Handwerk hochgradig aktiv in der Ausbildung

Eine aktuelle Studie zeigt: Das Handwerk ist KMU aus Tradition. Über 83 Prozent aller handwerklichen Unternehmen haben weniger als 10 Angestellte. Das hindert sie aber nicht daran, hochgradig aktiv in der Ausbildung zu sein. Tatsächlich sind 2013 nur 13 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Handwerk beschäftigt, aber knapp 27 Prozent aller Auszubildenden. 

Duale Berufsausbildung = Erfolgsfaktor der deutschen Wirtschaft

Damit leisten die Handwerksbetriebe einen wichtigen Beitrag zu unserer Volkswirtschaft: denn das System der dualen Berufsausbildung gilt als der Erfolgsfaktor der deutschen Wirtschaft und die Ausbildungsbeteiligung von Handwerksbetrieben ist überdurchschnittlich hoch. Die Vorteile dieses Systems liegen in der Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit durch Erleichterung des Übergangs zum Erwerbsleben sowie in der potenziellen beruflichen Fort- und Weiterbildung (z. B. zum Meister), welche es ermöglicht, als Spezialist zu arbeiten oder gar ein eigenes Unternehmen zu gründen. So wird aus dem jungen Azubi von heute der Metzgermeister mit eigenem Betrieb von morgen.

Offen für alle Jugendlichen

Das Handwerk ist dabei offen für alle Jugendlichen! Fast die Hälfte aller Ausbildungsanfängerinnen und Ausbildungsanfänger mit einem Hauptschulabschluss oder ohne Schulabschluss startet eine Karriere im Handwerk.  Ein Drittel aller Ausbildungsanfängerinnen und Ausbildungsanfänger mit ausländischer Staatsbürgerschaft wird in handwerklichen Berufen ausgebildet, womit die Handwerksbetriebe einen maßgeblichen Teil zur gesellschaftlichen Integration beitragen. Dies gewinnt gerade in Zeiten hoher Einwanderungszahlen an Bedeutung.

Als letztes sei angemerkt, dass das Handwerk eine recht hohe Abwanderungsquote hat. Dies bietet aber auch Vorteile, da die Abwanderung der Ausbildungsabsolventinnen und Ausbildungsabsolventen und Fachkräfte in andere Wirtschaftsbereiche einen nicht zu unterschätzenden Teil zur gesamtwirtschaftlichen Fachkräfteversorgung beiträgt.

Mehr Informationen, wie das Handwerk zur Fachkräftesicherung in unserer Volkswirtschaft beiträgt finden Sie in der Studie des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen: http://goedoc.uni-goettingen.de/goescholar/bitstream/handle/1/13741/ifh%20gbh-11%202016.pdf?sequence=1

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