Bitte mehr Vorbilder

Acht von zehn Unternehmen legen großen Wert auf einen familienfreundlichen Betrieb, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Aus Sich von Geschäftsführung und der Personalverantwortlichen ist Familienfreundlichkeit ein wichtiges Mittel, um in Zeiten steigender regionaler und berufsspezifischer Fachkräfteengpässe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und an sich zu binden.

Doch Familienfreundlichkeit kann sich im Unternehmen nur dann voll entfalten, wenn sich die personalpolitischen Leitlinien im betrieblichen Alltag widerspiegeln. „Noch besteht zwischen den Angeboten der Unternehmen und den Bedarfen der Beschäftigten eine Lücke", sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) zu der vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) erstellten Studie.

Hier können Unternehmen in Sachen Familienfreundlichkeit ansetzen:

  • Als Führungskraft Vereinbarkeits-Vorbild sein: Nehmen männliche Führungskräfte Elternzeit, so steigt die Zahl der männlichen Kollegen mit Elternzeit der Studie zufolge um das Fünffache.
  • Alle Lebensphasen berücksichtigen: Mit Angeboten zur Arbeitszeitreduzierung unterstützen viele – auch kleinere – Unternehmen ihre Beschäftigten mit pflegebedürftigen Angehörigen darin, ihre Pflegetätigkeit und den Beruf besser in Einklang zu bringen. Auch die Bedürfnisse von Vätern und Alleinerziehenden sollten verstärkt berücksichtigt werden.
  • Unterstützungsmöglichkeiten besser kommunizieren: Häufig kennen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht oder nur unzureichend.
  • Chancen der Digitalisierung für Vereinbarkeit nutzen: Mehr als ein Drittel der Unternehmen und mehr als ein Viertel der Beschäftigten erwarten für die nächsten fünf Jahre durch den digitalen Wandel Erleichterungen und neue Gestaltungsmöglichkeiten für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Insgesamt seien der Stellenwert und das Bewusstsein für die strategische Bedeutung von Familienfreundlichkeit in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen, heißt es in der IW-Studie. Seit dem ersten Unternehmensmonitor 2003 setzten viele Betriebe verstärkt auf die die Flexibilisierung von Arbeitszeit, Arbeitsort und Aufgabenverteilung für Mitarbeiter mit Familienverantwortung.

Weitere Informationen zu der Studie finden Sie hier.

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