Studierende

Die Rekrutierung von Studierenden über Praktika oder Werkstudierendentätigkeiten hat verschiedene Vorteile: Sie lernen potenzielle künftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits vor ihrem Berufseinstieg kennen und bauen gleichzeitig einen Pool von geeigneten Nachwuchskräften auf. Außerdem können Sie bereits während der Einsatzzeit von einer produktiven Tätigkeit der Studierenden profitieren, die neue wissenschaftliche Erkenntnisse beziehungsweise aktuelles Know-how mitbringen.

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Vorteile

Sichern Sie sich Wettbewerbsvorteile durch die Beschäftigung von Studierenden:

  • Frühzeitige Bindung: Der frühzeitige Kontakt zu Studierenden kann deren Bindung an Ihr Unternehmen fördern und die spätere Entscheidung für Ihr Unternehmen als Arbeitgeber positiv beeinflussen.
  • Gestärkte Personalauswahl: Da Ihre Firma potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits im Vorfeld einer späteren Beschäftigung kennenlernt, lässt sich die zu erwartende Arbeitsleistung zuverlässiger beurteilen. Dadurch können Sie das Risiko einer Fehleinstellung deutlich reduzieren.
  • Verkürzte Einarbeitungszeit: Die Zusammenarbeit bereits während des Studiums verringert den späteren Aufwand, eine neue Arbeitskraft einzuarbeiten. Auch die Integration in bestehende Teams oder in die Belegschaft allgemein können Sie so begünstigen.
  • Steigerung der Bekanntheit Ihres Unternehmens an der Hochschule: Zufriedene Praktikantinnen und Praktikanten oder Werkstudierende werden ihre gesammelten Erfahrungen mit anderen Studierenden teilen und Ihr Unternehmen als interessanten Arbeitgeber weiterempfehlen. So können Sie über Ihr Angebot an Tätigkeiten für Studierende, besonders wenn Sie es kontinuierlich aufrechterhalten, viele zukünftige Fach- und Führungskräfte erreichen.
  • Erhöhung der Passgenauigkeit: Die Studierenden erhalten durch eine Tätigkeit in Ihrem Unternehmen neben ihrer akademischen Ausbildung ein realistisches Bild von der praktischen Arbeit. Über einen erhöhten Anwendungsbezug können Sie bei den Studierenden Interesse für Ihr Tätigkeitsfeld wecken. Dadurch können Sie gegebenenfalls auch eine Wahl von Studienschwerpunkten der Studierenden beeinflussen, deren Beherrschung für Ihr Unternehmen von besonderem Nutzen ist.
  • Wissenstransfer: Der Umgang mit Studierenden ermöglicht Ihnen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und aktuelles Know-how in die für Ihr Unternehmen relevanten Bereiche zu integrieren. Weiterführende Informationen zum Wissens- und Erfahrungstransfer finden Sie in der entsprechenden Handlungsempfehlung.
  • Arbeitsleistung: Ihr Unternehmen kann direkt von der Tätigkeit der Studierenden profitieren: Praktikantinnen, Praktikanten und Werkstudierende stehen oft flexibel zur Verfügung. Für Diplom- oder sonstige Studienarbeiten können Sie in der Regel selbst Themen vorgeben oder vorschlagen, deren Bearbeitung für Ihr Unternehmen von Nutzen ist.

Wie Sie prüfen, ob Ihr Unternehmen die Voraussetzungen für den Einsatz eines Praktikums- oder Werkstudierendenvertrag erfüllt, erfahren Sie in der Handlungsempfehlung "Studierende über Praktika oder als Werkstudierende rekrutieren".

Praktikum oder Werkvertrag?

Praktikum oder Werkstudierendentätigkeit?
Über ein Praktikum oder einen Werkstudierendenvertrag können Sie Studierende in Ihre Arbeitsprozesse einbinden. Hierbei sollten Sie die verschiedenen Studienphasen berücksichtigen.

  • Praktika für Studierende: Viele Studienordnungen sehen sogenannte Pflichtpraktika vor, die zeitlich begrenzt sind. Andere Praktika werden freiwillig absolviert. Egal ob Pflichtpraktikum oder freiwilliges Praktikum: Praktikantinnen und Praktikanten in Vollzeit können Sie sowohl für die Mitarbeit an Projekten als auch bei der Unterstützung der täglichen Aufgaben einsetzen.
  • Werkverträge mit Studierenden: Werkstudierende oder studentische Hilfskräfte sind in Teilzeit in Ihrem Unternehmen über einen längeren Zeitraum beschäftigt. Sie können so an umfangreichen Projekten mitarbeiten, Sie bei der täglichen Routinearbeit unterstützen oder auch einen eigenen Arbeitsbereich übernehmen.

Genaueres zu den Charakteristika von Praktika und Werkstudierendentätigkeiten finden Sie auf Seite drei und vier in der Handlungsempfehlung "Studierende über Praktika oder als Werkstudierende rekrutieren".

Strategische Planung

Den Einsatz von Studierenden strategisch planen
Liegt Ihr Schwerpunkt bei der langfristigen Rekrutierung von Nachwuchskräften, sollten Sie folgende  Fragen klären:

  • Wie viele Studierende welcher Fachrichtung wollen Sie wann und in welcher Phase des Studiums beschäftigen, um Ihre potenziellen Fach- und Führungskräfte frühzeitig kennenzulernen?
  • Welche Kenntnisse bzw. Kompetenzen sollten diese bereits mitbringen?

Mehr zur Personalbedarfsplanung finden Sie in der entsprechenden Handlungsempfehlung.

Wie sieht Ihr Bedarf an studentischen Kräften aus?

  • In welchen Bereichen möchten Sie studentische Hilfskräfte einsetzen?
  • Welchen Umfang haben die Aufgaben, die studentische Hilfskräfte übernehmen können?
  • Welche Aufgaben eignen sich gut als Aufgaben für Praktikantinnen und Praktikanten?
  • Über welchen Zeitraum sollen die Studierenden bei Ihnen zum Einsatz kommen?

Wie können Sie Studierende bei sich einsetzen?

  • Wie viele Arbeitsplätze stehen zur Verfügung? Können Sie eine Betreuung gewährleisten?
  • Welche konkreten Aufgaben könnten von Studierenden übernommen werden?
  • Handelt es sich dabei eher um ein breites und vielfältiges Aufgabenspektrum oder tendenziell um Aufgaben, die über einen längeren Zeitraum zu bearbeiten sind?

Von der Beantwortung dieser Fragen hängt ab, ob für Sie eher Fachhochschul- oder eher Universitäts-Studierende geeignet sind und wie weit diese Studierenden bereits mit ihrem Studium fortgeschritten sein sollten:

  • Welche konkreten Aufgaben könnten von Studierenden übernommen werden?
  • Handelt es sich dabei eher um ein breites und vielfältiges Aufgabenspektrum oder tendenziell um Aufgaben, die über einen längeren Zeitraum zu bearbeiten sind?

Von der Beantwortung dieser Fragen hängt ab, ob für Sie eher Fachhochschul- oder eher Universitäts-Studierende geeignet sind und wie weit diese Studierenden bereits mit ihrem Studium fortgeschritten sein sollten:

  • Je praxisorientierter die Tätigkeiten sind, desto eher wäre daran zu denken, Studierende von Fachhochschulen einzusetzen. Je theoriebezogener die Aufgaben sind, desto eher kann es sich empfehlen, dass Sie Studierende von Universitäten oder technischen Hochschulen einsetzen.
  • Eine in sich geschlossene Aufgabe könnte für den Einsatz von Praktikantinnen und Praktikanten sprechen. Für regelmäßige Tätigkeiten wären eher Verträge auf Werkstudierendenbasis geeignet.

Hilfestellung zum Bewerbungsverfahren, zur Formulierung einer Stellenausschreibung für Studierende und zur Auswahl von geeigneten Praktikantinnen, Praktikanten und Werkstudierenden finden Sie auf Seite 5 in der Handlungsempfehlung "Rekrutierung von Studierenden über Praktika und Arbeitsverträge" in den Publikationen.

Studierende rekrutieren

Die passenden Studierenden finden
Grundlegende Hilfestellungen zum Vorgehen bei Stellenbesetzungen erhalten Sie in der Handlungsempfehlung Rekrutierungs- und Auswahlverfahren für Fachkräfte. Für die betreffende Zielgruppe eignen sich darüber hinaus auch besonders folgende Wege zur Ansprache.

Besondere Rekrutierungswege

  • Suchen Sie Studierende für sehr spezifische Tätigkeiten? Dann bietet sich eine Kontaktaufnahme mit Lehrstühlen der gesuchten Fachrichtungen an. Vielleicht können aber auch Ihre Beschäftigten jemanden aus ihrem Bekanntenkreis empfehlen.
  • Legen Sie Wert auf einen möglichst großen Bewerberkreis, bieten sich eher Jobbörsen im Internet oder an Hochschulen an.
  • An vielen Hochschulen gibt es inzwischen so genannte Career Center, die als Vermittler zwischen Unternehmen und Studierenden sowie Lehrstühlen dienen. Die Ansprache des Career Centers einer Hochschule lohnt sich vor allem, wenn eine langfristige Zusammenarbeit angestrebt wird.

Die treffende Auswahl vornehmen
Eine Bewerbung von Studierenden sollte insbesondere folgende Fragen beantworten:

  • Entsprechen die Studienschwerpunkte der Kandidatin oder des Kandidaten den Kompetenzen, die Sie in Ihrem Unternehmen benötigen?
  • Wie weit ist die Bewerberin oder der Bewerber bereits mit dem Studium fortgeschritten? Liegen schon Teilleistungen vor, und wie fallen diese aus?
  • Wurde im Vorfeld des Studiums gegebenenfalls eine fachlich passende Ausbildung absolviert? Mit welchem Erfolg?
  • Wie wurde der Bezug zu Studieninhalten, Studierenden- und Unternehmensinteressen hergestellt?
  • Kann die Bewerberin bzw. der Bewerber ggf. Spezialkenntnisse oder Zusatzqualifikationen nachweisen, die für Ihr Unternehmen von Interesse sind?

Für das Bewerbungsgespräch sollten Sie Folgendes berücksichtigen:

  • Nehmen Sie sich ausreichend Zeit - Sie sprechen mit einer Fachkraft von morgen.
  • Klären Sie noch einmal genauer die Motivation der Bewerberin bzw. des Bewerbers, für Ihr Unternehmen tätig zu sein, und ihre bzw. seine Ziele – sowohl im Hinblick auf die Tätigkeit in Ihrem Unternehmen als auch auf die weiteren Vorstellungen von Studium und Beruf.
  • Besprechen Sie organisatorische Fragen wie den zeitlichen Umfang der Tätigkeit und ob Sie feste oder flexible Arbeitszeiten anbieten, die Höhe der Vergütung oder die konkrete Aufgabenstellung.

Abschlussgespräch

Positiv in Erinnerung bleiben
Während Werkstudierende bis zum Ende ihres Studiums über einen längeren Zeitraum in Ihrem Unternehmen beschäftigt sein können, sind Praktikantinnen und Praktikanten in der Regel nur einige Wochen oder Monate für Ihr Unternehmen tätig. Daher ist gerade bei Praktikantinnen und Praktikanten ein zielgerichtetes Abschlussgespräch mit gegenseitiger Rückmeldung empfehlenswert und bietet folgende Möglichkeiten:

  • Sie erhalten selbst eine Rückmeldung und können Ihre Außenwirkung überprüfen.
  • Sie können einen weiteren Fahrplan mit den Studierenden abstimmen, mit denen Sie weiter Kontakt halten oder die Sie später eventuell einstellen möchten.
  • Sie können Studierende, die für eine weitere Beschäftigung bei Ihnen nicht infrage kommen, so verabschieden, dass Sie dennoch als fairer Arbeitgeber wahrgenommen werden.

Wie Sie prüfen, ob die von Ihnen eingesetzten Maßnahmen erfolgreich waren, erfahren Sie auf Seite 10 in der Handlungsempfehlung "Studierende über Praktika oder als Werkstudierende rekrutieren".

Weiterführende Informationen

Links

  • DIHK-Onlinestellenbörse für Praktika: Plattform des DIHK mit Informationen über verschiedene Arten von Praktika, Möglichkeit der eigenen kostenlosen Einstellung von Angeboten und Suche nach geeigneten Praktikanten, Musterverträge und Checklisten (zur Webseite)
  • ASK STUDENTS – Jobbörse für Studierende: Möglichkeit, Stellenangebote unterschiedlichster Art einzustellen, kostenlos Stellengesuche einzusehen und bedarfsgerecht zu filtern sowie Unternehmensprofile anzulegen (zur Webseite)

Literatur 

  • IHK Darmstadt (Hrsg.), 2010, Das Praktikum und seine Alternativen: Tipps zur Vermeidung typischer Fehler, Darmstadt (zur Webseite)
  • Hochschulrektorenkonferenz (Hrsg.), laufend aktualisiert, Hochschulkompass: Umfassende Übersicht über die deutsche Hochschullandschaft, eingrenzbar z. B. nach Regionen Bonn (zur Webseite)
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales et al.(Hrsg.) (2011): Praktika – Nutzen für Praktikanten und Unternehmen, Bonn (zum PDF)

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