Schulkooperation

Bei einer Kooperation mit Schulen haben Sie vor allem die Schülerinnen und Schüler im Blick, die Sie für eine Ausbildung in Ihrem Unternehmen  gewinnen wollen. Je nach Art und Anforderungsniveau der geplanten Ausbildung, können Sie für eine Kooperation gezielt passende Schulformen oder Zielgruppen ins Auge fassen. In der Handlungsempfehlung "Schulkooperation"  in den Publikationen finden Sie mehr Informationen.Das Angebot an Schulformen unterscheidet sich regional. Eine Übersicht über die Bildungssysteme der einzelnen Bundesländer sowie alle in Ihrer Region vorhandenen Schulen samt Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern finden Sie in den Schuldatenbanken auf der Internetseite des Deutschen Bildungsservers.

Download Handlungsempfehlung

Vorteile

Der Aufbau und die Pflege von Schulkooperationen können Ihnen eine erfolgreiche Personalarbeit erleichtern:

  • unmittelbar durch die direkte Kontaktaufnahme zu Schülerinnen und Schülern,
  • mittelbar über Ihre Präsenz an Schulen.
    Sie haben die Möglichkeit, Ihr Unternehmen positiv ins Blickfeld von Lehrkräften und Schülerschaft zu setzen. Geeignete Schulabsolventinnen und -absolventen lassen sich so eher für eine Ausbildung in Ihrem Haus interessieren. 

Pool an potenziellem Nachwuchs erweitern
Stellen Sie Ihr Unternehmen und Ihre Berufsfelder schon während der Schulzeit vor. So lernen Schülerinnen und Schüler Ihr Unternehmen und Ihre Ausbildungsangebote frühzeitig kennen. Sie vergrößern auf diese Weise den Kreis interessierter Jugendlicher, unter denen Sie später auswählen können.

Berufsinhalte vorstellen – passgenaue Auszubildende finden
Kooperationen mit Schulen vermitteln, Schülerinnen und Schüler genauere Vorstellungen davon, was sie während der Berufsausbildung bei Ihnen zu erwarten hätten. Gegebenenfalls beeinflussen Sie damit sogar die Berufswahl der Schülerinnen und Schüler.

Stärkung Ihres Images als Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber
Gerade wenn Sie als kleines oder mittleres Unternehmen bislang nicht im Fokus der Öffentlichkeit stehen, bietet sich Ihnen so die Chance, sich als potenziell interessanter Arbeitgeber zu präsentieren und die Schülerinnen und Schüler von sich als attraktiven Arbeitgeber zu überzeugen. Zudem verbessern Sie Ihr Image als sozial engagiertes Unternehmen, welches Jugendliche bei ihrem Start in den Beruf unterstützt.

Kontinuierlicher Austausch mit Schulen
In einer Kooperation mit Schulen können Sie mehr über die Wünsche und Vorstellungen künftiger Auszubildender erfahren. Die Lehrkräfte und die Schüler können einen besseren Einblick in die Arbeitswelt erhalten. Der Austausch darüber dürfte für alle Beteiligten sehr bereichernd sein.

  • So können Sie beispielsweise kleine „Forschungsprojekte“ ausschreiben, deren Bearbeitung grundsätzlich im Interesse Ihres Unternehmens liegt oder aus deren Ergebnissen sich für Sie gegebenenfalls neue Ideen entwickeln lassen.
  • Ihr Unternehmen profitiert ebenso davon, dass es einen Einblick in die Schülerschaft und deren Bildungsstand erhält sowie deren Bedürfnisse und Wünsche an einen späteren Arbeitgeber kennenlernt.

Hilfestellung dabei, welche Vorkehrungen Sie treffen sollten, um den Erwartungen und Interessen von Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden, finden Sie in der Handlungsempfehlung "Schulkooperation".

>> Wie Sie Ihren Fachkräftebedarf langfristig planen, um das Potenzial von Schülerinnen und Schülern optimal zu nutzen, finden Sie in der Handlungsempfehlung Personalbedarfsplanung.

Kooperationsformen

Schulformen für eine Kooperation
Schulform(en) und Schulen sollten Sie auf Basis der Ergebnisse Ihrer Personalbedarfsplanung auswählen.

Die folgende Übersicht stellt Ihnen Vorteile und mögliche Herausforderungen der Rekrutierung von Schülerinnen und Schülern der verschiedenen Schulformen gegenüber:

 

SchulformBedarf Ihres UnternehmensVorteilemögliche Herausforderungen
HauptschuleAuszubildende
  • häufig sehr engagierte Zielgruppe (hohes Bewusstsein für die Arbeitsmarktsituation vorhanden)
  • am Ausbildungsmarkt oft vernachlässigte Zielgruppe
  • geringe Neigung zum Jobwechsel
  • Eignung für überschaubare und kontinuierlich anfallende Tätigkeiten
  • möglicherweise höherer Betreuungsaufwand als bei älteren Schulabsolventinnen und Schulabsolventen mit höheren Schulabschlüssen
  • gegebenenfalls begrenztes Entwicklungspotenzial
RealschulenAuszubildende
  • Eignung für relativ anspruchsvollen Aufgaben
  • Potenzial für Weiterbildungen auf (Fach-)Hochschulniveau
  • höheres Risiko eines Unternehmenswechsels (insbesondere bei steigender Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften) als bei Hauptschulabsolventinnen und Hauptschulabsolventen
  • gegebenenfalls höherer Aufwand für weiterführende Personalentwicklungsmaßnahmen als bei Abiturientinnen und Abiturienten
GymnasienAuszubildende und dual Studierende
  • gute allgemeine und theoretische Bildung
  • Verkürzung der Ausbildungszeit möglich
  • häufig schon frühzeitig Einsatz auf hohem Niveau möglich
  • Rekrutierungsbasis für „High Potentials“
  • Finanzierung des Studiums als Bindungsmöglichkeit
  • relativ hohes Fluktuationsrisiko
  • bei gleichzeitiger Ausbildung von Abiturientinnen und Abiturienten sowie Real-/Hauptschüler- innen und -schülern Risiko von „Lagerdenken“
  • häufig heterogenes Niveau innerhalb derselben Ausbildungsgruppe
Berufsbildende SchulenAuszubildende und ggf. dual Studierende
  • je nach Abschluss in der Regel mit denen bei Realschulen und Gymnasien vergleichbar
  • vorhandene (Grund-)Kenntnisse kaufmännischer oder gewerblich-technischer Sachverhalt
  • Vergleichbar mit denen bei Realschulen und Gymnasien
  • In der Regel geringere sprachlich bzw. theoretisch ausgelegte schulische Vorbildung als Absolventinnen und Absolventen allgemeinbildender Schulen

Ein wichtiges Kriterium für die Auswahl einer Schule ist die räumliche Nähe zum Standort Ihres Unternehmens, denn hier finden Sie erfahrungsgemäß am ehesten Auszubildende.

Wie Sie den richtigen Kontakt zur Schule und zu Kontaktpersonen herstellen, finden Sie auf Seite 5 der Handlungsempfehlung "Schulkooperation".

Kooperationsmöglichkeiten

Es gibt vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten für eine Kooperation mit Schulen. Je nachdem, welche Ziele Sie verfolgen, bieten sich folgende bewährte Maßnahmen an:

  • Praktika anbieten, bei denen Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit haben, Ihren Betriebsalltag kennenzulernen
  • Schülerinnen und Schüler zu Betriebsbesichtigungen in Ihr Unternehmen einladen und ihnen dabei die praktischen Tätigkeiten in den bei Ihnen erlernbaren Berufen nahe bringen
  • an Berufsorientierungstagen, wie dem Girls´- oder Boys´-Day oder an Projektwochen teilnehmen
  • Ihre eigenen Auszubildenden direkt in den Schulen oder auf Informationstagen über ihre Ausbildung berichten lassen
  • Patenschaften für Juniorfirmen übernehmen

Details zu den einzelnen Maßnahmen und Informationen dazu, welche Maßnahmen zu Ihrem Unternehmen passen könnten, finden Sie auf Seite 5 der Handlungsempfehlung "Schulkooperation".

Kontaktwege

Kontakte zu Schulen knüpfen
Um Ihr Interesse an einer Kooperation mit Schulen zu zeigen und Ihre damit verbundenen Angebote bekannt zu machen, bieten sich unterschiedliche Wege an:

Direkte Kontaktaufnahme zu Lehrer/-innen oder Schüler/-innen

  • Bereits bestehende Kontakte zu einzelnen Schulen können den Aufbau einer Schulkooperation maßgeblich erleichtern. Sie selber oder Fach- und Führungskräfte aus Ihrem Unternehmen haben möglicherweise aus ihrer eigenen Schulzeit oder durch schulpflichtige Kinder Kontakte zu Schulen und engagierten Lehrerinnen und Lehrern. Diese Kontakte können Sie für Ihre Angebote nutzen. Dabei finden sich vielleicht auch engagierte und geeignete Schülerinnen und Schüler, die gern ein Praktikum bei Ihnen machen würden.

Kontaktaufnahme zur Schule bzw. zu Lehrer-/innen über Fördervereine

  • Viele Schulen bieten sowohl ehemaligen Schülerinnen und Schülern als auch Unternehmen eine organisierte Plattform an, um als Förderer der Schule aktiv zu werden. Ihr Unternehmen kann der Schule auf diese Weise eine finanzielle Unterstützung zukommen lassen – beispielsweise um Informationsveranstaltungen zu finanzieren. Auch die Bereitstellung von Praktikumsplätzen oder Sachspenden ist eine Möglichkeit. Ihr Unternehmen kann dabei vom direkten Kontakt mit interessierten Partnerinnen und Partnern profitieren. Ebenso kann sich dadurch die Möglichkeit eröffnen, mit anderen Unternehmen in Kontakt zu treten und Netzwerke zu bilden.

Kontaktaufnahme zur Schule bzw. zu Lehrer/-innen über Institutionen

  • Eine weitere Möglichkeit, Ihre Angebote bekannt zu machen, ist die Kontaktaufnahme zu übergeordneten Institutionen wie Schulämtern, Lehrerverbänden und -gewerkschaften oder den örtlichen Kammern. Diese Organisationen sind häufig gut über die Situation der einzelnen Schulen in ihrem Zuständigkeitsbereich informiert und können Ihnen dabei behilflich sein, eine interessierte Schule zu finden. Dieses Vorgehen ist vor allem in dicht besiedelten Regionen mit einer großen Auswahl an örtlichen Schulen interessant.

Schaltung von Anzeigen und/oder Artikeln in Schülerzeitungen

  • Anzeigen in Schülerzeitungen (gegebenenfalls auch Jahrgangs- oder Abschlusszeitungen) eignen sich besonders, um Stellen für Praktikantinnen und ¬Praktikanten anzubieten, da Sie damit die Zielgruppe direkt erreichen. Dort können Sie auch auf von Ihnen geplante Gastvorträge hinweisen. Ein Vorteil solcher Anzeigen sind die geringen Kosten für die Erstellung und Veröffentlichung. Eine qualitativ hochwertige Ausgestaltung von Anzeigen lohnt sich in jedem Fall, auch um kritischere Leserinnen und Leser wie Eltern oder Lehrkräfte zu überzeugen. Das Schalten von Anzeigen dient in der Regel der Finanzierung einer Schülerzeitung und hebt so das gesellschaftliche Engagement Ihres Unternehmens hervor.

Details zu den einzelnen Wegen und Informationen dazu, welche Wege zu Ihnen und Ihrem Unternehmen passen könnten, finden Sie auf Seite 13 der Handlungsempfehlung.

Weiterführende Informationen

Links

  • SchuleWirtschaft: Die Plattform der Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT informiert und nennt Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in den Ländern zum Thema „Kooperation zwischen Unternehmen und Schulen“ (zur Webseite)
  • JUNIOR – Schüler erfahren Wirtschaft: Das Portal zu den „JUNIOR – Schüler erfahren Wirtschaft“-Programmen zeigt neben Projektinformationen Möglichkeiten und Nutzen einer Unterstützung von Schülerinnen und Schülern bei der Umsetzung eigener Geschäftsideen auf (zur Webseite)
  • Girls' Day / Boys' Day: Die Webseiten zu den bundesweiten Berufsorientierungstagen für Mädchen und Jungen mit geben konkrete Hinweisen und Checklisten, wie Sie sich als Unternehmen zielführend an der Initiative beteiligen können (zur Webseite Girls' Day und zur Webseite Boys' Day)

Projekte

  • Projekt Nachwuchskräfteförderung: Innovative Technologien bewegen Europa: Der Wettbewerb „Innovative Technologien bewegen Europa“, kurz „ITBE“, bietet Schülern aus ganz Europa jedes Jahr die Gelegenheit, mit Unterstützung von Science on Stage und jeweils einem der Unternehmen Technik kreativ anzuwenden. Zu Problemstellungen aus ihrem Alltag entwickeln die Schüler neuartige, innovative technische Lösungen (PDF: Projekt Nachwuchsförderung)

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