Hochschulkooperationen

Akademischen Nachwuchs an der Quelle rekrutieren

Junge Akademikerinnen und Akademiker haben bei ihrer Jobsuche kleine und mittlere Unternehmen häufig noch zu wenig im Blick. Je früher Sie den Kontakt herstellen, desto eher können Sie den akademischen Nachwuchs von Ihrem Unternehmen und Ihren interessanten Perspektiven überzeugen. Gehen Sie an die Quelle und kooperieren mit geeigneten Hochschulen. So können Sie die besten Köpfe für sich gewinnen und Ihr Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber positionieren.Wie können Sie eine Hochschulkooperation nutzen? Welche Möglichkeiten der Kooperation haben Sie? Wie können Sie die Kooperation angehen? In der Handlungsempfehlung "Hochschulkooperation" finden Sie Antworten auf diese Fragen.

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Vorteile

  • Kontaktaufnahme zum frühestmöglichen Zeitpunkt: Am einfachsten gewinnen Sie akademische Nachwuchskräfte, wenn Sie möglichst früh Kontakt aufnehmen. Unterstützt werden Sie dabei von den Careercentern der Hochschulen. Wenn die jungen Leute Ihr Unternehmen kennen, lassen sie sich viel eher anwerben als sonst. Und Sie können denjenigen ein Arbeitsangebot unterbreiten, die am besten zu Ihrem Unternehmen und der Aufgabe passen.
  • Präsenz auf dem Campus: Wenn Ihr Unternehmen auf dem Campus präsent ist, können Sie können Absolventinnen und Absolventen direkt ansprechen. Beteiligen Sie sich beispielsweise auch an Jobmessen.
  • Kompetenzen testen: Sie können die Arbeitsweise und das fachliche Wissen der akademischen Nachwuchskräfte testen, indem Sie zum Beispiel Jobs oder Praktika anbieten. Eine weitere Möglichkeit ist, Studienarbeiten in Ihrem Unternehmen bzw. mit Unterstützung Ihres Unternehmens anzubieten. Am intensivsten wird dieser fachliche Kontakt, wenn Sie mit Lehrstühlen in Forschungs- und Entwicklungsprojekten kooperieren.
  • Wissensaustausch organisieren: Einen kontinuierlichen Wissensaustausch zwischen Ihrem Unternehmen und der Hochschule können Sie beispielsweise erreichen, indem Sie Vorträge in Lehrveranstaltungen halten oder selber Lehraufträge übernehmen.

Den Erfolg einer Hochschulkooperation können Sie beispielsweise an der Zunahme von Initiativbewerbungen akademischer Nachwuchskräfte oder sinkenden Kosten für die Rekrutierung messen. Mögliche Erfolgskriterien finden Sie in der Handlungsempfehlung "Hochschulkooperation" in den Publikationen.

Kooperationsformen

Welche Form von Hochschulkooperation passt zu Ihren Zielen?
Wenn Sie direkt an der Hochschule Fachkräfte gewinnen möchten, sollten Sie zunächst Ihre Ziele definieren:

  • Geht es vorrangig um aktuelle Stellenbesetzungen?
  • Sollen langfristig Kontakte zu einem bestimmten Fachgebiet/Lehrstuhl aufgebaut werden?
  • Wollen Sie die Bekanntheit Ihres Unternehmens steigern?
  • Oder möchten Sie Ihr Unternehmen als Förderer der Wissenschaft/der Hochschule positionieren?

Es gibt folgende Varianten von Hochschulkooperationen:

  • Careercenter der Hochschulen: Hier wird die Brücke zwischen Studium und Beruf geschlagen. Über die Websites der Hochschulen finden Sie die Ansprechpersonen und die jeweiligen Angebote der Hochschule.
  • Praktika und Studentische Hilfskräfte: Studierende erhalten so einen möglichst umfassenden Einblick in Ihr Unternehmen. Einsetzen lassen sie sich sowohl zur Unterstützung bei der täglichen Arbeit als auch in abgegrenzten Projektarbeiten.
  • Vergabe von Studienarbeiten: Dazu gehören Seminar-, Bachelor- oder Masterarbeiten, gelegentlich auch Doktorarbeiten. Die Ergebnisse der Arbeiten können direkt betrieblich genutzt werden. Größere Unternehmen veröffentlichen solche Themen sogar auf ihrer Website.
  • Einsatz von F&E-Kooperationen für die Rekrutierung: Einen besonderen Nutzen erzielen Sie, wenn Sie bereits bestehende Hochschulkooperationen für Forschung und Entwicklung für die Nachwuchswerbung einsetzen.
  • Vergabe von (bezahlten) Forschungsaufträgen: Die Auftragsvergabe an einen Lehrstuhl geht noch einen Schritt weiter. Auch hierbei können Sie akademische Nachwuchskräfte kennen lernen, testen und bei Eignung anwerben.
  • Preise ausloben: Beispielsweise können Sie  die beste Abschlussarbeit eines Jahrgangs in einem Fach prämieren. Die Kosten sind überschaubar und von Ihnen sehr gut steuerbar.
  • Stipendien vergeben: Sie können über ein Stipendium Einfluss auf Studienschwerpunkte nehmen, beispielsweise indem Sie einen für Sie interessanten Schwerpunkt als ein entscheidendes Auswahlkriterium festlegen. Verpflichten Sie die Stipendiatinnen und Stipendiaten dann auch noch, nach ihrem Abschluss eine gewisse Zeit in Ihrem Unternehmen tätig zu sein, erhalten Sie einen direkten „Return on Investment“. Mehr zum Thema finden Sie in der Handlungsanleitung Stipendienprogramme.
  • Übernahme von Lehrveranstaltungen: Hier reicht das Spektrum von einem einzelnen Gastvortrag bis hin zur Übernahme von Lehraufträgen für ein oder mehrere Semester.
  • Förderung der Hochschule: Über Mitgliedschaft in Fördervereinen und Alumni-Gruppen, durch Stiftungen oder Sachspenden kann sich Ihr Unternehmen als Förderer der Hochschule zeigen und so die eigene Bekanntheit steigern. Mehr dazu finden Sie in der Handlungsempfehlung Employer Branding.
  • Das Unternehmen vorstellen: Den Bekanntheitsgrad Ihres Unternehmens steigern und Ihre besonderen Aufgaben und Berufsbilder vorstellen können Sie zum Beispiel durch Einladungen der Studierenden zu Betriebsbesichtigungen im Rahmen von Lehrveranstaltungen oder in Studentischen Publikationen.

Kooperationspartner

Wie finden Sie die richtige Hochschule für eine Kooperation?
Die Auswahl einer Hochschule zur Kooperation hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Bestehende Kooperationen, beispielsweise für Forschung und Entwicklung, lassen sich in der Regel auch für die Rekrutierung von Fachkräften nutzen. Auch anderweitige Kontakte zu einer Hochschule bieten sich als Anknüpfungspunkte an.
  • Spezielle fachliche Anforderungen schränken den Kreis möglicher Kooperationspartner ein.
  • Räumliche Nähe ist ein gutes Auswahlkriterium, denn dies erleichtert den persönlichen Kontakt und reduziert Ihren Aufwand. Zudem kann sich Ihr Unternehmen sehr gut als attraktiver regionaler Arbeitgeber darstellen.
  • Die Art der Hochschule: Ob Sie Universität oder Fachhochschule für Ihre Hochschulkooperation bevorzugen, hängt letztlich von den benötigten Fachkräften ab. Welche Abschlüsse bietet die jeweilige Hochschule an und passen diese zu Ihren gesuchten Qualifikationen?
  • Größe der Hochschule: Bei großen Hochschulen erreichen Sie eine große Zahl potenzieller Nachwuchskräfte, stehen aber in Konkurrenz zu häufig bekannteren (Groß-)Unternehmen. Auf dem Campus einer kleineren Hochschule könnte Ihr Unternehmen präsenter sein.
    Mehr zu den Auswahlkriterien finden Sie  in der Handlungsempfehlung "Hochschulkooperation".

Einen Überblick über alle deutschen Hochschulen nach Bundesland und Typ gibt die Website www.hochschulkompass.de.

Weiterführende Informationen

Links

  • HRK Hochschulkompass: Die Plattform der Hochschulrektorenkonferenz HRK: Die Plattform bietet Ihnen umfassende Informationen zu deutschen Hochschulen und Studiengängen, wie Trägerschaft, Hochschultyp oder zentrale Kontaktdaten der Hochschule (zur Webseite)
  • Studienwahl.de: Portal der Bundesagentur für Arbeit und der Kultusministerkonferenz: Über das Portal können Unternehmen unentgeltlich Praktikumsplätze anbieten und sich über weitere Online-Praktikantenbörsen informieren (zur Webseite)

Literatur

  • Müller-Nedebock, S. et al. (2009): Hochschulmarketing effektiver gestalten. In: Personal, Heft 07-08/2009
  • ThyssenKrupp AG/TU Hamburg-Harburg (2008): Hochschulkooperation ThyssenKrupp AG und Technische Universität Hamburg-Harburg. (zum PDF)

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