Ältere

Profitieren von der "Generation Erfahrung"

Ältere Fachkräfte sind leistungsfähig, gut ausgebildet und in der Regel sehr motiviert. Nutzen Sie die Berufs- und Lebenserfahrung der Generation 50plus und rekrutieren Sie gezielt Ältere. Sie erschließen sich damit ein großes Potenzial für Ihre Personalauswahl: Bis zu 1,2 Millionen zusätzliche Fachkräfte lassen sich in der Generation 50plus für die deutsche Wirtschaft gewinnen, wie die Bundesagentur für Arbeit errechnet hat. Mehr über das Potenzial der Generation 50plus erfahren Sie unter Fachkräftepotenziale.

 Download Handlungsempfehlung

Vorteile

Welche Vorteile können ältere Fachkräfte Ihrem Unternehmen bringen?

Welche Besonderheiten sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie gezielt Ältere als Fachkräfte gewinnen möchten?

Welche öffentlichen Fördermöglichkeiten können Sie nutzen?

Antworten auf diese Fragen finden Sie in der Handlungsempfehlung "Rekrutierung Älterer" in den Publikationen zum Download.

Das sind die Vorteile älterer Fachkräfte

Großer Schatz an Erfahrung und Wissen: Ältere haben sich Erfahrung und Wissen in einem langen Berufsleben erarbeitet und Ihr Unternehmen kann davon profitieren. Die Generation 50plus gehört zu der am besten qualifizierten in Deutschland. Auch die belastbaren Netzwerke, die ältere Fachkräfte mitbringen, gehören zu ihren Vorteilen.

Kurze Einarbeitungszeit: Dank ihres Wissens und ihrer Erfahrungen benötigen Ältere in der Regel eine kurze Einarbeitungszeit.

Klassische Arbeitstugenden: Ältere Fachkräfte bringen Arbeitstugenden mit, die Arbeitgeber schätzen: Dank ihres Wissen und ihrer Erfahrung sind sie flexibel einsetzbar. Sie sind loyal und haben eine hohe Arbeitsmoral. Sie arbeiten sehr qualitätsbewusst und zuverlässig. Die Fluktuation unter Älteren ist zudem geringer, weil sie ihre Karriere nicht mehr durch Wechsel vorantreiben wollen.

„Generation Erfahrung“ zum Ausgleich der Generation "Heißsporn": Junge Fachkräfte stürmen oft voller Enthusiasmus los, wo Besonnenheit eher zum Ziel führt. Daher stellt manches Unternehmen Ältere bewusst ein, um seine Nachwuchskräfte „zu erden“. Nutzen Sie die unterschiedlichen Sichtweisen von Jung und Alt und kombinieren Sie Erfahrung, Kreativität und Innovationskraft. Denn: Altersgemischte Teams sind produktiver! Mehr darüber lesen Sie in der Handlungsempfehlung zum Wissens- und Erfahrungstransfer.

„Junge Fachkräfte sind vielleicht schneller – aber die Älteren kennen die Abkürzungen.“

Rekrutierung

Das Potenzial: Wechselwillige, Ruheständler und Arbeitslose
Ältere Fachkräfte finden Sie in diesen Gruppen:

  • Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer suchen durchaus neue berufliche Herausforderungen, auch wenn sie in ungekündigten Beschäftigungsverhältnissen stehen. Wenn Sie in Jobbörsen oder Netzwerken nach Fachkräften suchen, schließen Sie die Generation 50plus ein.
  • Ältere Erwerbslose bringen oft Potenziale, ihr Können und ihre hohe Motivation dankbar in neue Aufgaben ein. Besonders für diese Gruppe greifen staatliche Fördermöglichkeiten und reduzieren dadurch Ihre Lohnkosten.
  • Fachkräfte im Ruhestand können ebenfalls für Ihr Unternehmen produktiv werden. Reaktivieren Sie bereits aus dem Erwerbsleben ausgeschiedene Fachkräfte. So können Sie besonders gut kurzfristige Engpässe beim Personalbedarf überbrücken.

Wie finden Sie die passende ältere Fachkraft
Ältere Fachkräfte sind dann besonders interessant für Ihr Unternehmen, wenn folgende Merkmale auf die auszuschreibende Stelle zutreffen:

  • Sie benötigen kurzfristig eine kompetente Fachkraft: Gute Chancen bestehen bei älteren Arbeitslosen oder Personen im Ruhestand.
  • Bei der Aufgabe handelt es sich um eine zeitlich befristete Projektarbeit: Dann bietet es sich an, Personen im Ruhestand zu reaktivieren.
  • Die Aufgabe erfordert spezielle Kenntnisse, die vermutlich nur durch Weiterbildung vermittelt werden können: Greifen Sie auf erfahrene Personen zurück, die noch im Arbeitsleben beziehungsweise für eine längerfristige Tätigkeit zur Verfügung stehen.

Geeignete ältere Fachkräfte finden Sie beispielsweise bei diesen Internetangeboten:

  • Online-Jobbörsen für Ältere: Im Internet gibt es Jobbörsen, die sich auf Ältere spezialisiert haben. Sie können dort zum Beispiel Stellenangebote veröffentlichen und nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern suchen.
  • Perspektive 50plus: Portal des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zu Beschäftigungspakten in den Regionen. Die Beschäftigungspakte dienen der Wiedereingliederung älterer Arbeitsloser. Darüber können Sie Kontakt zu älteren Fachkräften aufnehmen.
  • SES – Senior Experten Service: Vermittelt vor allem kleinen und mittleren Unternehmen Expertinnen und Experten, die sich bereits im Ruhestand befinden. Die Seniorexperten unterstützen bei konkreten Projekten und anderen befristeten Tätigkeiten für einen Zeitraum zwischen 3 Wochen und 6 Monaten.
  • Stellenangebote: Veröffentlichen Sie Stellenangebote, in denen Sie explizit auch Ältere ansprechen. Ältere Fachkräfte schätzen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt oft falsch ein. Heben Sie daher bei Ausschreibungen hervor, dass Sie auch an Bewerbungen älterer Personen interessiert sind oder stellen Sie dieses sogar in den Vordergrund.

Stellenanzeigen: Schalten Sie selber eine Stellenanzeige. Ältere Fachkräfte schätzen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt oft falsch ein. Heben Sie daher bei Ausschreibungen hervor, dass Sie auch an Bewerbungen älterer Personen interessiert sind oder stellen Sie dies sogar in den Vordergrund.

Bewerberauswahl: Auch die „Chemie“ muss stimmen
Um aus den Bewerbungen die Fachkräfte herauszufiltern, die zu Ihnen passen, sichten Sie einerseits die Bewerbungsunterlagen, andererseits verschaffen Sie sich ein persönliches Bild im Vorstellungsgespräch. Informationen zur Vorgehensweise finden Sie in der Handlungsempfehlung "Rekrutierungsverfahren".

Bei der Auswahl einer älteren Fach- oder Führungskraft sollten Sie besonders die Erfahrung und die Netzwerke der älteren Bewerberinnen und Bewerber berücksichtigen.

Im Vorstellungsgespräch sollten Sie besondere Aufmerksamkeit auf diese Fragen lenken:

  • Arbeitsumgebung: Sind Anpassungen des Arbeitsplatzes erforderlich? Sind individuelle Absprachen zur Arbeitszeit notwendig oder erwünscht?
  • Qualifizierungsbedarf: Insbesondere nach längerer Erwerbslosigkeit oder Rückkehr aus dem Ruhestand stellt sich die Frage: Entsprechen die Fachkenntnisse aktuellen Erfordernissen? Welcher Weiterbildungsbedarf besteht?
  • Welche weiteren Kompetenzen der Bewerberin bzw. des Bewerbers sind für Ihr Unternehmen interessant? Soll die neue Fachkraft ihr Wissen an Jüngere weitergeben? Wie wird dies organisiert?

Fördermöglichkeiten

Fördermöglichkeiten und unterstützende Regelungen
Die Bundesregierung möchte den Anteil Älterer in der Erwerbsarbeit weiter erhöhen. Daher gibt es verschiedene Möglichkeiten der Förderung: (Stand: Juni 2013)

Tabelle 1: Lohnkostenzuschüsse von der Bundesagentur für Arbeit

Lohnkostenzuschüsse von der Bundesagentur für ArbeitVoraussetzungenLeistungen bzw. Erleichterungen für Unternehmen
Eingliederungszuschuss für Ältere (PDF - 299 KB)
  • Vorherige Arbeitslosigkeit von mind. sechs Monaten
  • Abschluss eines Arbeitsvertrags über mind. ein Jahr
  • Mindestalter: 50 Jahre
Jährlich sinkender Zuschuss an Arbeitgeber in Höhe von 30-50% der Gehalts- und Sozialversicherungskosten für ein bis drei Jahre
Entgeltsicherung für ältere Arbeitnehmer/innen , (Kombilohn) (PDF - 220 KB)
  • Arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht
  • mind. noch 120 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld I
  • Aufnahme einer gegenüber dem vorherigen Arbeitsverhältnis schlechter bezahlten Tätigkeit (mind. 50 € netto)
  • Mindestalter: 50 Jahre
Ausgleich der Nettoentgeltdifferenz zwischen altem und neuem Gehalt an Arbeitnehmer in Höhe von 50% im ersten Jahr und 30% im zweiten Jahr, Aufstockung der Zahlungen zur Rentenversicherung (Arbeitgeber - und Arbeitnehmer-Anteil) bis zur Höhe von 90% des alten Betrags; Zahlung an Rentenversicherungsträger 

Tabelle 2: Beratung und Erleichterungen bei der Einstellung Älterer

Beratung und Erleichterungen bei der Einstellung ÄltererVoraussetzungenLeistungen bzw. Erleichterungen für Unternehmen
Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen
  • langzeitarbeitslos
  • Mindestalter: 50 Jahre
Regionale Beratungs- und Unterstützungsangebote: z. B. Hilfe bei Personalauswahl oder bei der Gestaltung altersgerechter Arbeitsplätze; Eingliederungszuschüsse in Verbindung mit individuellem Coaching
Sachgrundlose Befristung des Arbeitsverhältnisses, § 14 Abs. 3 TzBfG
  • Unmittelbar vor Beginn des befristeten Arbeitsverhältnisses mindestens vier Monate beschäftigungslos oder Bezug von Transferkurzarbeitergeld

    oder

  • Teilnahme an öffentlich geförderter Beschäftigungsmaßnahme
  • Mindestalter: 52 Jahre
Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis bis zu einer Dauer von fünf Jahren ohne sachlichen Grund zu befristen
Sonderprogramm WeGebAU Förderung der beruflichen Weiterbildung beschäftigter Arbeitnehmer
  • Beschäftigung in einem Betrieb mit unter 250 Arbeitnehmern
  • Freistellung vom Arbeitgeber für den Zeitraum der Weiterbildung
  • Während der Teilnahme an der Weiterbildung weiterhin Anspruch auf Arbeitsentgelt
  • Durchführung der Weiterbildung außerhalb des Betriebs
  • Weiterbildungsträger muss für Durchführung konkreter Maßnahme zertifiziert sein
    • Mindestalter 45 Jahre
Lehrgangskosten für nicht ausschließlich arbeitsplatzbezogene kurzfristige Anpassungsfortbildung über von Arbeitnehmer einzulösenden Bildungsgutscheine
Zuschuss zu notwendigen übrigen Weiterbildungskosten (z. B. Fahrt-, Prüfungskosten) an den Arbeitnehmer

 

 

Weiterführende Informationen

Links

  • Demographie Netzwerk: Das Netzwerk enthält Informationen zur Sicherung des Fachkräftebedarfs mit Älteren und zu spezifischen Besonderheiten bei der Einstellung oder Beschäftigung Älterer (zur Webseite)
  • Fachkräfte-Offensive.de: Das gemeinsame Portal des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und der Bundesagentur für Arbeit bietet einen Netzwerknavigator, mit dem Sie gezielt Netzwerke zum Thema „Ältere Beschäftigte“ finden können (zur Webseite)

Literatur

  • Bundesverband der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) (Hrsg.) (Mai 2013): kompakt - Ältere Arbeitnehmer, (Stand: 24.05.2013) (zum PDF)
  • Bundesarbeitskreis ARBEIT UND LEBEN e.V. (Hrsg.) (2011): Potenziale für die Arbeitswelt nutzen, (Stand: 24.05.2013) (zum PDF)
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (2010): Demografischer Wandel – (k)ein Problem! (BMBF), (Stand: 24.05.2013) (zum PDF)

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