Engpässe am Ausbildungsmarkt

In welchen Regionen und Berufen sich Unternehmen schwer tun Azubis zu finden

Deutschlands Unternehmen suchen nicht nur fertige Akademiker. Ungefähr die Hälfte der derzeitigen Engpassberufe entfallen auf Berufe, die typischerweise eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen. Ein Grund hierfür kann darin liegen, dass Unternehmen ihre Ausbildungsplätze je nach Region und Ausbildungsberuf nicht mit geeigneten Kandidaten besetzen können. Die nachfolgende Infografikstrecke verdeutlicht, in welchen Regionen sich Unternehmen besonders schwer tun, ihre Nachwuchsstellen zu besetzen. Gleichzeitig werden auch Ausbildungsberufe aufgezeigt, bei denen der Anteil unbesetzter Plätze hoch ist. Das ist vor allem in Berufen der Gastronomie und des Handwerks der Fall.

Die sinkende Zahl der Schulabsolventen und der zunehmende Wunsch ein Studium zu beginnen, setzt Ausbildungsbetriebe mehr und mehr unter Druck. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind gefordert, diesem Trend aktiv entgegenzuwirken. Ein Weg besteht darin Ausbildungsstellen überregional auszuschreiben und mit attraktiven Zusatzleistungen geeignete Auszubildende aus anderen Regionen zu locken. Denn die Versorgung mit geeigneten Nachwuchskräften gestaltet sich in Deutschland regional unterschiedlich. Auch die Ansprache neuer Zielgruppen, wie zum Beispiel leistungsschwächeren Schülern, Studienabbrechern oder Jugendlichen mit Migrationshintergrund, kann für Ausbildungsbetriebe ein Weg darstellen, um Ihre Stellen auch zukünftig besetzen zu können.

Die regionalen Unterschiede der Ausbildungssituation in Deutschland

Der Ausbildungsmarkt gestaltet sich in Deutschland regional sehr unterschiedlich. In weiten Teilen blieben 2015 etwa fünf bis zehn Prozent der Ausbildungsstellen unbesetzt. Ein besonders großes Problem bei der Besetzung haben die Unternehmen im Nordosten Deutschlands, sowie die Bezirke Nordhausen und Regensburg. Hier konnten mehr als 15 Prozent der Ausbildungsstellen nicht besetzt werden. Auch im Osten, Süden und in Teilen Mitteldeutschlands haben Unternehmen zunehmend Probleme geeignete Auszubildende zu finden. Entspannter ist die Lage dagegen im mittleren Westen Deutschlands. Dort wurden 2015 in den meisten Arbeitsagenturbezirken bis zu 95 Prozent der Ausbildungsstellen besetzt, in Herford, Kassel, Recklinghausen und Dortmund sogar mehr als 98 Prozent. Am Beispiel Kassel zeigen sich auch die Chancen einer überregionalen Ausbildung, denn im Nachbarkreis Nordhausen konnten mehr als 15 Prozent der Ausbildungsstellen nicht besetzt werden.

Anteil unbesetzter Ausbildungsplätze nach Arbeitsagenturbezirken (in %), 2015

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung, 2015; eigene Darstellung

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