Anhaltende Fachkräfteengpässe

Zahlreiche Berufe anhaltend von Engpässen betroffen

Die Probleme der Unternehmen bei der Stellenbesetzung sind bei vielen gesuchten Qualifikationen ein längerfristiges Phänomen. Exakt 100 Berufe waren seit August 2011 kontinuierlich von einem Fachkräfteengpass betroffen (sogenannte „anhaltende Fachkräfteengpässe“). Dabei zeigen sich drei Schwerpunkte:

  • MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik): Nahezu die Hälfte aller anhaltenden Fachkräfteengpässe zählt zu diesem Bereich (49 Berufe). Besonders in Energie- und Elektroberufen zeigen sich andauernde Engpässe. Die MINT-Berufe sind für den Wirtschaftsstandort Deutschland zentral. Sie stellen die Fachkräftebasis in Schlüsselindustrien wie der Automobilbranche, der Chemie und in Zukunftsbranchen wie der regenerativen Energieerzeugung dar. Die anhaltenden Engpässe können die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen einschränken. Hierzu gehören die verspätete Lieferung von Gütern, die zu geringe Auslastung von Maschinen sowie das Ablehnen von Aufträgen.

  • Gesundheitsberufe: Insgesamt 18 der 100 Berufe gehören zu dem Berufsfeld „Gesundheit, Soziales und Bildung“. Besonders knapp sind Fachkräfte der Alten- und Krankenpflege. Aufgrund der zunehmenden Alterung der Bevölkerung kann davon ausgegangen werden, dass sich der Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen und damit die Nachfrage nach qualifiziertem Personal weiter erhöhen wird.

  • Berufe der Bau- und Gebäudetechnik: 16 Berufe in diesem Berufsfeld zeigen seit August 2011 anhaltende Fachkräfteengpässe. Hierunter sind mehrere Handwerksberufe, wie die Sanitär-, Heizung-, und Klimatechnik, Klempnerei sowie Kältetechnik zu finden.

Alle Berufe mit anhaltenden Engpässen im Überblick

Ein Beruf gilt als Beruf mit anhaltenden Fachkräfteengpässen, wenn die Zahl an Arbeitslosen zwischen August 2011 und April 2015 nicht ausreichte, um alle offenen Stellen zu besetzen. Der Bundesagentur für Arbeit wird nur etwa jede zweite offene Stelle gemeldet. Daher besteht ein Engpass bereits, wenn auf 100 gemeldete offene Stellen weniger als 200 arbeitslose Fachkräfte entfallen.

In der unteren Tabelle können Sie die Suchfunktion nutzen, mit der Sie Berufe finden, für die Sie sich interessieren. Zudem erhalten Sie Informationen darüber, wie hoch der Frauenanteil an den Beschäftigten ist.

o.S.: ohne Spezialisierung
s.s.T.: sonstige spezifische Tätigkeit
Stand anhaltende Engpassberufe: April 2015; sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: Juni 2014
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Sonderauswertungen; eigene Berechnungen

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