Internationale Fachkräfte

Fachkräftepotenzial mit strategischer Bedeutung

Fachkräfte aus dem Ausland bieten Betrieben ein großes Arbeitskräftepotenzial: Aufgrund ihrer spezifischen Vorbildung und ihres kulturellen Hintergrunds tragen internationale Fachkräfte neue Impulse in Unternehmen und steigern als Brückenbauer die Leistungs- und Innovationsfähigkeit Ihres Betriebes. So erleichtern internationale Fachkräfte unter anderem durch ihre Sprachkenntnisse und Netzwerke den Zugang zu internationalen Zielmärkten. Auch lösen heterogene Teams komplexe Aufgabenstellungen mit innovativen Ansätzen.

Kleine und mittlere Unternehmen nutzen bislang kaum die Chancen, die internationale Fachkräfte bieten. Dem BMWi-Qualifizierungsmonitor zufolge sehen 79 Prozent der Betriebe mit bis zu neun Mitarbeitern und 66 Prozent der Unternehmen mit zehn bis 49 Beschäftigten diese Rekrutierung als nicht relevante Maßnahme an. Je schwieriger die Rekrutierung im Inland wird, desto wichtiger wird diese Alternative jedoch für mittelständische Unternehmen:

Fachkräfte aus Europa und Drittstaaten

Die Zahl der Erwerbstätigen aus Spanien, Portugal, Griechenland und Italien in Deutschland stieg von Oktober 2013 auf Oktober 2014 um sieben Prozent auf 532.000 (Quelle: Heise online). Potenziale sieht das Institut der deutschen Wirtschaft Köln auch in der Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien. 25 Prozent der erwachsenen Zuwanderer aus diesen Ländern haben einen Hochschulabschluss, davon acht Prozent in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik-Informatik-Naturwissenschaften-Technik), wohingegen nur 19 Prozent der deutschen Bevölkerung einen akademischen Abschluss haben (Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln).

Ausländische Studierende

Eine interessante Rekrutierungsbasis bilden ausländische Studierende sowie ausländische Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen. 11,5 Prozent der Studentinnen und Studenten (301.350) in Deutschland kommen aus dem Ausland (Quelle: Deutscher Akademischer Austauschdienst und Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung). Sie haben ihr Fachwissen in Deutschland erworben, verfügen bereits über Deutschkenntnisse und kennen das Land.

Rückgewinnung deutscher Fachkräfte

Auch qualifizierte Deutsche, die im Ausland arbeiten, können Sie für den heimischen Arbeitsmarkt zurückgewinnen. Denn nur rund ein Drittel der Auswanderer gibt an, im Zielland bleiben zu wollen und ein Viertel ist unentschlossen (Quelle: Stiftung Mercator). Und viele Auswanderer kehren tatsächlich nach Deutschland zurück. 2014 kamen laut Statistischem Bundesamt 122.000 Deutsche sowie Aussiedler aus dem Ausland hierher (Quelle: Statistisches Bundesamt). Handlungsempfehlungen zur Rekrutierung aus dem Ausland zeigen auf, wie Unternehmen vorgehen können, wenn sie deutsche Fachkräfte aus dem Ausland (zurück)gewinnen möchten.

Wie Neuankömmlinge in Unternehmen ganz praktisch begrüßt werden können, zeigt sich an der Handlungsempfehlung Willkommenskultur.

Hinweise zum Umgang mit Personenvielfalt beinhalten die Handlungsempfehlungen zum Diversity Management.

Aktuelles

  • Ist die mir vorliegende ausländische Berufsqualifikation in Deutschland anerkannt?
    Mit dem Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen (sogenannte Anerkennungsgesetz) hat die Bundesregierung einen Rechtsanspruch auf ein Bewertungsverfahren geschaffen. Das BQ-Portal - das Informationsportal für ausländische Berufsqualifikationen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) bietet Ihnen Informationen über ausländische Berufsabschlüsse und hilft Ihnen dabei, im Ausland erworbene Berufsqualifikationen in das deutsche Bildungs- und Berufssystem einzuordnen.
  • Welche Vorteile hat die Blaue Karte?
    Am 1.8.2012 wurde in Deutschland die BlueCard oder Blaue Karte eingeführt. Sie erleichtert hochqualifizierten Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten die Zuwanderung nach Deutschland. Die Blaue Karte können diese Hochschulabsolventinnen und -absolventen erhalten, wenn sie nachweisen können, dass sie in Deutschland mehr als 49.600 Euro (Stand 2016) im Jahr verdienen. Dieser Nachweis erfolgt in der Regel anhand eines Arbeitsvertrags mit einem Arbeitgeber in Deutschland. Für Hochqualifizierte in Engpassberufen wie Ingenieure, Mathematiker, Ärzte und IT-Fachkräfte gilt eine niedrigere Gehaltsgrenze von 38.688 Euro (Stand 2016). Die Bundesagentur für Arbeit prüft in diesen Fällen, ob die ausländischen Fachkräfte unter den gleichen Bedingungen, insbesondere für das gleiche Gehalt, arbeiten wie einheimische Kräfte (Vergleichbarkeitsprüfung).

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