Fachkräfte von morgen

Zielgruppen für die betriebliche Ausbildung

Jugendliche bringen nicht nur unterschiedliche Fähigkeiten, Interessen und Neigungen mit. Auch die Prägung durch ihre Herkunft, ihr soziales Umfeld sowie ihre körperlichen und kognitiven Voraussetzungen sind äußerst unterschiedlich. Daher sind Unternehmen auf möglichst objektive Informationen angewiesen, um die Bewerberinnen und Bewerber für eine betriebliche Ausbildung hinsichtlich ihres Leistungspotenzials möglichst gut einschätzen zu können. Ein wichtiges Kriterium ist hier der Schulabschluss.

Informieren Sie sich auf den folgenden Seiten darüber, welche Potenziale Jugendliche mit unterschiedlichen Schulabschlüssen für die betriebliche Ausbildung aus Sicht von Unternehmen mitbringen:

  • Jugendliche mit Fach-/Hochschulreife
    Jugendliche mit Fach-/Hochschulreife gehören zu den am stärksten nachgefragten Bewerbergruppen für die betriebliche Ausbildung. Ein Grund hierfür: Sie brechen die Ausbildung seltener ab als andere Jugendliche. Ihnen wird zudem von allen Gruppen das höchste Leistungspotenzial zugeschrieben. Allerdings besteht aus Sicht der Unternehmen die Gefahr, dass Ausbildungsabsolventen das Unternehmen verlassen, um ein Studium anzuschließen. Aktuell verfügen rund 20 Prozent aller Ausbildungsanfänger über die Fachhochschulreife oder das Abitur.
  • Jugendliche mit mittlerem Abschluss
    Mit ihren überdurchschnittlichen Kenntnissen und Fähigkeiten sind Jugendliche mit mittlerem Abschluss die am häufigsten in der betrieblichen Ausbildung vertretene Gruppe. Dabei sind sie für alle Branchen und Betriebe aller Größen gleichermaßen interessant.
  • Jugendliche mit Hauptschulabschluss
    Jugendliche mit Hauptschulabschluss stellen derzeit vor allem im Handwerk und in der Industrie ein wichtiges Potenzial für die betriebliche Ausbildung dar. Durch spezielle Förderung gelingt die Integration in Ausbildung oft noch besser.
  • Jugendliche ohne Schulabschluss
    Der Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss sinkt in den letzten Jahren stetig. Dennoch sollte das Potenzial diese Zielgruppe bei der Auswahl möglicher Auszubildenden nicht vernachlässigt werden. Durch Fördermaßnahmen wie im Rahmen der Berufsvorbereitung oder durch Stützunterricht während der Ausbildung, kann das Potenzial von Jugendlichen ohne Schulabschluss besser genutzt werden. Bisher bekommen diese Jugendlichen besonders in kleinen Unternehmen eine Chance.
  • Altbewerber
    Jugendliche, die die Schule bereits vor einem Jahr oder früher beendet haben, sind besser als ihr Ruf. Sie liegen hinsichtlich Kenntnissen und Engagement etwa auf dem Niveau eines durchschnittlichen Auszubildenden und bringen deshalb ein erhebliches Potenzial für die betriebliche Ausbildung mit. Berufsvorbereitende Maßnahmen können ein guter Weg sein um diesen Jugendlichen eine Beschäftigung zu bieten und ihre Kompetenzen und Fähigkeiten frühzeitig einzuschätzen.
  • Jugendliche mit Behinderung
    Eine überdurchschnittliche Motivation und ein großes Engagement machen Jugendliche mit Behinderung zu einer interessanten Zielgruppe für die betriebliche Ausbildung. Vor allem Unternehmen, die bereits Jugendliche mit Behinderung beschäftigen, bewerten diese hinsichtlich Motivation und Engagement besser als Unternehmen, welche mit dieser Zielgruppe noch keine Erfahrungen gemacht haben. Derzeit werden sie vor allem in Großunternehmen beschäftigt, aber auch für KMU gibt es Potenziale.
  • Jugendliche mit Lernbeeinträchtigung
    Lernbeeinträchtige Jugendliche weisen zwar Defizite in Bezug auf Kenntnisse und Fähigkeiten auf, können diese aber häufig durch hohe Motivation und ausgeprägtes Engagement kompensieren. Dies macht sie auch für die Unternehmen, die sie noch nicht beschäftigen, zu einer interessanten Zielgruppe. Den vorhandenen Defiziten kann auch hier gezielt durch spezielle Fördermaßnahmen entgegengewirkt werden.
  • Jugendliche mit Migrationshintergrund
    Jugendliche mit Migrationshintergrund sind in zahlreichen Unternehmen bereits in der betrieblichen Ausbildung beschäftigt und branchenübergreifend tätig. Diese Zielgruppe bringt speziellen Fähigkeiten und Kenntnisse mit, wie beispielsweise Zweisprachigkeit und eine hohe interkulturelle Kompetenz. Das Potenzial dieser Gruppe ist weiterhin groß, da viele Jugendliche mit Migrationshintergrund jedoch bislang keine Ausbildung absolvieren.
  • Jugendliche mit sozialer Benachteiligung
    Rund 19 Prozent der ausbildungsaktiven Unternehmen beschäftigen derzeit schon Jugendliche mit sozialer Benachteiligung in der Ausbildung. Durch besondere Förderung gelingt die erfolgreiche Integration in die Ausbildung trotz unterdurchschnittlicher Kenntnisse und Fähigkeiten.

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