Beschäftigte mit Behinderung

Motiviert, gut qualifiziert und leistungsfähig

Ende 2009 lebten etwa 9,6 Millionen Menschen mit einer anerkannten Behinderung in Deutschland, darunter befanden sich 7,1 Millionen schwerbehinderte Menschen. Diese Zahl stieg bis 2011 auf 7,3 Millionen an. Durch den demografischen Wandel und den zunehmenden Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft wird prognostiziert, dass der Anteil von Menschen mit einer Behinderung künftig noch weiter steigen wird. Denn viele Behinderungen werden erst im Laufe eines Erwerbslebens durch eine Krankheit oder einen Unfall hervorgerufen.

Menschen mit Behinderung stellen daher ein großes Fachkräftepotenzial dar, das bei Weitem noch nicht ausgeschöpft ist: Nur etwas mehr als 47 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer mit Behinderung im Alter von 15 bis 64 Jahren waren 2009 auch erwerbstätig. Zum Vergleich: In der gesamten Bevölkerung waren 2009 mehr als 74 Prozent der Frauen und 85 Prozent der Männer erwerbstätig. Dieser Unterschied in der Erwerbstätigkeit liegt nicht an einer mangelnden Qualifikation von Menschen mit Behinderung. So besaßen 2009 über 72 Prozent der Menschen mit Behinderung im Alter von 30 bis 45 Jahren und über 79 Prozent derjenigen im Alter von 45 bis 65 Jahren einen beruflichen oder akademischen Abschluss.

Ein Mehrwert für Ihr Unternehmen

Menschen mit Behinderung können einen echten Mehrwert auch für Ihr Unternehmen darstellen: Am richtigen Arbeitsplatz leisten sie bei vergleichbarer Qualifikation genauso viel wie nicht behinderte Kolleginnen und Kollegen. Sie sind zudem Expertinnen und Experten in eigener Sache und können Ihnen dabei helfen, neue Zielgruppen als Kunden zu erschließen. Von einer Integration besonderer Beschäftigungsgruppen fördert das Betriebsklima und den wertschätzenden Umgang miteinander. Das trägt auch zu Ihrem Image als attraktiver Arbeitgeber bei. Eine Beschäftigung von Menschen mit Behinderung kann sich für Sie als Unternehmen auch finanziell lohnen. Jeder Betrieb, der im Jahresdurchschnitt mindestens 20 Arbeitsplätze hat, ist nach dem neunten Sozialgesetzbuch dazu verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent dieser Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Sonst ist eine Abgabe zu zahlen.

Gleichzeitig kann ein eventueller finanzieller Mehraufwand, der durch eine Schwerbehinderung entsteht, durch Fördermittel ausgeglichen werden.

Neue Fachkräfte gewinnen

Für Sie als Unternehmen können Menschen mit Behinderung bei der Suche nach Auszubildenden, Fachkräften oder Führungskräften eine lohnenswerte Zielgruppe sein. Bei der Rekrutierung hilft Ihnen die Handlungsempfehlung Rekrutierung von Menschen mit Behinderung. Der Anteil an gut qualifizierten Fachkräften ist bei schwerbehinderten Arbeitslosen höher als bei Menschen ohne Behinderung. Insgesamt verfügen 56 Prozent aller schwerbehinderten Arbeitslosen über eine abgeschlossene Berufsausbildung, weitere 4 Prozent über einen Hochschulabschluss. Bei der Suche nach geeigneten Fachkräften helfen ihnen die Agenturen für Arbeit und die örtlichen Integrationsfachdienste. Haben Sie Bedarf an Akademikerinnen und Akademikern, können Sie sich auch an die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit wenden. Durch eine Kooperation mit Berufsbildungswerken können Sie Nachwuchskräfte für die Ausbildung oder Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger für Ihren Betrieb gewinnen. Werkstätten für Menschen mit Behinderung sollen den Übergang geeigneter Personen in den allgemeinen Arbeitsmarkt fördern. Dort sind über 300.000 Menschen mit Behinderung tätig, deren Potenzial Sie auch durch das Angebot von ausgelagerten Arbeitsplätzen für Ihren Betrieb nutzen können.

Die Arbeitskraft im Unternehmen sichern durch moderne Unterstützung

Die meisten Menschen stehen schon lange fest im Berufsleben, bevor sie durch eine Krankheit oder einen Unfall eine Behinderung erleiden. Sie sind häufig fester Bestandteil des Teams und haben jahrelange Berufserfahrung gesammelt. Für Sie als Unternehmen kann es daher entscheidend sein, dieses Potenzial im Betrieb zu halten. Menschen mit Behinderung sind mit entsprechender Unterstützung und richtiger Arbeitsplatzausstattung ebenso leistungsfähig wie nicht behinderte Kolleginnen und Kollegen. Barrierefreie und ergonomisch ausgestattete Arbeitsplätze helfen Ihren Beschäftigten sowohl mit als auch ohne Behinderung. Einen Arbeitsplatz barrierefrei zu gestalten, muss für Sie als Unternehmen weder mit hohen Kosten noch mit hohem Aufwand verbunden zu sein. Die örtlichen Integrationsämter können Sie bei der Gestaltung beraten und bei einer Umsetzung konkret begleiten.

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