Praxisbeispiel: Altersstrukturanalyse bei der Arnold AG

Risiken rechtzeitig erkennen, erfolgreich handeln

Rechtzeitig demografische Risiken zu erkennen, ist entscheidend für die Handlungsfähigkeit eines Unternehmens. Um neue Mitarbeiter zu gewinnen und gleichzeitig das Fach- und Erfahrungswissen der alternden Belegschaft auch für die nachfolgenden Mitarbeitergenerationen zu halten, bedarf es einer gut vorbereiteten Strategie. Die Arnold AG führt daher seit 2008 regelmäßig eine Altersstrukturanalyse durch. So erkennt das Unternehmen frühzeitig die Bereiche, in denen Handlungsbedarf besteht.

Branche: Metallverarbeitung | Standort: Friedrichsdorf (Hessen) | Beschäftigte: 340

Stand: 2014

Der Ablauf: Personal im Fokus

Ein externer Dienstleister hat die Daten aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Arnold AG analysiert. Die Analyse zeigte, welche Altersgruppen besonders stark oder schwach vertreten sind, wie sie sich auf die Standorte und Abteilungen verteilen und ob Krankentage auf kritische Arbeitsbedingungen für bestimmte Mitarbeitergruppen hinweisen. Die Ergebnisse wurden mit der regionalen Bevölkerungsentwicklung, den Prognosen der Absolventenzahlen in passenden Ausbildungsgängen sowie der Unternehmensstrategie abgeglichen. Anschließend diskutierten Geschäftsführung und Führungskräfte gemeinsam die Ergebnisse.

Analyse zeigt Handlungsbedarf

Die Analyse machte deutlich, dass ein großer Anteil der Beschäftigten die Arnold AG altersbedingt schon bald verlassen wird. Die Personalkosten würden stark steigen, wenn die Firma Nachwuchskräfte rekrutiert, bevor die älteren Beschäftigten das Unternehmen verlassen. Eine frühzeitige Personalrekrutierung und -entwicklung wäre hier die Lösung gewesen. Denn die Suche und die Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter muss wegen des hohen finanziellen Aufwands rechtzeitig einkalkuliert werden. Außerdem zeigte die Analyse, in welchen Ausbildungsbereichen besonders dringend Nachwuchs gefunden werden muss und wie Altersdurchschnitt und Krankenstand zusammenhängen. In anderen Bereichen bescheinigte die Analyse dem Unternehmen eine gute Planung: Die Altersverteilung der Führungskräfte und die Nachfolgeregelungen für Schlüsselkräfte waren vorausschauend geregelt.

Christoph Ebert, Mitglied des Vorstands:

Durch die Analyse haben wir strategisch wichtige Maßnahmen frühzeitig angepackt.

Die Vorteile: Frühwarnsystem Altersstrukturanalyse

Die Analyse zeigt, wie wichtig eine rechtzeitige Personalbedarfsplanung ist. Durch die Analyse können Entwicklungen in der Personalstruktur frühzeitig erkannt und Maßnahmen eingeleitet werden. Bei der Arnold AG ermöglichte die Erkenntnis wie Altersdurchschnitt und Krankenstand zusammenhängen, den Einsatz gezielter Präventionsmaßnahmen in Bereichen mit höherem Altersdurchschnitt. In der Produktionsabteilung etwa sensibilisierte das Projekt „Gesund arbeiten – gesund in Rente“ die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für eine gesundheitsförderliche Arbeitsweise.

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