Ausbildungskonzept

Die Frisch & Faust Tiefbau GmbH aus Berlin wurde 1991 gegründet. Ihre Schwerpunkte sind Kanalbau, Kanalsanierung und Rohrleitungsbau.Mit einer Ausbildungsrate von 20 Prozent – deutlich über dem Branchendurchschnitt – bildet das Unternehmen in fünf Ausbildungsberufen aus. Ziel der Frisch & Faust Tiefbau GmbH ist es, dieses hohe Niveau auch in Zukunft zu halten.

Branche: Tiefbau | Standort: Berlin | Beschäftigte: 122

Stand: 2012

Ausgangslage

Im Jahr 2000 war es kein Problem, gut qualifizierte Bewerber für Ausbildungsstellen zu finden. Seit einigen Jahren sind immer weniger Bewerbereingänge zu verzeichnen. Aktuell besteht zwar noch kein massiver Mangel, aber aufgrund des demografischen Wandels ist absehbar, dass die Bewerberzahlen weiter zurückgehen werden. Das Unternehmen hat das künftige Problem erkannt, will vorsorgen und frühzeitig handeln.
 
Deshalb engagiert sich Frisch & Faust seit 2006 verstärkt in der Ausbildung. 2010 wurde es dafür als bester Berliner Ausbildungsbetrieb von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin ausgezeichnet.

Dieter Mießen, Kaufmännischer Leiter:

Soziales Engagement, betriebswirtschaftliche Weitsicht und Spaß an der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen für uns im Mittelpunkt.

Innovatives Ausbildungskonzept

Gerade weil die Tiefbaubranche als wenig attraktiv gilt, geht die Frisch und Faust Tiefbau GmbH viele Wege, um Auszubildende zu finden. Sie kooperiert beispielsweise mit Vereinen, Industrie- und Handelskammern  und Handwerkskammern sowie gemeinnützigen Gesellschaften wie dem Berufsförderungswerk der Fachgemeinschaft Bau.

Entscheidend ist eine frühe Ansprache der Jugendlichen. Darüber hinaus sichtet das Unternehmen grundsätzlich Jugendliche über den aktuellen Bedarf hinaus für den Fall, dass jemand absagt. Um potenzielle Auszubildende besser kennenzulernen und ihnen zugleich einen realistischen Einblick in das Unternehmen zu ermöglichen, wird der Ausbildung ein einwöchiges Praktikum vorgeschaltet.

Zusätzlich gibt es zweimal im Jahr die sogenannte „Baustellentage“ für potentielle Auszubildende. Dazu werden Baustellen vorübergehend stillgelegt, damit Jugendliche die Arbeit auf einer Tiefbaustelle hautnah erleben können. Die Auszubildenden der Firma stehen für Fragen zur Verfügung. Zudem wird in Schulen ein kostenloses Bewerbungstraining angeboten.

Ein Potenzial, das die Frisch & Faust Tiefbau GmbH bereits erfolgreich erkannt hat, sind Jugendliche mit Migrationshintergrund. Um mit dieser Personengruppe in Kontakt zu kommen, arbeitet das Unternehmen mit Vereinen zusammen, die sich speziell um Jugendliche mit Migrationshintergrund kümmern. Inzwischen hat sich bereits herumgesprochen, dass die Frisch & Faust Tiefbau GmbH Migrantinnen und Migranten ausbildet, weshalb auch immer mehr Jugendliche direkt auf das Unternehmen zugehen.

In Zukunft will das Unternehmen auch verstärkt auf jugendliche Transferempfänger/-innen zugehen, die also Arbeitslosengeld II beziehen und über keinen Berufsabschluss verfügen oder aktuell an einer Arbeitsförderungsmaßnahme teilnehmen. Erste Kooperationen mit Bildungspartnern bestehen schon.

Vorteile für das Unternehmen

Das Berliner Unternehmen bildet erfolgreich und über Bedarf aus. Mit einer Größe von 100 bis 120 Mitarbeitern ist der Betrieb nicht groß genug für eine eigene Ausbildungsabteilung - das heißt, das Thema Ausbildung läuft parallel zum Tagesgeschäft. Daher kooperiert das Unternehmen mit einem Lehrbauhof. Es handelt sich dabei um ein überbetriebliches Ausbildungszentrum (ÜAZ), in dem Auszubildende praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten ihres Berufes vermittelt bekommen. Auch werden spezielle Techniken und Technologien näher gebracht, die im Ausbildungsbetrieb nicht oder nicht umfassend vermittelt werden können.
 
Die Zusammenarbeit  mit dem Lehrbauhof bzw. der Besuch der Lehrgänge durch die Auszubildenden bringt sowohl für die Auszubildenden als auch für den Betrieb Vorteile. Die Auszubildenden vertiefen unter anderem ihr Wissen und können somit den Betrieb über neue Entwicklungen informieren. Des Weiteren können sich Betrieb und Jugendliche mit ihren fachbezogenen Fragen auch an die Ansprechpartner/-innen im Lehrbauhof wenden, was den Ausbildungsbetrieb zeitlich und inhaltlich unterstützt. Auch haben die Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit Auszubildenden aus anderen Betrieben bzw. anderen Bauberufen fachlich auszutauschen und so den Wissenszuwachs in den eigenen Ausbildungsbetrieb einzubringen.

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