Beschäftigte übernehmen Verantwortung

Der Chef vertraut der Belegschaft und lässt sie das spüren

Beschäftigten Verantwortung übertragen und ihre Interessen berücksichtigen, lautet die Formel für gute Führung bei einem Bauunternehmer mit 12 Mitarbeitern aus Spaichingen. Voraussetzung ist, dass alle gut informiert sind und Ziele gemeinsam definiert werden - damit beispielsweise auf der Baustelle die richtigen Prioritäten gesetzt werden.

Branche: Baubranche | Standort: Spaichingen (Baden-Württemberg) | Beschäftigte: 12

Stand: 2014

Alle ziehen an einem Strang

Größere Freiräume und ein größeres Vertrauen in die Beschäftigten haben den Arbeitsalltag im Unternehmen verändert. Die Teams auf den Baustellen entscheiden nun beispielsweise selber, ob sie bei schlechtem Wetter weiterarbeiten. Das Resultat: Sie tun dies viel häufiger als früher und leisten gerne Mehrarbeit, damit ein Auftrag fertig wird. Wird eine Arbeitskraft aktuell auf einer Baustelle nicht benötigt, informiert das Team die Geschäftsleitung. Diese  kann denjenigen anderweitig einsetzen. Die gestiegene Flexibilität und die hohe Einsatzbereitschaft der Belegschaft nutzen sowohl dem Unternehmen als auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern:  Urlaub und Freistellungen für private Termine in der Arbeitszeit konnten immer genehmigt werden. Vor Jahren sah das Miteinander bei der Schumacher GmbH noch ganz anders aus: Es gab mitunter größere Widerstände, wenn Überstunden anfielen oder bei schlechtem Wetter auf der Baustelle gearbeitet werden sollte. Der Geschäftsführer besuchte daraufhin zwei Weiterbildungen bei der Handwerkskammer und änderte seinen Führungsstil. Die wichtigsten Elemente seines neuen Führungsverständnisses: Informieren, gemeinsam Ziele vereinbaren, den Beschäftigten mehr Handlungsspielräume gewähren und auf ihre Kompetenz vertrauen. 

Diese Elemente greifen ineinander. Voraussetzung für ein derart selbstverantwortliches Arbeiten sind eine gute Informationsstruktur und die Beteiligung der Beschäftigten bei der Festlegung von Zielen und der Arbeitsweise im Unternehmen. Schumacher setzt auf zwei Instrumente. Erstens organisiert die Geschäftsführung einmal monatlich ein Kaffee-Meeting. Dafür wird die Arbeit auf den Baustellen an diesem Tag bereits um 16 Uhr eingestellt. Bei Kaffee und Kuchen werden aktuelle Entwicklungen und Probleme, Aufträge und Neubeschaffungen gemeinsam diskutiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können jederzeit Themen einbringen. Das zweite Instrument ist die tägliche fünfzehnminütige Besprechung zu Arbeitsbeginn. Sie stellt Transparenz her und bezieht die Beschäftigten ein. Hier werden tagesaktuelle Entwicklungen auf den Baustellen, aber auch krankheitsbedingte Ausfälle besprochen.

Armin Schumacher, Geschäftsführer:

Es kommen immer wieder Rückmeldungen von Kundinnen und Kunden, die meine Beschäftigten und unsere Firma positiv beurteilen. Das gibt ihnen Motivation und einen gewissen Stolz.

Stolz auf das Unternehmen und das Kundenlob

Dank größerer Freiräume können die Interessen der Beschäftigten und die des Unternehmens besser in Einklang gebracht werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fühlen sich dafür verantwortlich, dass die Ziele termin- und kostengerecht erreicht werden. Sie verstehen sich als Team, unterstützen sich gegenseitig und finden Wege, bei Ausfall eines Kollegen trotzdem termingerecht zu liefern. Produktivität, Kundennutzen und Arbeitgeberattraktivität sind gleichermaßen gestiegen. Geschäftsführer Armin Schumacher kann sich heute intensiver auf das Neugeschäft konzentrieren und findet Zeit, sich auch sozial in der Gemeinde zu engagieren. Auch mit solchen Aktivitäten trägt er dazu bei, dass seine Beschäftigten stolz sind auf ihren Arbeitgeber. Vor allem aber die Zufriedenheit der Kundschaft spornt die Beschäftigten weiter an. Die Bauunternehmung Schumacher freut sich über eine geringe Fluktuation und einen gesunkenen Krankenstand.

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